Erkennen

Erkennen

Der natürliche Lebensraum ist durch Gegensätze geprägt. Das Leben bewegt sich ganz selbstverständlich zwischen den Gegensätzen und nimmt die Polarität als Selbstverständlich auf.

Ein Sonnenaufgang oder ein Sonnenuntergang zum Beispiel zeigt die wunderbare Form der Polarität [1] unserer Welt auf, steht er doch für den Anbeginn des Tages oder den Anbeginn der Nacht (und ist je nach Wetterlage von einem Foto aus betrachtet nicht auf Anhieb von einander zu unterscheiden).

Ich komme zurück auf die Polarität von hell und dunkel. Ein Erleben eines besonders schönen Sonnenaufgangs oder -untergangs spendet eine wohltuende Empfindung. Doch andere Naturerscheinungen werden als kritisch eingestuft, wie z.B.: ein Unwetter.

Was macht den Unterschied?

Diese scheinbar überflüssige Frage ist einfach zu beantworten: Durch Unwetter kann körperlicher/materieller Schaden angerichtet werden, die Ernte droht auszufallen und das Heim zerstört werden.

Wir [2] stimmen in diesem Punkt überein, weil wir erkannt haben, dass dem so ist… eben jahrtausendelange Erfahrung des Menschen, logisch oder?

Doch haben wir den dahinter liegenden Prozess wirklich verstanden? Wenn ja, dann würden sich manche Debatten weder hitzköpfig noch gelangweilt darstellen. Ein positiv oder negativ Argument wäre stets der Begleiter der Erkenntnis: „Aha, der Wissensstand meines Gegenübers bewegt sich auf diesem Level… ist doch logisch dass diese Argumentation so gewählt wurde“… und genauso wie beim Unwetter könnte ich Handeln… Bei einem Missfallen der getätigten Aussage ziehe ich mich zurück oder bei Gefallen an dieser Aussage suche ich die Nähe, um mehr zu erfahren… Ergo ich beobachte in jedem Fall genau.

Wenn mir keine Polarität zur Verfügung steht, wie erlerne ich Wissen/Fertigkeiten und erkenne Fähigkeiten/Gesetzmäßigkeiten?

Ohne Polarität ist kein Wachsen (Wissensvermehrung) und Erkennen (Wissensanwendung) möglich. Wozu, wenn ich keinen Hunger kenne, sollte ich für mich Essen zubereiten?

Theophrastus Bombast von Hohenheim (Paracelsus)[3] erforschte mit seinem Verstand die Welt in der er lebte:

„Denn wie ein Kranker eines Arztes bedarf, so bedürfen die Dinge eines Philosophen, so wie ein Christ seines Erlösers, so bedarf auch ein jedes Werk seines Meisters… denn es ist die Aufgabe des Menschen, die Dinge zu erfahren und nicht blind darin zu sein… denn es ist nichts geschaffen, das dem Menschen nicht zu ergründen wäre…“

Aufgrund dieser Polarität ist es einfach zu verstehen, dass ein Satan [4] benötigt wird, dem all das Negative/Schreckliche zuordnet werden kann, genauso wie einem Gott [5], dem das Positive/Angenehme zuordnet wird. Es ist viel einfacher zu denken, ich bin fehlbar, weil eine negative Kraft mich dazu verleitet hat, als sich Selbst einzugestehen, dass der Fehler aufgrund meiner Unwissenheit oder meinem maßlosen Verlangen entstanden ist. Bei kleineren Verfehlungen ist es einfacher sich Selbst zu verzeihen, bei größeren wird es schon schwieriger und da hilft dieses Modell von „Gut und Böse“.

Warum ist dies so?

Durch die Verlagerung nach außen erhalte ich einen freien distanzierten Blick auf meine Handlungen und die daraus folgenden Geschehnisse. Im Moment, in dem diese Distanzierung stattfindet, habe ich die Möglichkeit den Prozess der Verfehlung zu beenden und mir Selbst einen neuen Freiraum zugeben, in dem ich von nun an Wirken möchte und zwar unbelastet von meinen eigenen Vorwürfen (Erkenntnisprozess) und unbelastet von den Vorwürfen der anderen (Vergebung).

Ich finde in den Zustand meiner Ursprünglichkeit oder meines eigenen absoluten Wissens (der sich aus meinen neuen Erkenntnissen geformt hat) zurück, dass heißt aber noch lange nicht, dass dieser Standpunkt ohne eine sogenannte Beeinflussung eingenommen wird. Denn allzu groß ist die Versuchung, jemanden von meiner Meinung so zu überzeugen und damit einen Mitstreiter zu gewinnen, den ich für eine weitere/andere Sache gut und gerne einzusetzen vermag… (Sprichwort: Die Kartoffeln für jemanden aus dem Feuer holen)

Aus jeder Erfahrung also ziehen wir Erkenntnisse, erlangen höheres Wissen und schützen uns so vor erkannten und möglichen Gefahren.

Übrigens, wurden anfangs diese erlangten Erkenntnisse ohne „Tauschmittel“ [6] weiter gegeben! Denn der Mensch wusste noch, dass er es alleine schwer hat. Fehler werden von Natur aus schnell und einfach geregelt: „Fressen und Gefressen werden.“… Schutz geben und Gedeihen lassen sind menschliche Attribute, die einer ursprünglichen Natur lebensspendende Freiräume abringen, in denen sich geistiges Wachstum [7] entwickeln kann. Aus diesem entwickelt sich geistiges Wissen und daraus entstehen göttlichen Fähigkeiten [8]. Wird diesem Prozess Aufmerksamkeit geschenkt, vermittelt dieser den Werdegang unseres Selbst: Aus der ursprünglich, ja auch lebensfeindlichen Natur, zu einer dem Körper Schutz spendenden Umgebung, in welcher der menschliche Verstand über seine Ursprünglichkeit hinaus wachsen kann und fähig wird göttliche Attribute [9] zu entdecken und erwerben.

Nun wie fühlt sich denn ein sogenannter „göttlicher Prozess“ an?

Im kleinen hat ihn jeder von uns erlebt, ausnahmslos! Denken Sie doch mal an Ihren ersten Schritt und insgesamt an die Phase des Gehen-Lernen’s zurück: Unbeholfen doch wagemutig erfolgt der erste Schritt, (zuvor wurden vielleicht einige Tischdecken herunter gezogen, irgendwo muss man sich ja festhalten…) um dann Sekunden später in den auffangenden Armen Schutz zu finden. Ein erfreutes Lachen, ein strahlendes Gesicht, aufmunternde Worte, tatkräftige Unterstützung von außen…

Was muss das für ein außergewöhnliches Glücksgefühl gewesen sein, denn ich habe für meine Anstrengung volle Unterstützung erhalten, ohne wenn und aber (göttliche Erkenntnis?!).

Der Grund weswegen wir auf negative Schlagzeilen mit großer Aufmerksamkeit regieren, kann bereits im Fehlen dieser vollen Unterstützung gefunden werden: Ich strenge mich an, Handel entsprechend und sehe in höchst besorgte und schockierte Gesichter, erkenne die ablehnende Haltung und höre derbe Worte… richtig beängstigend, was da auf mich zu kommt. Ich bin auch sehr schockiert über mein Verhalten…

Ab nun kann die ganze Geschichte Methode bekommen:
Um nochmal einen Schock zu vermeiden, schaue ich mir ganz bewusst das als negativ Benannte an. Ich will es förmlich ergründen, denn wenn ich weiß wie es funktioniert, kann ich es vermeiden. Bingo, denn dann bin ich meinem Ziel schon einen Schritt näher. Ich muss mich jetzt nur noch ein bisschen mehr anstrengen und dann wird das schon werden, mit dem ganz großen Glück und der riesengroßen Freude, ohne wenn und aber…(werde lenkbar; Wer mehr darüber erfahren möchte kann sich gerne mit der Kognitionspsychologie [10] auseinandersetzen)

Also schenke ich meine Aufmerksamkeit dem… Negativen…denn ich beginne zu selektieren!

Doch es kommt der Punkt an dem ich hinterfrage… und ich fange wieder an… mir Selbst Aufmerksamkeit zu schenken…

Was will ich eigentlich?

Ich betrachte meine Gefühle…

… und viele Interpretationen später, kann ich zu der Überzeugung kommen: Es muss doch mehr als nur Materie geben.., denn viele andere als ich Selbst kennen diesen Prozess… und benennen ihn mit Selbsterkenntnis.

Die Suche nach „der Göttlichkeit“ kann beginnen.

Viel Freude beim Nachdenken… auch über Ihre eigenen innewohnenden Talente. [11]

Gruß Charis


[1] Polarität; Bedeutung Wikipedia
Polarität ist ein Ausdruck der Philosophie für das Verhältnis sich gegenseitig bedingender Größen.

[2] Wir; Bedeutung Duden:
1. steht für mehrere Personen, zu denen die eigene gehört, für einen Kreis von Menschen, in den die eigene Person eingeschlossen
2. (a) ich (als Pluralis Modestiae) BEISPIEL im nächsten Kapitel werden wir auf diese Frage noch einmal zurückkommen
2. (b) ich (als Pluralis Majestatis; in Großschreibung) BEISPIEL Wir, Kaiser von Österreich
3. in vertraulicher Anrede, besonders gegenüber Kindern und (veraltend) Patient(inn)en; du, ihr, Sie; Gebrauch: familiär; BEISPIELE: – das wollen wir doch vermeiden, Kinder – nun, wie fühlen wir uns denn heute?

Ich gebrauche „wir“ wie unter 1. geschildert.

[3] Aus der Lektüre:
Liber de nymphis, sylphis, pygmaeis et salamandris et de caeteris spiritibus” ( = Buch über die Nymphen, Sylphen, Pygmäen, Salamander und die übrigen Geister) /1591
von Theophrastus Bombast von Hohenheim, Paracelsus

[4] Satan; Bedeutung Duden
1. Widersacher Gottes; Teufel; der Versucher
Gebrauch biblisch: BEISPIELE: – das Reich, die Macht des Satans – vom Satan versucht werden, besessen sein
2. Wendungen, Redensarten, Sprichwörter; BEISPIEL: hol dich der Satan/der Satan soll dich holen (salopp: Teufel)
3. boshafter Mensch (oft als Schimpfwort) Gebrauch: umgangssprachlich abwertend; BEISPIEL: er, dieses Weib ist ein Satan

Ich gebrauche „Satan“ wie unter 1. geschildert.

[5] Gott; Bedeutung Duden
1. (im Monotheismus, besonders im Christentum) höchstes übernatürliches Wesen, das als Schöpfer Ursache allen Geschehens in der Natur ist, das Schicksal der Menschen lenkt, Richter über ihr sittliches Verhalten und ihr Heilsbringer ist
2. (im Polytheismus) kultisch verehrtes übermenschliches Wesen als personal gedachte Naturkraft, sittliche Macht

Ich gebrauche „Gott“ wie unter 2. geschildert.

[6] Wer mag kann sich gerne über die Entstehung von Geld, Zahlungsmittel und Wirtschaftssystem im Internet und Buchhandel kundig machen. Dieser Prozess ist zu weitläufig um ihn hier kurz zu schildern.

[7] geistiges Wachstum; Kleine Anmerkung: Hellsehen/Mediumschaft/Heilen sind alles Folgen von geistigem Wachstum. Warum dann einen Salär verlangen? Wenn ein Mensch schon diese Fähigkeiten besitzt, warum hat er dann kein Vertrauen in seinen Gott, dass er ihn auch mit dem nötigen versorgen wird? Sprich Wohnung, Unterhalt und Nahrung? Denn der Geheilte und auch dem, der aus seelischer Not befreit wurde, wird sich aus sich selbst heraus dankbar erweisen wollen und freiwillig eine Spende anbieten, da er seiner Dankbarkeit Ausdruck verleihen möchte.

[8] göttliche Fähigkeiten; Unter diesem Begriff fasse ich die Mediumschaft, das Vollbringen von Heilungen und Wundern zusammen. Ein natürlicher Prozess, den jeder von uns zur gegebenen Zeit erwerben wird. Dieser Prozess ist nicht zu beeinflussen. Er geschieht aus dem erlangten und gelebten Wissen von Selbst. Prozesse die vorgeben ihn Beschleunigen zu können lehne ich ab!

[9] Attribut; Bedeutung Duden
1. (a) charakteristische Eigenschaft, Wesensmerkmal; Gebrauch bildungssprachlich: BEISPIEL: jemandem das Attribut der Unfehlbarkeit zuschreiben
1. (b) charakteristische Beigabe [als Kennzeichen] BEISPIEL: die Waage ist ein Attribut der Justitia
2. (a) wesentliche Eigenschaft, Wesensmerkmal einer Substanz; Gebrauch Philosophie: einem Substantiv, Adjektiv oder Adverb beigefügte nähere Bestimmung; Beifügung
2. (b) Gebrauch Sprachwissenschaft; BEISPIEL: das Attribut eines Substantivs

Ich verwende „Attribut“ wie in 2a geschildert.

[10] siehe Beschreibung in Wikipedia Kognitionspsychologie
Was die Kognitionspsychologie so drauf hat kann der Bericht („Wir alle sind immun gegen Fakten“ – Warum ignorieren Menschen ständig Tatsachen? erschienen unter bento) erläuterten. (Mir geht es nicht um die geführte Klima-Debatte!)

[11] Talent; Bedeutung Duden
1. (a) Begabung, die jemanden zu ungewöhnlichen bzw. überdurchschnittlichen Leistungen auf einem bestimmten, besonders auf künstlerischem Gebiet befähigt
1. (b) jemand, der Talent (1a)hat
2. altgriechische Gewichts- und Münzeinheit

Ich verwende „Talent“ wie unter 1a geschildert.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here