Wie man aufhört an sich selbst zu zweifeln, um seine Träume zu verfolgen

Treppen hoch gehen
Bild: by Unsplash

“Die Differenz zwischen dem was wir tun und fähig sind zu tun, reicht aus, um die meisten Probleme dieser Welt zu lösen.” Mahatma Gandhi

Ich habe die meiste Zeit meines Lebens mit einem herausfordernden Widerspruch gelebt.

Ich bin ein hoffnungsloser Idealist und Träumer. Und ich hatte auch bereits viel mit Angst, Sorge und Zweifel zu kämpfen, besonders als Erwachsener.

Sie können wahrscheinlich schon sehen, wie das das nach hinten los gehen kann!

So hatte ich zum Beispiel eine Idee, die ich gerne umgesetzt hätte.

Es war ein Vorhaben, das mich begeistern und riesig freuen würde. Etwas bei dem ich wüsste, dass ich mich energisch-enthusiastisch fühlen würde und begeistert wäre von der Möglichkeit mir diesen Traum zu erfüllen. Ich würde jedoch bald auf eine Herausforderung oder eine Hürde stoßen und Zweifel würden entstehen.

Das Resultat wäre manchmal so subtil, dass ich die Wirkung nicht einmal bemerken würde, – und letztendlich vermeiden würde, die Dinge zu tun, mit denen ich mein Vorhaben auch umsetzen würde.

Die Idee Klavierspielen zu lernen

Zum Beispiel als ich mich als Erwachsener entschloss wieder das Klavierspielen erlernen. Etwas das ich als Kind geliebt hatte und worin ich mich stundenlang verlieren konnte, vor allem während der anspruchsvollen Zeit, des Erwachsenwerdens. Ich war todunglücklich gewesen, als ich es als Kind aufgeben musste, weil wir das Klavier, auf das ich übte, zurückgeben mussten.

Daher machte ich mir ein Geschenk und kaufte ein Piano.

Ich war so aufgeregt. Es fühlte sich so gut an, mich mit einem Teil von mir zu beschäftigen, von dem ich dachte ihn vernachlässigt zu haben.

Aber als ich anfing zu üben mühte ich mich ab. Und ich begann zu bezweifeln, ob ich überhaupt in der Lage wäre das Klavierspielen, welches mir als Kind schien so leicht zu fallen, zu meistern.

Die Frustration stieg und ich fing an, immer weniger Aufwand und Zeit zu investieren. Ich gab es schließlich auf, inmitten von Ausreden doch keine Zeit dafür zu haben.

Andere Male waren die Auswirkungen des Zweifels viel deutlicher und schmerzlicher – nämlich Angst, endloses Aufschieben, Frustration und schließlich die Niederlage. Eine weitere Idee also, die auf dem staubigen Haufen von unerfülltem Potenzial landete.

Je älter ich wurde, desto schwerer wurde dieser Kreislauf. Ich wurde immer frustrierter und spürte mehr und mehr Druck zu versuchen meine Vorhaben auch umzusetzen.

Es fühlte sich an als ob mir die Zeit davonlief.

Ich kam zu dem Punkt, wo ich im Nachhinein realisierte, dass ich damals deprimiert war, obwohl ich es zu der Zeit nicht erkannte. Ich hatte mein Vertrauen in mich selbst verloren und meine Fähigkeit, die Dinge zu tun, die mir wirklich wichtig waren.

Gerne würde ich sagen, dass ich in der Lage war, in 5 leichten Schritten, die Kurve zu kriegen.

Die Realität aber ist, dass es eine lange und nichtlineare Reise der Selbstfindung, des unersättlichen Lernens, des Experimentierens und Ausprobierens sowie kleiner Erfolge und Misserfolge war, bis ich eines Tages erkannte, dass sich etwas im Kern meines Wesens verändert hatte.

Ich vertraute mir wieder.

Ich hatte etwas, von dem ich wusste, dass es immer da war, wiederentdeckt. Das Gefühl des zuversichtlichen Lernens und Experimentierens, das kleine Kinder haben, wenn sie an ihre Grenzen stoßen, ohne Angst verurteilt zu werden oder beschämt zu sein, wenn sie Fehler machen.

Ich konnte wieder Risiken eingehen. Kleine zu Anfang um Selbstvertrauen aufzubauen. Es fühlte sich richtig gut an. Ich fühlte mich lebendig, voller Hoffnung und Möglichkeiten.

Wenn ich jetzt eine Idee habe, bin ich in der Lage dementsprechend zu handeln (nun, die meiste Zeit zumindest!) und meine Energie und Motivation über einen langen Zeitraum aufrechtzuerhalten, damit die Idee auch zur Realität wird.

Die Transformation der Angewohnheit an sich zu zweifeln

Wenn irgendetwas aus meiner Erfahrung Ihnen bekannt vorkommt, dann haben Sie es auch: Die Angewohnheit an sich selbst zu zweifeln.

Und, freilich, wenn Sie ein Mensch sind, haben Sie definitiv diese Angewohnheit. Wie Stephen Pressfield in seinem Buch “Do the Work” (Schaffe die Arbeit) schrieb,

„Wir irren uns, wenn wir glauben, dass wir die Einzigen sind, die mit Widerstand kämpfen. Jeder, der einen Körper hat, erlebt Widerstand.“ (Widerstand ist das Wort, das er verwendet, um auf Angst, Sorge, Selbstzweifel zu verweisen – alles was dich davon abhält, das zu tun, was wichtig ist).

Jetzt, wo ich diese zutiefst zerstörerische Angewohnheit in mir selbst erkannt habe, sehe ich sie überall und höre sie raus, wenn andere Leute über sich selbst und ihre Ideen sprechen.

„Das würde ich gerne machen, aber ich glaube nicht, dass ich es kann.“

„Das wäre ein Traum, aber es wird wohl nie passieren.“

„Aber was ist, wenn ich nicht gut genug bin?“

Hört sich das bekannt an?

Und das Ergebnis wäre? Ich frage mich:

“Warum bemühen wir uns, es überhaupt zu versuchen?” Wir geben doch eh auf, bevor wir die notwendigen Anstrengungen anstellen, die zu einem erfolgreichen Ergebnis führen würden.

Zwei Ideen haben mir entscheidend geholfen, zum Einen diese zerstörerische Angewohnheit bei mir zu erkennen und zum Anderen die Wirkung abschwächen zu können, damit sich mein Selbstvertrauen in meine Fähigkeit, die Dinge zu tun, die mir auch wichtig sind, aufbauen kann.

1. Die Taten des Selbstvertrauens kommen zuerst; Die Gefühle des Selbstvertrauens kommen später.

Dr. Russ Harris, Autor von “The Confidence Gap” (Die Selbstvertrauenslücke), beschreibt die Selbstvertrauenslücke als den Ort, an dem wir stecken bleiben, wenn die Angst unseren Träumen und Ambitionen im Wege steht. Wir glauben, dass wir unsere Ziele nicht erreichen oder gar nicht erreichen können, bis wir uns selbstbewusst genug fühlen.

Das ist, wie er sagt, die falsche Regel, wenn es ums Selbstvertrauen geht, der man folgen sollte.

Die erste Regel beim Selbstvertrauen lautet: “Die Taten des Selbstvertrauens kommen zuerst; Die Gefühle des Selbstvertrauens kommen später.”

Ein Moment der Erkenntnis für mich.

Ich bemerkte, dass ich so viele Dinge aufgeschoben hatte, um auf den Tag zu warten, an dem ich mich spürbar zuversichtlicher fühlte!

Der Tatsache ins Auge schauend, dass dieser Tag wohl nie kommen würde, begann ich Ideen und Strategien auszuprobieren, um mir zu helfen kleine Schritte vorwärts zu gehen, die mir verhalfen, trotz Ängste und Zweifel, Selbstvertrauen aufzubauen.

2. Du kannst immer besser werden

Die andere Sache, die mein Denken tiefgreifend änderte und mir half, selbstbewusst zu Handeln, war die Arbeit von Carol Dweck, Ph.D, Autor von “Mindset”.

Durch ihre Forschung an der Stanford Universität fand sie heraus, dass Menschen in der Regel in zwei Kategorien unterteilt werden können, je nach ihren Überzeugungen über sich selbst – entweder in “Unveränderlichkeits-Denkweise” oder in “Wachstums-Denkweise”.

Menschen mit einer “Unveränderlichkeits-Denkweise” glauben, dass ihre Intelligenz und Talente unveränderbar sind, weshalb sie ihr Leben damit verbringen, sich zu beweisen. Ihr Selbstwert steht ständig auf der Kippe, und zu Versagen wird um jeden Preis versucht zu vermeiden. Wenn sie dann einmal Versagen, fühlen sie ein starkes Schamgefühl und sehen es als Beweis an, dass sie nicht gut genug sind.

Menschen mit einer “Wachstums-Denkweise” glauben, dass Talente und Intelligenz durch Anstrengung und Übung entwickelt werden können, weshalb sie Herausforderungen annehmen um zu wachsen und zu lernen. Herausforderungen werden begrüßt und betrachtet als DER Weg zu Lernen und sein volles Potenzial zu erreichen.

Ein weiteres großes Aha-Erlebnis für mich.

Ich erkannte, dass ich mit einer “Unveränderlichkeits-Denkweise” agiert hatte.

Immer wenn ich anfing an einem Vorhaben zu arbeiten, sei es an einem kreativen Projekt oder versuchte eine neue Fähigkeit, wie das Klavierspielen, zu erlernen, würde ich normalerweise aufgeben, sobald ich anfing mich abzumühen. Das Abmühen bedeutete für mich gleich “Ich kann nicht”; “Ich bin nicht gut genug.”

Wenn ich aber meine Denkweise wiedererkannte und es dann aus der Perspektive einer “Wachstums-Denkweise” betrachtete, konnte ich den Gedanken erfassen und mir sagen: “Ich lerne, ich kann durch Übung besser werden”. Das wiederum erlaubte mir, die nötige Mühe aufzubringen um meine Fähigkeiten weiter zu entwickeln und zuversichtlicher in dem Bereich zu werden.

Ich konnte das “Sich-Abmühen” umprogrammieren als einen Beweis, dass ich am lernen war und keinen angeborenen Fehler habe, über den ich mich schämen müsste.

Diese Änderung der Denkweise alleine hatte den größten Einfluss darauf, mir zu helfen fähig zu sein, zu handeln.

Handlungsschritte

1. Tun Sie, was auch immer Sie können, um sich Ihrer Gedanken während des Tages bewusst zu werden.

Was sagen Sie zu sich selbst? Wie sprechen Sie über sich zu anderen? Meditieren Sie, schreiben Sie Ihre Gedanken auf und machen Sie alles Notwendige. Es ist das Wichtigste, was Sie für sich selbst tun können.

2. Seien Sie bewusst bestrebt, jeden Gedanken oder jedes Gerede, der/das Sie untergräbt, zu beseitigen.

Wechseln Sie zu einer “Wachstums-Mentalität. Anstelle von Gedanken der Selbstzweifel wie “Was ist, wenn ich nicht kann?” oder “Was ist, wenn ich nicht gut genug bin?” versuchen Sie Gedanken wie “Ich lerne, es ist schwierig, aber mit Übung und Mühe werde ich besser” und fragen Sie sich selber Fragen wie: “Was kann ich heute tun, um meine Chancen auf Erfolg zu erhöhen?”

Üben Sie diese neue Denkweise immer und immer wieder, bis es zur Gewohnheit wird. Wie Tynan in Superhuman by Habit (Supermensch durch Gewohnheit) sagt,

“Neue Gewohnheiten sind Dinge, die du tust, aber alte Gewohnheiten sind Dinge, die du bist.”


Übersetzt aus dem Englischen von in5d.com. Das Original ist von Alison Breen und gibts auf tinybuddha.com, lizenziert unter CC BY-NC-SA 4.0.


Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here