Reality Transsurfing verstehen (Teil 3): Die Macht deiner Aufmerksamkeit

Aufmerksamkeit – die Währung deiner Seele

Wenn man Menschen fragt, was ihre knappste Ressource ist, sagen die einen „Zeit“, die anderen „Geld“ und wieder andere „Energie“. Kaum jemand antwortet spontan „meine Aufmerksamkeit“. Dabei ist genau sie der heimliche Dirigent deines Lebens. Nicht das, was du dir vornimmst, formt deine Realität, sondern das, worauf du immer wieder schaust, was du innerlich kommentierst, befürchtest, hoffst und gedanklich durchkaust. Aufmerksamkeit ist der Lichtkegel des Bewusstseins. Wo er hinfällt, wird Erfahrung dicht, wird Wirklichkeit fest, bekommt das Leben Kontur. Alles andere bleibt Schatten, Hintergrundrauschen, ungenutztes Potenzial.

In einer Welt, in der Konzerne milliarden­schwere Geschäftsmodelle nur darum herum gebaut haben, deinen Blick zu fangen, festzuhalten und weiterzuverkaufen, ist das keine poetische Spielerei, sondern brutale Nüchternheit. Du bezahlst jeden Tag mit deiner Aufmerksamkeit – ob du willst oder nicht. Die eigentliche Frage lautet deshalb: Wer entscheidet, wohin sie fließt – du selbst oder das Skript, das durch Medien, Pendel und Gewohnheiten längst vorgeschrieben scheint?

Die Linse deines Bewusstseins

Man kann sich Aufmerksamkeit wie eine Linse vorstellen, die das diffuse Licht deines Bewusstseins bündelt. Solange dieses Licht überall gleichzeitig verstreut ist, geschieht wenig Konkretes. In dem Moment jedoch, in dem du deinen Fokus sammelst, entsteht Hitze, Richtung, Wirkung. Kinder machen das ganz selbstverständlich, wenn sie mit einem Brennglas Sonnenlicht auf ein Stück Papier konzentrieren, bis es braun wird, sich kräuselt und schließlich zu glimmen beginnt. Auf dieselbe Weise brennst du deine Aufmerksamkeit in bestimmte Bereiche deiner Realität ein.

Was du ständig beobachtest, worüber du dich echauffierst, worauf du hoffst oder wovor du dich ängstigst, wird energetisch „gefüttert“ – unabhängig davon, ob du es liebst oder hasst. Pendel, Ideologien, aber auch deine eigenen Sorgen leben genau von diesem Mechanismus. Sie locken mit Empörung, mit Drama, mit Versprechen oder mit Angst. Hauptsache, du schaust hin, reagierst. Dein innerer Scheinwerfer bleibt auf ihnen stehen, denn wo Aufmerksamkeit hingeht, folgt Energie, und wo Energie hinfließt, wachsen Formen.

Warum Pendel deine Aufmerksamkeit jagen

Dieses Prinzip gilt nicht nur „da draußen“, sondern sogar im eigenen Körper. Wer bewusst in eine schmerzende Region hineinspürt, bemerkt rasch, wie sich etwas verändert: Wärme breitet sich aus, die Atmung vertieft sich, Muskeln lassen los. Aufmerksamkeit zieht Blut, Nährstoffe und subtile Energie dorthin, wo sie verweilt. Qigong, Yoga, Meditation – all diese Systeme kreisen letztlich um dieselbe Fähigkeit: bewusst zu bestimmen, wohin der innere Lichtkegel sich richtet.

Unter Transsurfing-Gesichtspunkten ist das nichts anderes als die Schulung deiner wichtigsten Ressource: die bewusste Wahl der „Lebensspur“, die du gerade beleuchtest. Pendel, Mediensysteme und kollektive Stimmungen kämpfen deshalb erbarmungslos um dein Blickfeld. Sie brauchen kein Blut, keine Unterschrift, nur dein fortwährendes inneres „Ja“ in Form von Aufmerksamkeit. Wer diesen Mechanismus nicht durchschaut, wundert sich später, warum die eigene Realität sich exakt entlang der Themen entwickelt, die am meisten gefürchtet oder befeuert wurden.

Schlafwandler im Filmskript

Transsurfing beschreibt die Welt gerne als Film, und dieser Vergleich ist erschreckend treffend. Stell dir vor, dein Leben sei ein endloses Archiv von Filmszenen, rahmenweise angeordnet, bereits aufgezeichnet. Deine aktuelle Lebenslinie entspricht einem einzelnen Streifen in diesem Archiv, den der Projektor des Bewusstseins gerade abspielt. Die meisten Menschen verwechseln jedoch Leinwand und Projektor. Statt auf die Quelle ihres Lichts zu achten, starren sie auf das, was im Außen passiert, reagieren auf E-Mails, Gesichter, Nachrichten, Rechnungen, zufällige Kommentare – und bemerken nicht, dass sie ihren inneren Projektor längst aus der Hand gegeben haben.

Gedanken erscheinen als „meine“ Gedanken, Gefühle als „meine“ Gefühle, Entscheidungen als „meine“ Entscheidungen. In Wahrheit läuft ein Skript ab, und die Figur liest nur die Zeilen, die schon im Drehbuch stehen. Man kann das sehr einfach überprüfen: Beobachte dich einen Tag lang dabei, wie selten du wirklich weißt, was du gerade tust, warum du es tust und wie du es tust. Autofahrten, Gespräche, Scrollbewegungen, Routinen – und plötzlich gibt es diese kurzen Momente, in denen du wie aus einem Traum hochschreckst und denkst: „Ich war vollkommen weg.“

Genau diese Augenblicke sind kostbar. Für einen winzigen Moment bist du nicht mehr mit der Leinwand verschmolzen, sondern trittst einen Schritt zurück zur Quelle. Du nimmst dich selbst wahr und die Szene gleichzeitig. An dieser Stelle beginnt reale Wahlfreiheit.

Zwei Bildschirme, ein wacher Beobachter

Transsurfing spricht in diesem Zusammenhang von zwei Bildschirmen: dem inneren und dem äußeren. Auf dem inneren laufen Gedanken, Erinnerungen, Fantasien, innere Dialoge, katastrophische Drehbücher und süße Tagträume. Auf dem äußeren erscheinen Gesichter, Räume, Geräusche, Straßen, digitale Oberflächen – all das, was du als „Welt“ bezeichnest.

Solange der ganze Fokus im Kopfkino klebt, verflüchtigt sich das Hier und Jetzt: du wirst zum Geist, der an der Wirklichkeit vorbeilebt. Verliert sich der Blick ausschließlich draußen, in Ereignissen und Reizen, verwandelt sich der Mensch in eine Marionette, die an den Fäden von Skript und Pendeln hängt. Erwachen beginnt dort, wo beides gleichzeitig ins Bewusstsein rückt.

Ein einfacher innerer Satz hilft dabei: „Ich sehe mich. Ich sehe die Realität.“ In der Sekunde, in der beide Bildschirme bewusst sind – dein inneres Erleben und die Szene vor dir –, entsteht eine kleine Lücke zwischen dir und dem Film. Durch diese Lücke kannst du die Rolle wechseln. Du bist nicht länger nur die Figur, die im Drehbuch herumgeschubst wird, sondern der Beobachter, der entscheidet, ob er in dieser Szene bleiben oder in eine andere Spur wechseln möchte. Jede bewusste Wiederholung dieses Doppelfokus schwächt das alte Skript ein wenig und stärkt die Fähigkeit, deine Lebenslinie zu wählen.

Trigger im Alltag: kleine Risse im Skript

Niemand hält diesen Wachzustand stundenlang am Stück. Daher arbeitet Transsurfing mit kleinen Stolpersteinen im Alltag – mit Triggern. Du kannst dir etwa vornehmen, jedes Mal aufzuwachen, wenn du eine Türschwelle übertrittst, an der Kasse stehst, deinen Namen hörst oder dich im Spiegel siehst. In solchen Momenten hältst du kurz inne, spürst deinen Körper, bemerkst den Strom der Gedanken, lässt den Blick weich über den Raum gleiten und wiederholst innerlich: „Ich sehe mich. Ich sehe die Realität.“

Mit der Zeit werden solche Trigger zu feinen Rissen im Beton des Alltags, durch die immer öfter Licht fällt. Plötzlich fällt auf, wie oft du am Tag völlig automatisch reagierst. Ebenso deutlich erlebst du den Unterschied, wenn eine Antwort aus Wachheit kommt statt aus Reflex. Auf diese Weise entziehst du Pendeln Stück für Stück ihre Nahrung, denn sie leben von automatischen Reaktionen, nicht von bewusstem Gewahrsein.

Es gibt keinen Berg: Ziele ohne Schwere

Sobald diese Wachmomente häufiger werden, zeigt sich ein weiteres Hindernis: unsere Angewohnheit, jedes Ziel zu einem Berg zu machen. Innerlich wird erzählt, dass Glück, Berufung, Geld, Liebe „schwierig“, „groß“ oder „weit weg“ seien – und genau dadurch entsteht die Schwere, unter der man später zusammenbricht. Wichtigkeit bläht sich auf, pendelt hin und her, zieht Drama an. Der Witz dabei: Der Berg existiert nur in der Vorstellung, genährt von unbewusster Aufmerksamkeit.

In dem Augenblick, in dem du dir – bei voller Wachheit – sagst: „Es gibt keinen Berg“, bricht etwas in sich zusammen. Nicht das Ziel, sondern der künstliche Abstand zu ihm. Plötzlich wird der Weg flach, manchmal sogar abschüssig. Das Ziel liegt dann nicht mehr hinter sieben Prüfungen, sondern wenige Schritte neben deiner aktuellen Spur, erreichbar durch eine Reihe kleiner, unspektakulärer Entscheidungen. Du unternimmst keine heroische Expedition mehr, sondern gehst „zum Laden um die Ecke“, um abzuholen, was ohnehin für dich bereitliegt.

„Ich kann alles“ – eine Übung für den fallenden Berg

Eine einfache Übung besteht darin, mehrmals täglich einen tiefen Atemzug zu nehmen, mit der Einatmung das diffuse Lebensfeld um dich herum aufzusammeln, mit der Ausatmung den Körper zu entspannen und innerlich klar zu formulieren: „Ich kann alles.“ Nicht als Größenwahn, sondern als Rückgabe der Erlaubnis an dich selbst. Direkt im Anschluss wirkt der Satz „Es gibt keinen Berg“ wie ein Messer, das durch aufgeblasene Wichtigkeit schneidet. Probleme, die eben noch wie Monolithen wirkten, schrumpfen zu handlichen Aufgaben. Die Energie, die vorher in Sorgen und Selbstzweifel gebunden war, kehrt zurück – als ruhige Kraft, nicht als hektische Aufregung.

Wer dann mit dieser Art von Aufmerksamkeit „durch den Traum spazieren geht“ – durch eine Einkaufsstraße, einen Bahnhof, einen Markt –, erlebt eine irritierende, fast magische Verschiebung. Farben wirken klarer, Geräusche geordneter, Bewegungen stimmiger. Manche Menschen scheinen plötzlich puppenhaft abwesend, andere schauen unvermittelt herüber, als hätten sie etwas bemerkt, ohne zu wissen, was. In Wahrheit nehmen sie nur wahr: Hier steht jemand, der nicht vollständig in den Film eingesogen ist. Ein Mensch, dessen Aufmerksamkeit nicht komplett verkauft ist. Jemand, der nicht mehr auf jeden Reiz anspringt, sondern selbst entscheidet, welche Geschichte er weiterbeleuchten will. Genau an dieser Stelle wird Transsurfing praktisch – nicht in exotischen Ritualen, sondern im stillen, beharrlichen Training, die eigene Aufmerksamkeit zurückzuholen.


Gökhan Siris
Gökhan Siris
Gökhan Siris ist Autor und Blogger, Begründer des Kritzelprofiling® und der AbundanceCode®-Methode, freiberuflicher Graphologe, Numerologe, Manifestations-Coach, EFT-Coach, Vielleser, Bewusstseinsforscher, sowie ein Grenzgänger zwischen Verstand und Seele. Seit über zwei Jahrzehnten widmet er sich mit unerschütterlicher Hingabe den großen Lebensthemen: Entfaltung, Heilung, Esoterik, Spiritualität, Gesellschaft und Bewusstsein. Seine Arbeit verbindet intuitive Erkenntnis mit analytischer Schärfe – stets auf der Suche nach dem Wesentlichen hinter dem Sichtbaren. Mit einem feinen Gespür für verborgene Zusammenhänge und einer Sprache, die Herz und Verstand zugleich anspricht, schreibt Gökhan Siris nicht, um zu belehren, sondern um zu erinnern. Seine Texte laden ein, gewohnte Denkweisen zu hinterfragen, alte Muster zu durchbrechen und sich dem inneren Ursprung wieder zu nähern. Dabei versteht er es, komplexe Inhalte klar und berührend zu vermitteln – jenseits von Dogmen, Klischees oder schnellen Antworten. Gökhan Siris steht für Tiefe statt Trends, für Wahrhaftigkeit statt Taktik und für eine neue Form des Denkens, Fühlens und Wirkens. Seine Artikel berühren, provozieren und transformieren – nicht, weil sie dich verändern wollen, sondern weil sie dich erinnern: Du bist nicht der Beobachter. Du bist der Ursprung.

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