Körperreise: Was Ihnen Ihr Körper über ihre Seele verrät

Der menschliche Körper ist ein intelligentes Wunderwerk der Schöpfung. Es ist ein Sprachrohr unserer Seele, und kann uns wichtige Botschaften mitteilen, an Hand derer wir herausfinden können, was in unserem Unterbewussten verborgen liegt und woran wir eigentlich erkranken. Der beste Weg um auf diese Sprache zu hören, ist die über die Wahrnehmung des eigenen Körpers – auch Körperreise. Das Abtasten von Verspannungen und sonstigen Empfindungen kann uns helfen, über die fühlbaren körperlichen Zeichen, zu tieferen Schichten zu gelangen. Durch ein derartiges Körpergewahrsein durchbrechen wir alle alten Muster und Gewohnheiten, wodurch wir schließlich die Vielfalt unseres Innenlebens erleben und unser gesamtes Dasein transzendieren. In diesem Artikel beschreibe ich Ihnen diese Körperreise … Neugierig? Weiterlesen!

Der Körper – Sprachrohr der Seele

Der menschliche Körper ist ein Wunderwerk – unzählige automatisch ablaufende, lebenserhaltende Prozesse, die auf eine wundersame Weise zusammenspielen. Im allgemeinen wird der Körper und seine Organe als etwas angesehen, dass man lästiger Weise durch das Leben schleppen muss, und der dazu auch einer dauernden Pflege bedarf, nur um einigermaßen einwandfrei zu funktionieren. Der Körper scheint uns irgendwie im Weg zu stehen – aus Sicht der Seele -, uns ansonsten aber recht wenig zurückzugeben. Der Körper kann natürlich viel mehr, als uns als Vehikel und substanzielle (materielle) Grundlage zur Existenz der Seele und des Geistes für eine kurze Erdenzeit zu dienen. Der Körper speichert alles aus der geistigen und seelischen, ja sogar kosmischen, Welt und macht diese spürbar bzw. erlebbar (erfahrbar). Die feinstofflichen Ebenen der Existenz, drücken sich im und durch den Körper aus. Es gibt viele Wege zur tiefen Erkenntnis über Leben, Tod und Transzendenz, und somit auch über das gesamte Dasein – so z.B. über unseren Verstand oder auch über die Gefühle und Emotionen. Der beste Weg, leider aber oft vernachlässigt, um Zugang zu diesen Erkenntnissen zu erlangen, ist der über unseren Körper. Der Körper hat hierbei als eine Art Seismograph und intelligentes inneres Archiv allem existenziell Erfahrbaren zu fungieren. Es ist eine Art Vermittler, Energie-Austausch- und Transformations-Ort, sowie Dreh- und Angelpunkt zwischen kosmisch-terrestrischen Kräften. Der Verstand, der in der westlichen Hemisphäre als das Wahrnehmungszentrum schlechthin gilt, ist zu sehr in die Verzerrungen der Gesellschaft eingebunden, und zu sehr manipulierbar bzw. durch falsche Bewertungen der Wirklichkeit, die wir eigentlich selber produzieren, unglaubwürdig. Unser Körper hingegen ist immer direkt und äußerst unmissverständlich – z.B. durch Symptome wie Schmerz. Sie können ihrem Körper in dieser Hinsicht immer vertrauen. Wenn ihr Körper krankt und schmerzt, dann will er ihnen etwas ganz bestimmtes aus ihrer Innenwelt mitteilen. Wenn wir lernen auf den Körper und seine Mitteilungen zu hören, dann haben wir einen direkten und unmissverständlichen Zugang zu dieser Innenwelt – wir werden uns unbewusster Inhalte bewusst. Doch leider haben wir heutzutage diesen direkten Zugang verloren, oder verleugnen diesen. Wir haben den wahrhaften Bezug zu unserem Körper, und damit auch zu unserem Kernselbst, dem ganzheitlichen Wesen, verloren – und sind dann völlig überrascht, wenn der Körper plötzlich lauter ruft, und sich über Symptome bemerkbar macht bzw. doch noch Gehör verschafft.

Das liegt daran, dass wir keinen Zusammenhang mehr zwischen uns (Innenwelt) und unserem Körper haben, und halten dann Krankheiten für Schicksalsschläge, die durch äußere Umstände (Bakterien, Strahlung, Stressfaktoren, uvm.) verursacht werden. In den Körper hineinzufühlen, auf ihn zu hören, ihn mit seinen Mitteilungen und Signalen wahrzunehmen, kann uns zu mehr Gewahrsein und Bewusstheit führen, so dass es möglich wird, Erkrankungen von der Wurzel her zu behandeln, oder auch psychische Fehlmuster zu erkennen und zu beseitigen. Sie haben zwei Möglichkeiten:

  1. Sie können solange warten bis sich ihnen der Körper ganz konkret und deutlich durch Symptome mitteilt oder
  2. Sie hören bereits bei den kleinsten Botschaften hin, nämlich den Verspannungen, Gefühlen und Empfindungen.

Alles beginnt mit einer Verspannung/Empfindung/Emotion

Und genau hier setzt die weiter unten folgende Übung an. Haben Sie sich auch nicht schon einmal die Frage gestellt, oder gar beobachten können, warum alle Menschen mit Erkrankungen, vor allem aber alle Menschen, die durch- und- durch psycho-somatisch krank sind, auch immer angespannt bzw. verspannt sind? Verspannungen sind zwar nicht die Ursache einer Erkrankung, aber häufig beginnt das spätere Leiden immer mit Verspannungen. Auch sind Verspannungen nur Symptome, der eine Ursache vorausgeht. Verspannung kommt von Spannung. Und so gesehen ist diese Ver-Spannung eine Erstarrung, Blockade, und ein Nichtfließen von Energien. Wenn Energie (oder Strom, wenn Sie so wollen) nur an einer Stelle bleibt – nicht fließt -, so ist eigentlich jedem klar, dass an dieser Stelle zu viel Spannung vorhanden ist und so – am Material – Schaden entsteht. Ähnliches passiert auch mit dem Körper, mit dem Unterschied, dass unser intelligentes und evolutionär ausgefeiltes Körper-System, derartige Schäden kompensieren kann bzw. diese weit hinauszögert – so gut es halt geht. Wir müssen versuchen Verspannungen abzubauen, und zwar sobald diese beginnen. So können sich Blockaden lösen und die Lebensenergien fließen. Diese Blockaden des Energieflusses kann vieles sein: eine unverarbeitete Emotion, ein Psychotrauma, eine Erfahrung, eine nicht integrierte Information uvm. Wenn wir unseren Körper nach Verspannungen absuchen, aktivieren und vervollständigen wir den Kreislauf unseres Energieflusses, und verbinden somit auch die Einheit von Körper und Seele.

Die Übung zur Wahrnehmung von Verspannungen (den leisesten Mitteilungen des Körpers) erfordert eine hohe Sensibilität und eine wache Aufmerksamkeit für die kleinsten Nuancen – so z.B. Atem, Druck, Stress. Sie müssen die subtilsten Signale und wahrnehmbaren Äußerungen des Körpers beachten und sich hierauf fragen woher diese Signale und Empfindungen kommen. Achten Sie dabei auf wiederkehrende Muster. Was denken Sie immer, wenn sich ihr Nacken mal wieder verspannt anfühlt? Ihre Füße schmerzen, weil Sie zu viel gegangen sind… vielleicht weil Sie sich dazu gezwungen haben, um hiermit an Körpergewicht zu verlieren… was haben Sie dabei gedacht? Will ihnen der Schmerz vielleicht sagen, dass Sie lieber einen Gang runterschalten sollten und das Abnehmen langsamer angehen sollen?

Körperreise – Übung zur Körperwahrnehmung

Nehmen Sie sich an einem ruhigen und ungestörten Ort für ca. 10-20 Minuten Zeit. Auch einen Stift und ein Notizbuch zum Eintragen ihrer Erfahrungen bzw. Erkenntnisse aus der Körperwahrnehmung sollten Sie stets bereithalten – auch im Hinblick darauf, wiederkehrende Denkmuster zu erkennen, die bei bestimmten Körperwahrnehmungen immer wieder auftauchen. Noch eines vorweg: nicht immer werden Sie Empfindungen beschreiben oder die Körpersignale interpretieren können. Keine Sorge, denn dies ist zu Beginn ihrer Übung ganz normal. In so einem Fall ist es wichtig die Übung der Körperwahrnehmung über viele Wochen und Monate durchzuführen, und sich die weiter unten vorgestellten Fragen zu stellen.

Schritt-Schritt-Anleitung der Körperreise

Schritt 1:

Atmen Sie bewusst ein und aus. Spüren Sie dabei – intensiv – wie die Atemluft ihren Körper durchströmt; spüren Sie die Wärme oder Kälte der Luft an ihren Nasenflügeln; spüren Sie dabei auch, wie sich ihre Brust und ihr Bauch weitet; spüren Sie die reinigende Kraft und die Dynamik der Ein- und Ausatmung.

Schritt 2:

Verweilen Sie gedanklich eine Zeit lang in verschiedenen Bereichen ihres Körpers – egal ob Sie verspannt sind oder nicht. Atmen Sie hierbei in diese Bereiche hinein und stellen Sie sich dabei vor, wie der eingeatmete Sauerstoff – oder auch Energie – in jede Körperzelle dieses Bereichs gelangt und dort sein gutes Werk verrichtet.

Schritt 3:

Notieren Sie sich immer ganz genau was Sie in den einzelnen Körperzonen wahrnehmen bzw. spüren. Auch wenn Sie nichts zu spüren meinen, ist dies bereits eine Wahrnehmung bzw. Empfindung, nämlich die Empfindung des “Nichtspürens”. Notieren Sie sich auch diese Empfindung und fahren Sie mit der Körperreise (von Kopf bis Fuß) fort. Notieren Sie sich einfach alles ganz genau- egal was es ist.

Schritt 4:

Atmen Sie bei dieser Körperreise solange bis Sie alle Körperregionen (Kopf, Arme, Beine, Schultern etc.) abgedeckt haben. Zum Schluss atmen Sie durch einen imaginären Punkt (z.B. am Kopf oder auch an den Füßen) ein und aus. Lassen Sie dabei ihren gesamten Körper belebend durchströmen. Ihr ganzer Körper atmet.

Schritt 5:

Atmen Sie nun zum Schluss einige Minuten ganz normal und in Stille weiter tief ein und aus. Beenden Sie auch die Visualisierung. Reflektieren Sie über das bisher erlebte und machen Sie sich nun daran alles zu notieren. Die nun folgenden Fragen können ihnen dabei helfen, die wichtigsten Erfahrungen der Körperreise aufzuschreiben bzw. die dafür nötigen Gedanken zu ordnen.

Fragen zur Körperreise:

  • Wo traten am häufigsten Verspannungen oder Schmerzen auf?
  • Welchen Bezug haben diese Empfindungen zu ihrem Alltag?
  • Stammt die Verspannung z.B. aus einer Fehlhaltung oder einer nervösen Anspannung auf Grund einer schlechten Nachricht etc.?
  • Welche Gedanken und Gefühle hatten Sie in diesem Moment?
  • Wo werden diese Gedanken und Gefühle in meinem Körper gespeichert?Körperreise

Nach einer gewissen Übungszeit, wenn Sie also die Körperreise problemlos durchführen können, werden Sie bald fähig sein, schnell und sicher eine stimmige Körperwahrnehmung zu erreichen. Sie sind dann fähig immer und überall und ganz schnell herauszufinden, was ihr Körper ihnen mitteilen will.

Titelbild: Relax © ruurmo, Lizenz: CC BY-SA 2.0

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