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Wikileaks im Krieg
Julian Assange
Wikileaks und was bisher geschah
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10. Dezember 2010 von REDAKTION
Schon im April zog die Enthüllungsplattform den Zorn der amerikanischen Regierung durch die Veröffentlichung eines 2007 aufgenommenes Videos
Seit Juni 2010 wird der 39-jährige Assange offiziell von den amerikanischen Behörden wegen möglicher Verbrechen in Zusammenhang mit der Beschaffung und Verbreitung geheimer US-Dokumente über den Afghanistankrieg gesucht. Nach der Veröffentlichung der insgesamt 92.000 NATO-Dokumente wurde er vor "schmutzigen Tricks" gewarnt. [2]
Seit dem wurden weitere 250.000 geheime US-Diplomaten-Dokumente WikiLeaks zur Verfügung gestellt. Spätestens damit wurde der Kopf der Whistleblower-Plattform Julian Paul Assange in den Medien zum US-Staatsfeind Nr. 1 ernannt.
Am 1. Dezember 2010, drei Tage nach Erhalt der Unterlagen, wurde eine "Red Notice" von Interpol ausgegeben, in der die 188 Mitgliedsstaaten von Schweden zur Unterstützen bei der Suche aufgefordert werden.
Der in Schweden lebenden Australier wurde wegen vermeintlicher Vergewaltigung, Sexueller Belästigung und Nötigung per internationalem Haftbefehl gesucht. Hinter diesen inzwischen niedergelegten Behauptungen stecken zwei Ex-Freundinnen, die zugeben, dass nur einvernehmlicher Sex standfand.
Am 7. Dezember 2010 stellte sich der ehemalige Hobby-Hacker "MENDAX" der englischen Polizei und wartet nun auf die Entscheidung darüber, ob er nach Schweden ausgeliefert wird oder nicht. In Schweden möchte man ihn aber nicht den Anklagepunkten entsprechend verurteilen, sondern an die Vereinigten Staaten von Amerika ausliefern, wo eine langjährige Haftstrafe sicher scheint.
WikiLeaks wird vorgeworfen die Dokumente mit dem Auftrag zugespielt bekommen zu haben, diese für politische Interessen u.a. Amerikas zu nutzen um beispielsweise die Internetzensur, und die Vorbereitungen für den geplanten Krieg gegen den Iran voranzutreiben. Demnach seien die Dokumente gar nicht so brisant und geheim wie behauptet und berichten nur das, was gezielt für die Öffentlichkeit vorbereitet wurde. Des Weiteren wird behauptet Assange sei ein Sympathisant der offiziellen Darstellung der Vorfälle des 11. Septembers 2001, sowie der jährlich stattfindenden Bilderbergertreffen. Das allein wäre ein wichtiger Hinweis auf seine Gesinnung, denn Unwissenheit kann sich ein Mann in seiner Position wohl kaum in diesen Angelegenheiten vorwerfen lassen.
Die relativ einseitige Entblößung amerikanischer Machenschaften legt auch die Möglichkeit offen, WikiLeaks arbeite für "die andere Seite", namentlich z.B. für den angeblichen US-Hauptkonkurrenten China.
Eine gemeinnützige Organisation, die sich zur Aufgabe gemacht hat wichtige Nachrichten und Informationen an die Öffentlichkeit zu bringen.
Es werden Dokumente, die von ethnischer, politischer und historischer Bedeutung sind und von denen ein öffentliches Interesse angenommen wird, unter Geheimhaltung der Quellen, veröffentlicht. Das Projekt will denen zur Seite stehen, die unethisches Verhalten in ihren eigenen Regierungen und Unternehmen enthüllen wollen.
Julian Assange garantiert, dass durch seine Veröffentlichungen keine Menschen zu schaden kommen. Potentiell gefährdete Personen werden in den Akten namentlich nicht genannt.
Zugegeben wäre WikiLeaks in den falschen Händen in der Lage sowohl eigene Sicherheitslücken zu schließen, als auch wertvolle Informationen anderer Organisationen und Länder in die Hände gespielt zu bekommen. "Wissen ist Macht", und mit Macht bekommt man auch Feinde. Es ist nicht ungewöhnlich, dass WikiLeaks mit seinen über 1.000 Webseiten, auf insgesamt über 500 Servern gelagerten Daten vielen ein Dorn im Auge ist. [3]
Fakt ist, dass von den kürzlich an WikiLeaks übergebenen 250.000 Unterlagen erst sehr wenige tatsächlich abgearbeitet und veröffentlicht wurden, und somit noch gar kein Aufschluss auf die sich noch unter Verschluss befindlichen Akten möglich ist.
Auf die Angriffe von Unternehmen wurde mit einer Boykottwelle von WikiLeaks-Anhängern geantwortet. Diversen Webseiten, Foren und Kommentaren zu diesem brisantem Thema, ist zu entnehmen, dass Benutzer reihenweise ihre Amazon- und Paypalkonten kündigten. Auch Visa und Mastercard müssen mit vielen Kundenverlusten rechnen.
Es wurden eine Reihe von Server Angriffen verzeichnet, die unter dem Codename "Operation Payback" laufen. Unter anderem waren die Server von Paypal, PostFinance, Visa und Mastercard bereits für mehrere Stunden offline. [12]
Die weltweite Sympathie endet damit aber nicht, die Piratenpartei Schweiz sorgte beispielsweise dafür, dass
wikileaks.ch wie gewohnt zu erreichen ist. [13]
Julian Assanges Anwalt warnte davor, dass die Befürworter der Gründer Wikileaks eine "Bombe" platzen lassen, in dem sie Dateien veröffentlichen, die Namen von Spionen, Quellen und Informanten enthalten, wenn ihm etwas passiert oder er vor Gericht gestellt wird. [14]
WikiLeaks' IT Firma "Datacell" berichtete am 8. Dezember 2010, Visa Europe und Mastercard wegen Geschäftsschädigung verklagen zu wollen. [15]
Zitat Assange: "Wir leben alle nur einmal. Deshalb sollten wir in unserer Zeit etwas Sinnvolles und Befriedigendes anstellen. Das hier ist so etwas für mich. Ich mag es, große Systeme zu entwickeln, und ich genieße es, Menschen zu helfen, die verletzbar sind. Und ich mag es, den Mächtigen in die Suppe zu spucken. Diese Arbeit macht mir wirklich Spaß." [16]
Quellen

| Geboren: | Am 3. Juli 1971 in Townsville, Queensland, Australien |
|---|---|
| Nationalität: | Australien |
| Kinder: | Ein Sohn |
| Bildung: | Studierte Physik an der University of Melbourne |
| Beruf: | Politischer Aktivist, Journalist und Sprecher von WikiLeaks (seit 2006) |
| Sonstiges: | 2008 Freedom of Expression Award der Organisation Index on Censorship, 2009 den Amnesty International Media Award (New Media) für Berichte über Hinrichtung ohne Gerichtsverfahren, 2010 Sam Adams Award für "Integrity in Intelligence" |
inside WikiLeaks
von Daniel Domscheit-Berg
Preis: 18.00 EUR
Inside WikiLeaks enthüllt die bislang unbekannten Geschichten hinter den Leaks – von Scientology über die Loveparade bis hin zu den diplomatischen Depeschen.
Domscheit-Berg erzählt von seinem ersten Treffen mit Assange im Dezember 2007, ihren Reisen um die Welt und beschreibt die Arbeitsweise von WikiLeaks. Er berichtet von den Konflikten um die Ausrichtung der Organisation und dem absoluten Führungsanspruch Assanges.
Ein packender Enthüllungsreport voller unbekannter Fakten, der zugleich ein intimes Porträt von Julian Assange entwirft.
Die erwachten Menschen werden die heilige Mission der 'Reinigung der Erde' vollenden. Am 21. Dezember 2012 wird die Menschheit in eine neue Zivilisation eintreten.(Maya-Prophezeiung)
