Wieso der Islam am Ende ist und was danach kommt

Arabische Halbinsel
Coastline of Dubai, UAE. Photo by Christoph Schulz. Photo via Good Free Photos

Nichts sorgt in Deutschland mehr für Unruhe als der Bau von Großmoscheen, Verhandlungen über Aufhebung der Visa-Pflicht für türkische Staatsangehörige oder der IS. Bewegungen wie PEGIDA sind dabei nur die Spitze des Eisbergs und verbergen eine tiefgreifende gesellschaftliche Veränderung, die uns alle betreffen wird.

Die Situation in Deutschland

In den 50er Jahren wurden die ältesten Moscheen in Frankfurt und Hamburg von Muslimen der Ahmadiyya-Gemeinde erbaut und seitdem kannibalisieren sich die Islamverbände in aller Regel gegenseitig. Der erste Wechsel in den Führungsetagen der Verbände kam mit dem Zusammenbruch der Schah-Regierung im Iran und der sowjetischen Intervention in Afghanistan. Die große Zahl persischsprachige Muslime die ins Land kam, änderte die ethnische Zusammensetzung der Muslime in Deutschland nachhaltig und machte den späterem iranischen Staatschef Mohammad Chatami zum Direktor des islamischen Zentrums Hamburg.

Das Zeitalter des iranischen Einflusses endete als Prof. Sven Kallisch, ehemaliger Mitarbeiter des islamischen Zentrums Hamburg 2008, auf Druck türkischer Islamverbände von seinem Posten in der Ausbildung islamischer Religionslehrer entbunden wurde. Die geschätzten eine Million Flüchtlinge aus Nah- und Mittelost werden die zahlenmäßige Mehrheit der türkischstämmigen Muslime in Deutschland brechen. Derzeit machen Menschen mit türkischem Migrationshintergrund etwa 2/3 der geschätzten 4 Millionen Muslime im Land aus.

Großmoscheen, Aufhebung der Visa-Pflicht mit der Türkei oder Religionsunterrichts unter Aufsicht der DITIB sind der letzte Versuch Einfluss zu retten, der an öffentlichen Widerstanden scheitern wird. PEGIDA könnte ebenso gut Schattenboxen üben oder ein paar zusätzliche Löcher in den Rumpf der Titanic bohren, das Ergebnis wäre dasselbe.

Wieso der IS keine Bienen züchtet

Niemand erschießt jemanden, den er auch vergiften kann. Die zwei freundlichen Herrn der Geheimpolizei, die Kritikern wahlweise die Schusswaffe oder die Zyankali-Kapseln anbieten scheint sich der islamische Staat einfach nicht leisten zu können. Vielmehr ist der IS darauf angewiesen, Gegner medienwirksam in Säurebäder zu werfen oder mit dem Bulldozer zu überfahren.

Jedes andere Terrorregime auf dem Planeten hingegen versteht, dass es sich am besten beim Bienenzüchten oder Hundewelpenstreicheln in den sozialen Medien zeigt. Die Hisbollah hat ihre Position im Libanon nicht durch Gewalt oder Terroranschläge erreicht, sondern durch Sympathien in der Bevölkerung. Gewalt ist ein Mittel, um Leute auf Spur zu halten, die ansonsten schon lange weg wären. Wachstum benötigt immer die Karotte und niemals den Stock. Eine Straßengang erwirbt sich Respekt, indem sie öffentliche Leitungen anzapft und den Strom kostenlos der Bevölkerung zur Verfügung stellt. Der IS sammelt die Gasflaschen der Bevölkerung ein, um sie als Behelfsartillerie grob Richtung Feind zu verschießen. Das wird nicht von Dauer sein, weil es nicht von Dauer sein kann.

Der Islam weltweit

Grundsätzlich geht es um die Entscheidung, die Botschaft anzupassen, sich zu öffnen und geheiligtes Zamzam-Wasser für 15,99 im Teleshop zu verkaufen, was weitere 20 Jahre bringt. Der türkische Fernsehprediger Harun Yahya ist ein Beispiel für jemanden, der es geschafft hat. Er hat das Kopftuch für Frauen abgeschafft, die Anzahl der Pflichtgebete auf drei reduziert und seine Imaminnen, die häufig seine Interview Gäste bilden, sind von Playboy-Bunnies auf den ersten Blick nur schwer zu unterscheiden.

Die andere Möglichkeit besteht darin, dass sich Gruppierungen bilden, die jeden, der eine Brille oder ein Buch besitzt, umbringen. Das ist nichts anderes als die nigerianische Gruppe Boko Haram, auf Deutsch etwa „Bücher sind Sünde“, vorexerziert. Die Ergebnisse sind letztlich die gleichen und der globale Trend nicht aufzuhalten. Am Ende des Tages ist der Nahe und Mittlere Osten die einzige Region der Welt ist, in der der Alkohol-Konsum zu- anstatt abnimmt.

Der Aufstieg der Neuheiden

Tatsächlich ist die Errichtung des ersten heidnischen Tempels in Island die bedeutendere Nachricht als Islam und IS. Das Bedürfnis Westeuropas richtet sich auf ein mehr an Spiritualität und nicht auf ein mehr an Regeln. Das Neuheidentum ist im Aufstieg und der politische Islam im Abstieg. Die christlichen Kirchen sind dabei überwiegend damit beschäftigt sich selber ins Knie zu schießen. Insbesondere die USA sind ein Land, dass ein Wählerpotential von rund 30 % evangelikaler Christen besitzt, die in den 90ern den Kampf gegen Satan ausriefen oder in dem die Riege Teleevangelisten groß wurden.

Diese Zeiten sind vorbei. Sie haben den Übergang auf die sozialen Medien nicht geschafft. Und Donald Trump ist der erste republikanische Präsidentschaftskandidat, der es wagt eine zumindest neutrale Haltung in Richtung Abtreibung oder Transsexualität einzunehmen. In der Regel ist das ein großes NoNo in Richtung der hohen evangelischen Wählerschaft, die zwar noch Reagan ins Amt brachte aber schon bei Ted Cruz zu schwach dazu war. Das aktuellste Beispiel zum Internet liefert die lutheranische Volkskirche Norwegens, die sich dem Internetzeitalter öffnen wollte und auf ihrem neuen Onlineportal Kirchen- ein und Austritte anbot, um mehr Mitglieder zu gewinnen. Das Resultat waren 15.000 Austritte in 4 Tagen bei 549 Neueintritten.

Die Rückkehr der Gurus

Zusammengefasst befinden wir uns im Informationszeitalter und nicht mehr im Industriezeitalter. Während im Industriezeitalter die Massenproduktion und Großprojekte im Mittelpunkt standen haben Fortschritte in Technologie und Produktivität zu immer spezialisierten Angeboten geführt. Am Ende der Entwicklung steht die Individualreligion mit lokalen Gruppen von 15 bis 20 Mitgliedern, die zu alten nordischen Göttern, den Hexen der Wicca, zu Zeus, Baal, Kek oder tausend anderen Göttern beten und sich zu wöchentlichen Gottesdiensten vor ihrem Youtube-Guru versammeln. Es ist dabei unerheblich, ob Islamverbände Großmoscheen errichten oder sich zum letzten König von Schottland ausrufen.

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Dominik Gross
Lehramtsstudium an der Universität Wien. Referendariat in Niedersachsen. Führt einen Blog auf dem er sich mit den Themen Islam und Spiritualität beschäftigt.

2 Kommentare

  1. Wie unvorstellbar DUMM sind die Muslime, die durch ihre Handlungen den Islam in Misskredit bringen! Aus christlichem Kontext ist mir vergleichbarer Schwachsinn vertraut.

    Wer leidet, hat kein Unterscheidungsvermögen mehr, sich eine Edelblase aus lauter Islam vorzustellen. Auf diesem Hintergrund betrachte ich auch diesen Artikel hier. Was soll das bloß?
    https://helalbeauty.de/index.php/2016/09/09/18-islam-fakten/#comment-53

    Mir ist nämlich gar nichts mehr geheuer, auch nicht die Vorstellungen, die Christen den Europäern mit dem Schwert abgewöhnt haben.

    Vielleicht helfen uns nur die Wesen von außerhalb der Menschheit, endlich mit diesen Dummheiten aufzuhören.
    http://www.dzig.de/UFOs_Warum-wird-die-Existenz-vertuscht

    Die Religionen aus dem nahen Osten mögen dort ihren Zweck erfüllen, wo sie entstanden sind, doch in Europa sind sie fehl am Platz. Wir brauchen weder Juden, noch Christen oder gar Muslime. Jeder löse seine Probleme in seine Heimat und lasse andere Völker in Ruhe!

    http://www.dzig.de/Kein_Tabu_Das_wahre_Gesicht_des_Islam

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