Perspektivwechsel auf “Mein Haus, mein Auto, mein Boot…” 

Mein Haus mein Auto mein Boot

Kennen Sie eigentlich noch diese Kultwerbung der Sparkasse? Sogenannte Statussymbole sollen den Eindruck des Glücks und der Zufriedenheit vermitteln.

Sind diese Statussymbole tatsächlich Sachwerte bzw. gute Investments?

Zur Klärung dieser Frage verzichte ich auf die Betrachtung steuerlicher Aspekte, eventueller Verkehrswertsteigerungen und sonstige rechtliche Gegebenheiten, da niemand die Zukunft voraussagen kann und wenn doch, dann brauchen Sie diesen Artikel nicht weiter zu lesen. Aber eine Kleinigkeit kann ich Ihnen jetzt schon voraus sagen. Beim Kreditkauf eines Hauses oder eines Bootes oder eines Autos, ist immer die Bank der finanzielle Gewinner.

Nehmen wir also einmal an, Sie hätten 60 T Euro Eigenkapital für die Anzahlung zum Kauf eines Hauses bzw. einer Eigentumswohnung oder den Kauf eines neuen Bootes oder eines neuen Autos, in unserem Fall eines Wohnmobils.

Mein Haus…

Den Kauf oder Bau eines selbstgenutzten Eigenheimes lasse ich bewusst außen vor. Dazu gibt es bereits unzählige Artikel und Meinungen mit objektiven Sachverhalten und subjektiven Blickwinkeln. Ein richtig oder falsch gibt es aus dem jeweiligen Betrachtungswinkel eben nicht, da natürlich jeder seinen Glaubenssatz für den “richtigen” hält.

Betrachten wir deshalb einmal exemplarisch den Kauf einer über Kredit finanzierten 100 m² Eigentumswohnung. Die Wohnung kostet angenommen ca. 300 T Euro (einschließlich aller Nebengebühren wie Grunderwerbssteuer, Maklergebühren, Notarkosten usw.) bei 20 % Eigenkapital, in unserem Fall 60 T Euro und soll mit einem Kredit nach 20 Jahren (Sie wollen ja noch in den Genuss der Altersvorsorge kommen) zu 2,0 % Kreditzins und 4,2 % Tilgung durch finanziert sein.

Um die Kreditsumme von 240 T Euro bedienen zu können, müssen Sie monatlich mindestens 1.220 Euro über die Kaltmiete einnehmen, d. h. 12,20 Euro pro m² Wohnfläche.

Mein Auto…

Jeder sollte wissen, dass wenn Sie einen neuen PKW für 60T Euro kaufen würden und vom Hof des Autohauses gefahren sind, der Wagen direkt ein paar tausend Euro an Wert verloren hat. Aus Investorensicht können Sie sich sicher selbst ein eigenes Urteil zu diesem Investment bilden. Steuerliche Aspekte bleiben wie gesagt vereinfacht unberücksichtigt, da hier ein Vergleich verschiedener Betrachtungswinkel angestrebt wird.

Deshalb lassen Sie uns einmal den Kauf bzw. die Anmietung eines Wohnmobils betrachten. In den letzten Jahren bin ich mit der Familie fast jedes Jahr mit dem Wohnmobil für ca. 3 Wochen in den Urlaub gefahren. Die Mietkosten bei 21 Tagen x 150 Euro + 1 Reinigungspauschale von 150 Euro beliefen sich auf ca. 3.300 Euro.

Die erste “gewohnte” Aussage zu dieser Art des Urlaubes war,

“Oh man ist das teuer, da könnt ihr euch ja gleich ein neues Wohnmobil kaufen, das ist doch billiger.”

Sicherlich ist diese Aussage eine Überlegung wert, gehen wir einmal genauer darauf ein.

Warum assoziieren viele überhaupt erst diese Frage? Aus der normalen Gewohnheit heraus besteht “augenscheinlich im ersten Moment” die Möglichkeit, über den Neukauf eines Wohnmobils (im Wert von z. B. 60 T €) und eine Betrachtung von über 20 Jahren (Urlaub), vermeintlich Geld zu sparen (20 Jahre x 3.300 Euro ergibt bei einer Anmietung eine Summe von 66.000 Euro). Die Spritkosten und Mautgebühren betrachte ich bei beiden Varianten (Neukauf oder Anmietung) gleichwertig und können somit vernachlässigt werden.

Mein Boot…

Nehmen wir dasselbe Beispiel für ein Motorboot oder Kajütboot. Niemand kommt aus “Gewohnheit” überhaupt erst auf die Idee, den Neukauf eines Bootes mit einer möglichen Tages-Anmietung nach Bedarf über Wochen gegenzurechnen bzw. zu vergleichen.

Warum eigentlich nicht? Wir betrachten viele Dinge in unserem Leben aus Gewohnheit, von unserem althergebrachten Standpunkt und mit unseren angenommen “Glaubenssätzen”. Gewisse Fragestellungen kommen nicht in Betracht, obwohl man den Urlaub mit dem Wohnmobil, dem Urlaub auf einem Boot gleichsetzen könnte, kommen viele Menschen gar nicht erst auf die Idee, das eine mit dem anderen gegenzurechnen bzw. zu vergleichen.

Die Investorensicht

Deshalb möchte ich Sie bitten, die zuvor genannten Sachverhalte einmal aus Investorensicht zu betrachten. Um Sie in diese Sichtweise einzuführen, bitte ich Sie mir einmal völlig unvoreingenommen und unkonventionell bildlich zu folgen. Betrachten Sie bitte ein und dieselbe Angelegenheit von unterschiedlichen Blickwinkeln. Nehmen wir die schöne Adventszeit. Die Familie trifft sich traditionell zum Mittagessen. Sie sitzen wie gewöhnlich am Sonntag auf Ihrem “Stammplatz” am Esstisch und bestaunen, dass mit viel Liebe und Aufwand angerichtete Advents-Mittagessen. Anstatt sofort mit dem Essen zu beginnen, bitte ich Sie einmal, etwas völlig anderes als sonst zu machen. Machen Sie es einfach, ohne zu überlegen!!! Stehen Sie bitte von Ihrem Stuhl auf und setzen sich auf Ihren Nachbarplatz oder den Platz der Kinder.

Ändern Sie einmal Ihren Blickwinkel! Wechseln Sie Ihren Standpunkt!

Es eröffnet sich eine völlig neue und ungewohnte Perspektive. Sie nehmen den Raum und den Anblick des Mittag Essens auf einmal anders war, obwohl der Geruch und der Geschmack des “Sonntagsbratens” von jedem Platz derselbe ist und doch ist etwas anders, DER (ungewohnte) BLICKWINKEL, der (neue) Standpunkt.

Ich bitte Sie nun, mit diesem geänderten Standpunkt auf die zuvor genannten Sachverhalte zu blicken.

Ein Investor fragt sich zuerst: “Wann ist der Return of (your) Investment (ROI)?” oder “Habe ich monatliche passive Einnahmen durch mein Investment?”

Wie sieht die Frage nach dem ROI bei einer Immobilie aus?

Diese Frage wird “gewohnheitsmäßig” oft überhaupt nicht gestellt, da z. B. der Kauf einer vermietbaren Eigentumswohnung meistens so hoch ausfällt, dass der Return of (your) Investment zeitlich unerreichbar scheint. Das Ziel ist nicht die Frage nach dem ROI sondern ob sich über die Einnahmen aus der Kaltmiete, die Wohnung von selbst trägt. Nach 20 Jahren haben Sie die ersten tatsächlichen monatlichen Mieteinnahmen in Ihre eigene Tasche. Da niemand in die Zukunft schauen kann, lasse ich den zukünftigen Verkehrswert abzüglich der gezahlten Kreditzinsen, den notwendigen guten Mieter der immer zahlt und die über die Jahre eventuell anfallenden Instandhaltungskosten unberücksichtigt.

Betrachten wir nun das Wohnmobil aus Investorensicht.

In der Größenordnung von 60 T € wird das Wohnmobil meistens über Kredit(zins) finanziert. Das Wohnmobil altert zwangsläufig, die Kilometerleistung nimmt zu, Reparaturkosten erhöhen sich im Laufe der Jahre, TÜV und ASU sind gesetzlich zwingend vorgeschrieben. Im Winter sollte es am besten untergestellt werden. Über die Jahre verliert es an Wert. Dies alles zusammen, zieht Ihnen “ihr” Geld aus der Tasche. Monatlich betrachtet haben Sie ständige Ausgaben in nicht geringfügiger Höhe.

Aus subjektiver Familiensicht haben Sie unbestritten wunderschöne Erlebnisse, die Ihnen niemand mehr nehmen kann. Der Neukauf und die Unterhaltung eines Wohnmobils über 20 Jahre kann durchaus wesentlich teurer werden, als die Anmietung nach Bedarf, obwohl sich diese im ersten Moment kostenintensiv anhört. Aber wollen Sie auch 20 Jahre immer mit dem Wohnmobil in den Urlaub fahren (müssen)?

Die Bewertung des Bootes ist dem eines Wohnmobils gleichzusetzen. Monatliche Kosten wie Liegeplatzgebühren im Winter und Sommer, Wertverluste, slippen und Reparaturen belasten Ihr Budget.

Aus Investorensicht besitzen Sie mit einem Wohnmobil oder einem Boot einen Gegenstand, der Ihnen monatlich “ihr” Geld aus der Tasche zieht, über die Jahre an Wert verliert und der “Return of (your) Investment” niemals erreicht wird.

Ändern Sie bitte einmal Ihre Betrachtungsweise auf die zuvor aufgeführten exemplarischen Beispiele! Würden Sie ein Investment eingehen, dass Ihnen wie beim Wohnmobil bzw. einem Boot nur das Geld aus der Tasche zieht und der ROI niemals eintritt (es sei denn, Sie vermieten die Sachen selber)? Oder würden Sie investieren, wenn auf Ihre Frage nach dem ROI gesagt wird, dies dauert 20 Jahre?

Ändern wir einmal den Blickwinkel und betrachten alles aus einer anderen Perspektive – aus Investorensicht.

Wie könnte ein Investor 60 T Euro Eigenkapital nutzen?

Nehmen wir einmal an, es gäbe eine Möglichkeit das Eigenkapital von 60 T Euro in einen Sachwert zu investieren, der Ihnen 12% p. a. garantiert bzw. ein monatliches passives Einkommen verschafft. Es gibt also verschiedene Varianten wie Sie mit den Gewinnen von 7.200 Euro jährlich verfahren.

Sie könnten bspw. für 3.300 Euro jedes Jahr ein Wohnmobil für 3 Wochen mieten und mit den restlichen 3.900 Euro eine Kreuzfahrt mit einem “Boot” unternehmen.

Oder Sie reinvestieren die 7.200 Euro erneut in einen Sachwert, der Ihnen wiederum im folgenden Jahr 12 p. a. an Gewinnen einbringt. Nach 20 Jahren hätten Sie Sachwerte von ungefähr 200 T € und jährliche feste Einnahmen von über 23 T Euro bzw. eine monatliche Rente von ungefähr 2.000 Euro, bei einem ursprünglichen Einsatz von 60 T Euro. Der Return of (your) Investment tritt übrigens im 10 Jahr ein.

Sie glauben in der heutigen Zeit nicht an diese Rechnung?

Da Sie diesen Artikel gefunden und bis zu dieser Stelle gelesen und Ihren Blickwinkel ja dadurch bereits geändert haben, finden Sie auch die notwendigen Werkzeuge, um zu Ihrem finanziellen Ziel zu gelangen. Glauben Sie mir, Sie können Ihre Perspektive auf alte Glaubensmuster (z. B. Geld allein macht nicht glücklich oder der Weg ist das Ziel usw.) ändern und sich entscheiden Ihren Standpunkt zu ändern. Das Glas ist mit einem geänderten Blickwinkel immer halb voll. Übrigens macht diese Einstellung bei vielen Dingen im Leben, dass Leben wesentlich entspannter und bringt Ihnen mehr Zufriedenheit. Probieren Sie es einfach aus, Sie müssen niemanden um Erlaubnis fragen.

Der Blickwinkel spiegelt nicht die Wirklichkeit wieder sondern ist nur eine von vielen Möglichkeiten, ein und dieselbe Sache aus Ihrer eigenen jeweiligen Perspektive wahrzunehmen und zu bewerten.

Lesen Sie den Artikel gleich noch einmal mit dem geänderten Blickwinkel und Sie finden danach auch die Antworten auf Ihre “finanziellen” Fragen.

Übrigens, der Perspektivwechsel hilft nicht nur in Finanzangelegenheiten sondern auch sonst im Leben, beim Abnehmen, in der Beziehung, im Beruf, im Privatleben und selbst für große Unternehmen, welche langfristig nachhaltig weiter wachsen wollen. Das schwerste im Leben ist, sich selbst zu ändern. Der erste Schritt wäre ein Perspektivwechsel auf unsere Sichtweisen und unsere verinnerlichten Glaubenssätze.

In diesem Sinne, kaufen Sie sich keine Sachen die Sie nicht brauchen, um Leuten zu gefallen die Sie nicht mögen, mit Geld was Sie nicht haben.

Alles Gute

Matthias Kanski

Der Autor ist unter www.geldterminal.com zu erreichen. Dieser informelle Artikel stellt keine Anlageempfehlung dar. Haftungen jedweder Art oder daraus abgeleitete Aktivitäten werden ausgeschlossen.

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Matthias Kanski

Matthias Kanski, Jahrgang 74, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Vom Beruf ist er Dipl. Bauingenieur. Seine Berufung aber ist Autor ;-) und die Menschen in Ihre Kraft bringen, Motivationstrainer, Lebensberater sowie Rudertrainer.
Sein Motto lautet: “Wer die geistige Freiheit anstrebt, sollte die finanzielle Freiheit nicht vernachlässigen“. Geld ist nicht schlecht sondern nur ein altes Glaubensmuster bzw. nur eine Form von Energie die von einem zum anderen übertragen wird.

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