8. Kontinent vor der Küste Australiens entdeckt

New Zealand in Sunglint

Ein Team, bestehend aus 11 Geologen, aus Neuseeland und Australien hat den 8. Kontinent der Welt entdeckt.

94% liegen unter Wasser im südwestlichen Gebiet des Pazifischen Ozeans. Mit 4,9 Millionen Quadratkilometern Landmasse ist der kleinste Kontinent der Welt -[1]www.rt.comSpitzname Zealandia – der jüngste, dünnste und der am meisten untergetauchte Kontinent der Welt. Seine Krustenstärke liegt zwischen 10 km und 30 km und steigt auf 40 km unter den Teilen der südlichen Insel von Neuseeland.

Den Forschungsergebnissen zufolge, die in der Zeitschrift GSA Today (von der Geological Society of America) veröffentlicht wurden, umfasst Zealandia ungefähr zwei Drittel des benachbarten Australiens. Damit ist es der siebtgrößte geologische Kontinent.[2]earthsky.orgZealandia, das ungefähr dieselbe Fläche hat wie Indien, war scheinbar früher einmal Teil des Superkontinents Gondwana (wie auch Indien, Australien, die Antarktis, Afrika und Südamerika), der vor 100 Millionen Jahren versunken ist.

Zealandia ein Kontinent?

Bisher hielten Forscher Zealandia für eine zusammengewürfelte Collage aus Fragmenten der kontinentalen Kruste. Andere, darunter auch der National Geographic, bezeichneten Zealandia als ein Mikrokontinent: eine gut definierte Landmasse, das die geologischen Merkmale aufgrund seiner kontinentalen Kruste erfüllt, aber geologisch vom nächsten Kontinent, in diesem Fall Australien, getrennt ist.[3]news.nationalgeographic.comAber der führende Autor Nick Mortimer, der ein Team von acht Geologen beim GNS Science leitet (Geological and Nuclear Sciences kurz GNS = Geo- und Nuklearwissenschaften), ist anderer Meinung:

„Das Gebiet von Zealandia, welches größer als 1 Mkm2 (Milliarde Quadratkilometer) und von klar definierten geologischen und geografischen Grenzen umgeben ist, ist nach unserer Definition groß genug, um es als Kontinent zu bezeichnen. Mit 4,9 Mkm2 ist Zealandia wesentlich größer als alle Formationen, die als Mikrokontinente und kontinentale Fragmente bezeichnet werden. Zealandia ist ungefähr 12× so groß wie Mauritius und 6× so groß wie Madagaskar. Es ist auch wesentlich größer als die Fläche der größten intraozeanischen magmatischen Großprovinz, das Ontong Java Plateau (1,9 Mkm2).“

Die Geologen, die schlussfolgerten, dass Neuseeland und Neukaledonien nicht nur Inselketten sind, sondern Teile einer 4,9 Millionen Quadratkilometer großen Region, die von Australien getrennt ist, hatten eine Reihe von verschiedenen geologischen und geophysikalischen Hinweisen untersucht, um Argumente für Zealandia zu finden, – dass es sich nicht nur um eine Sammlung von teilweise untergetauchten kontinentalen Fragmenten handelt, sondern um einen, seit mehr als zwei Jahrzehnten, verbundenen 4,9 Mkm2 großen Kontinent.[4]www.sciencenews.org

Spatial limits of Zealandia
Räumliche Grenzen von Zealandia, © geosociety.org

Der Name und die “Entdeckung” von Zealandia

Der Name Zealandia wurde erstmals 1995 von dem amerikanischen Geologen Professor Bruce P. Luyendyk von der University of California verwendet, der ihn als Sammelbegriff für Neuseeland, der Chatham Rise (Rise=Erhebung), dem Campbell Plateau und der Lord Howe Rise verwendete. Zealandia wird vielmehr als “Realisierung” und nicht als eine “Entdeckung” bezeichnet, da Neuseeland von einigen Experten auf dem Gebiet bereits seit Jahren als ein Kontinent angesehen wird. In der Zeitung “Zealandia: Der verborgene Kontinent der Erde” (Zealand: Earth’s Hidden Continent) schreibt Mortimer:

„Es handelt sich nicht um eine plötzliche Entdeckung, sondern um eine allmähliche Erkenntnis;[5]www.geosociety.orgNoch vor 10 Jahren hätten wir nicht die akkumulierten Daten oder das Vertrauen in die Interpretation gehabt, um diesen Bericht zu schreiben. Seit der Name zum ersten Mal von Luyendyk (1995) vorgeschlagen wurde, hatte die Verwendung des Namens Zealandia für einen Kontinent im südwestlichen Teil des Pazifiks einen leichten Aufschwung erfahren.“

„Der wissenschaftliche Wert, dass Zealandia als Kontinent eingestuft wird, ist viel höher als nur ein zusätzlicher Name auf einer Liste. Dass ein Kontinent so untergetaucht und trotzdem verbunden sein kann, macht aus ihm ein nützliches und Denkanstöße gebendes geodynamisches Endstück bei der Erforschung des Zusammenhalts und der Trennung der kontinentalen Kruste.“

Simplified map of Earth’s tectonic plates and continents, including Zealandia
Vereinfachte Karte der tektonischen Platten und Kontinente der Erde, einschließlich Zealandia © geosociety.org

Die Merkmale von Zealandia

Es gibt keine offizielle Stelle, die neue Kontinente anerkennen könnte. Die Geologen glauben jedoch, dass Zealandia alle Schlüsselattribute besitzt (Erhöhung, Geologie, Krustenstruktur sowie die Fläche und Grenzen), die notwendig sind um als Kontinent betrachtet zu werden. Diese vier Merkmale, genau wie bei den sieben Kontinenten (Afrika, Antarktis, Australien, Nordamerika, Südamerika, Europa und Asien), sind:[6]www.forbes.com

  • Hohe Erhebungen relativ gesehen zu den Gebieten, die von der ozeanischen Kruste geplättet wurden;
  • Eine breite Palette an kieseligen, magmatischen, metamorphen und sedimentären Gesteinen;
  • Eine dickere Kruste und eine niedrigere Struktur der seismischen Geschwindigkeit im Vergleich zu ozeanischen Krustenregionen; und
  • gut definierte Grenzen um eine Fläche herum, die groß genug ist, um als ein Kontinent zu gelten, anstatt als ein Mikro-Kontinent oder kontinentales Fragment.

Also, was bedeutet die Entdeckung eines lang verborgenen Kontinents für die Menschen, die oben auf Zealandia leben?

Der Sydney Morning Herald stellt fest:

“Ein neuer Kontinent hätte vielfältige politische und ökonomische Auswirkungen: Die Frage, was zu Neuseeland und Australien gehört, besonders im Hinblick auf den Abbau von Rohstoffen in küstennahen Bereichen (Offshore) in der Region, muss klar definiert werden. Eine sechsjährige Studie des GNS-Wissenschaftsforschungsinstituts in Neuseeland (GNS – Science Research Institute) hat ergeben, dass sich in der Region, die der Küste vorliegt, zehn Milliarden Dollar an fossilen Brennstoffen liegen könnten.”[7]www.smh.com.au

Der Co-Autor dieser Studie Vaughan Stagpoole, Geophysiker und Leiter der Abteilung für Meeres-Geowissenschaften (Marine Geoscience) bei GNS Science (ein von Neuseeland finanziertes Forschungsinstitut), äußerte sich wie folgt:

„Zealandia einen Kontinent zu nennen, ist eher eine Formalität und größtenteils von wissenschaftlichem Interesse. In Bezug auf die ökonomischen Vorteile wie Mineralien, Öl und Gas, wurde das bereits vor einer Weile festgestellt. Momentan ist es eine eine technische Angelegenheit und eine, die die Macht des Volkes betrifft. Dies ist eine extreme Grenze.”[8]www.businessinsider.in


Übersetzt aus dem Englischen. Das Original ist von Vandita und gibts auf AnonHQ.com, lizensiert unter CC BY 4.0.


Quellenangaben, Fußnoten und Weiterführendes   [ + ]

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