Der mit dem Wolf tanzt?

Wolf

Nix tanzen! Der Wolf am Schluchsee wurde kaltblütig ermordet

„Der tote Wolf, der vor einem Monat aus dem Schluchsee gezogen worden ist, ist erschossen worden.“ [1]

Diese Nachricht hat mich umgehauen! Nein, diese Meldung war der Anlass mich mit dem Wolf zu beschäftigen. Und da ist mir Folgendes zugefallen. Wie nun eine Leichenschau zeigte, wurde das Monster auf 4 Beinen aus dem Schluchsee im Juli dieses Jahres kaltblütig ermordet. Für diese Erkenntnis brauchte das Leibnitz-Institut für Zoo und Wildtierforschung schlappe 4 Wochen. Und warum hat es so lange gedauert? Ganz einfach, das Institut hatte nicht damit gerechnet, dass ihnen aus heiterem Himmel ein Wolf auf den Obduktionstisch fällt. Und so zog sich die Untersuchung über Wochen hin.

Weidmannsheil, Blattschuss, ein Monster weniger?

Jetzt fiel Ihnen endlich die Todesursache zu. In der Leber des Kadavers fanden sie doch tatsächlich ein Projektil. Weidmannsheil, Blattschuss, ein Monster weniger. Das war mein erster Gedanke und ich wollte bei Facebook schon ein „like-it“ posten! Doch dann besann ich mich und fragte mich, ob denn wirklich an dem Mythos vom bösen Wolf was dran ist? Aus diesem Grunde machte ich mich an die Arbeit und so kam eins zum anderen. Dabei war mir der Suchhahn „Google“ wieder sehr behilflich. Die Informationen, die mir durch Google zufielen, sollen nun dazu beitragen, dass Du die Angst vorm bösen Wolf verlierst. Also bleib dran und vernimm meine Worte.

Die Geschichte vom bösen Wolf

Egal, wie Du zu diesem Tier stehst und egal, was das liebe Vieh den Menschen in der Vergangenheit angetan hat, musst Du schon genauer hinschauen. Warum aus einem treuen Begleiter des Menschen der böse Wolf wurde, das hat eine lange Geschichte. Im aktuellen Fall gab es jedoch keinen einzigen Hinweis, dass dieser Wolf auf seiner Reise von Nord nach Süd Nutztiere wie Ziegen oder Schafe gerissen habe. Das angeblich so böse Tier ist aber auch über keinen Menschen hergefallen. Schon seltsam und da kann die Geschichte vom bösen Wolf irgendwie nicht stimmen. Sind Wölfe nicht einfach ganz wundervolle liebe Tiere? Diese Frage sei erlaubt, denn ein Blick in die Geschichte der Beziehung von Wolf und Mensch lässt genau diesen Schluss zu. Doch vor ca. 140 Jahren war mit der innigen Beziehungskiste erst einmal Schluss. Da wurde im Hunsrück der letzte Wolf in die ewigen Jagdgründe befördert.

Und heute ist es nur noch eine Frage der Zeit bis der Wolf wieder flächendeckend ausgewildert wird. Ob das jedoch sinnvoll ist, das ist eine Frage, die man sich hier schon stellen sollte. Da solche Tiere sich bisher in Gefangenschaft an den Mensch gewöhnt haben, werden diese auch in der Freiheit die Nähe des Menschen suchen. Das ist natürlich gefährlich. Nicht für den Mensch, sondern für das Tier! Der Wolf, der den Menschen zu nahe kommt, der muss halt immer mit einer tödlichen Patrone rechnen. Man kann deshalb mit Fug und Recht behaupten, dass die Beziehung von Wolf und Mensch aus den Fugen geraten ist. Und warum es soweit kommen musste, das lehrt uns die Geschichte.

Mensch und Wolf eine schwierige Beziehungskiste

War es doch noch vor vielen tausenden von Jahren so, dass dieses Raubtier verschiedene Stadien der Beziehungen zum Menschen durchlaufen musste. So war er in der Steinzeit noch als Jäger ein Konkurrent zum Menschen. Beide waren auf Beute aus und agierten im Rudel. Und so stritten sich der Mensch und der Wolf um die tägliche Mahlzeit. Doch dieser Konkurrenzkampf war geprägt von gegenseitigem Respekt. Es kam jedoch auch vor, dass man sich gegenseitig die Beute abnahm, oder aber auch in schlechten Zeiten der eine dem anderen als Futter diente. Doch im Laufe der Zeit war der Wolf das erste Tier, welches von Menschen gezähmt wurde. Das war, wenn denn die Zeitrechnung stimmt, vor ca. 14.000 Jahren.

Vom Raubtier zum Schoßhund

Und wie das Raubtier zum Schoßhund mutierte, das haben wir höchstwahrscheinlich unserer besseren Hälfte – den Frauen – zu verdanken. Nahmen diese doch ganz einfach die süßen Welpen und nährten sie an ihrer Brust. So kam im Laufe der Zeit eine innige Beziehung zu Stande. Und da die sozialen Strukturen von Mensch und Tier sehr ähnlich waren, wurde das Raubtier allmählich zum Schoßhund. Das Raubtier gewöhnte sich schnell an das Leben unserer Vorfahren an. Wie kein anderes Tier wurde der Wolf so zu einem treuen Begleiter des Menschen. Weiterhin tat sich der Gefährte des Menschen, bei zufallender Gefahr, auch als Beschützer hervor. Eine rundum gute Beziehung!

Nicht nur das, nein, auch bei der Jagd war auf ihn Verlass. Das, was den Wolf einst mal ausmachte, nämlich als Raubtier im eigenen Rudel auf die Jagd zu gehen, das verlor sich im Laufe der Jahrtausende. Durch spezielle Züchtungen wurden aus dem Wolf der Pudel, der Rauhaardackel, der Zwergpinscher und viele andere Hunderassen. Doch Vorsicht, auch die kleinste „Ratte“ kann noch sein Revier verteidigen und zeigen, dass noch ein bisschen Wolf in ihm steckt. Doch im Großen und Ganzen ist das liebe Vieh so böse, wie es vom Mensch erzogen/verzogen wird. Also keine Angst vorm bösen Wolf. Eigentlich schon, aber gegenüber dem Original ist es doch anders? Da kriecht beim Zweibeiner schon mal etwas Angst aus seinem Hintern.

Woher rührt eigentlich die Angst vorm Wolf?

Und da stellte sich mir gleich die Frage, woher denn die Angst vorm Wolf herrührt? Liegt es vielleicht an den Märchen, die uns als Kinder aufgetischt wurden? Haben Dir Deine Eltern nicht auch spannende Geschichten vom bösen Wolf vorgetragen? Und war es nicht so, dass diese gute Nacht Geschichten Dich manche Nächte um den guten Schlaf brachten? Denk doch nur mal zurück an die Geschichte vom Rotkäppchen. Siehst Du es nicht gerade jetzt vor Deinem geistigen Auge wie der böse Wolf die Oma verspeist und als Nachtisch noch das Rotkäppchen verschlingt? Und dann noch das Märchen vom Wolf und den 7 Geißlein, wo nur eines davon überlebte. Ich sehe es genau! Dir steht die Angst ins Gesicht geschrieben. Die Angst vor dem bösen Raubtier ist also nicht dem Zufall geschuldet! Die grimmigen Märchen sind schuld, dass wir den Wolf sofort mit Bösartigkeit in Verbindung bringen.

Hör zu, und werde Dir nun bewusst, dass es sich doch nur um Märchen handelt. Tatsächlich ist es doch so, dass Wölfe weder bösartig noch gefährlich sind. In Wirklichkeit ist es so, dass dieses liebenswerte Tierchen sich vor den Menschen fürchtet. Und deshalb musst Du Dir auch bei einem Waldspaziergang keine Sorgen machen. Der Wolf flüchtet wie jedes andere Tier, welches sich im Wald aufhält, vor den Menschen. Die Tiere wollen sich alle, wenn sie denn nicht gerade verhaltensgestört sind, vor den beseelten göttlichen Wesen verstecken. Deshalb siehst Du auch nur selten oder nie die wilden Tiere in der Natur. Und wenn Dir doch einmal ein Wolf im Wald begegnet, dann kannst Du davon ausgehen, dass er sich verflüchtigt.

Von der Ausrottung bis zur Versöhnung

Wie kam es eigentlich zur Ausrottung?

Und nun möchte ich ein paar Worte, was der Grund für die Ausrottung der Wölfe war, verlieren. Das war so: Der Hund und das Wildtier entwickelten sich immer mehr auseinander. Je mehr sich diese auseinanderentwickelten, desto fremder wurden sich Wolf und Mensch. Die Menschen waren fortan damit beschäftigt viele andere Wildtiere zu zähmen. Zu dieser Zeit begannen die Menschen auch immer mehr Land für sich in Anspruch zu nehmen. Der Wolf wurde dadurch immer mehr zurückgedrängt und es kam dann schon mal zu unliebsamen Auseinandersetzungen. Das führte infolge dazu, dass der Mensch dem Jäger auf vier Pfoten immer mehr feindlich gegenüberstand. So entstand auch in vielen Märchen ein Feindbild gegenüber dem Wolf. Das Raubtier wurde auf einmal als gefährliche blutrünstige Bestie dargestellt. Die Märchen waren somit Mittel zum Zweck. Sie lieferten den Grund, um den Wolf zum endgültigen Abschuss freizugeben.

So kam es, wie es kommen musste! Der Wolf verkam zu einem Objekt des Hasses und wurde aus diesem Grunde in weiten Teilen Europas ausgerottet. Er musste ganz einfach für eine wildgewordene Horde Mensch Platz machen. Das wird aber der Natur des Wolfes nicht gerecht. Kommt Dir diese Vorgehensweise nicht irgendwie bekannt vor? Ist es nicht so, dass mit solchen Mitteln auch Menschen aus dem Weg geräumt werden, die das System kritisch hinterfragen? Das nur so am Rande, aber darüber solltest Du auch mal nachdenken. Vielleicht ist es doch so, dass Du weder vom Wolf, noch von einem Menschen, der als Nazi betitelt wird, Angst haben musst.

Ist die Angst vorm Wolf begründet?

Ist also die Angst vorm bösen Wolf unbegründet? Hier die Antwort: Bisher war es so, dass diese Raubtiere nur selten Menschen angegriffen haben und wenn sie es dennoch taten, dann sollte man schon genau hinschauen, warum sie außer Kontrolle gerieten. Wollten sie sich vielleicht nur ihrer Haut wehren, oder gab es andere gute Gründe sich mit den Menschen anzulegen? Grundsätzlich ist es so, dass Wölfe menschliche Siedlungen meiden, aber wenn die Not am Größten ist, dann machen auch Wölfe mal die eine oder andere Ausnahme. So zum Beispiel im Mittelalter, wo sie zur Winterszeit oft unter großer Hungersnot litten.

Und der Grund für die Misere war bei Hinz und Kunz zu finden, denn diese beiden Strolche holzten immer mehr die Wälder ab und erschossen das Wild, welche für die Wölfe die Lebensgrundlage darstellten. Sicher kannst Du Dir nun gut vorstellen, dass sich diese hungrigen Wölfe in ihrer Not über Haustiere und Menschen hermachten. Aber auch die Menschen litten unter den widrigen Verhältnissen. Und wenn dann der Wolf einer Familie noch die letzte Kuh wegschnappte, dann verstehst Du auch warum das Verhältnis zwischen Wolf und Mensch aus den Fugen geraten musste. Und wenn Du bis hierher alles verstanden hast, dann siehst Du doch sicher ein, dass es höchste Zeit ist Mensch und Tier zu versöhnen.

Zeit für Versöhnung?

Ja, es ist Zeit für Versöhnung! Nicht nur mit dem lieben Vieh, sondern auch mit jedem Mitmenschen, den Du fälschlicherweise als Nazi, Antisemit oder Ausländerhasser bezeichnest. Einfach mal genauer hinschauen und mit Deinen Mitmenschen ins Gespräch kommen. Das kann schließlich dazu beitragen, dass die Angst gelöst wird. Gott sei es gedankt, dass immer mehr Menschen nicht mehr an Mythen und Sagen glauben, sondern sich, nach Prüfung der Fakten, eine eigene Meinung bilden. Und es wird die Zeit kommen, wo auch der letzte Hinterbänkler die Angst vorm bösen Wolf und vorm bösen Nazi verliert. Du weißt nach meinem Beitrag nun ganz genau, dass Du Dich weder vom Wolf, noch vom bösen Martin fürchten musst. Weder der Wolf, noch ich, sind böse. Okay, eine gewisse Schärfe ist bei mir nicht zu leugnen, wenn es um das Wort geht. Da hab ich schon mal eine scharfe Zunge.

Warum unsere Wälder den Wolf brauchen

Da Du mittlerweile verinnerlicht hast, dass dieses Tier alles andere als böse ist, wirst Du Dich sicher weiter fragen, warum man gerade dran ist das Raubtier wieder auszuwildern? Ganz einfach ist es so, dass Wölfe für das natürliche Gleichgewicht in Wäldern sorgen. Wölfe sind die einzigen großen Raubtiere welche dafür sorgen, dass der Wildbestand konstant und gesund bleibt. Indem sie das Kranke und das Schwache im Wald erlegen kommt alles wieder in eine wunderbare Ordnung. In der Vergangenheit ist in deutschen Wäldern das Gleichgewicht aus den Fugen geraten. Und genau aus diesem Grund versucht man diese Fehler wieder rückgängig zu machen. Der Wolf ist mittlerweile in Deutschland, bis auf ein paar wenigen Ausnahmen, wieder herzlich willkommen. Und ich denke mir, dass ich durch meine Aufklärungsarbeit dazu beitragen konnte, dass Du Dich nicht mehr vom „bösen“ Wolf fürchten musst.

In diesem Sinne verbleibe ich mit besten Grüßen Dein Martin M. Luder (info-at-lefpilk.de)

Quellen

  1. https://www.badische-zeitung.de

Von der Würde der Tiere

Tiere, hier Kühe, werden geköpft in Nepal
Who says "i am hindu", this pictures proves he's incorrect. © Amit.cr.yadav, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die Verdrängung vom Leid der Tiere

„Weh dem Menschen, wenn nur ein einziges Tier im Weltgericht sitzt“. – Christian
Morgenstern (1871 – 1914)

Selten habe ich solche Schwierigkeiten gehabt, mich einem Thema sprachlich anzunähern, wie diesem, obwohl es in meinem Herzen tief verankert ist. Für das Leid der Tiere fehlen mir die Worte. Natürlich könnte ich von ihren unsäglichen Qualen berichten, ich könnte mit anklägerischer Attitüde auf das hinweisen, was ihnen mitten unter uns Tag für Tag millionenfach angetan wird, aber ich habe nicht mehr die Kraft dazu, es würde mich innerlich zerreißen.

Aus diesem Grund meide ich inzwischen auch jede Dokumentation, die sich dieses traurigen Themas engagiert annimmt. Insofern unterscheide ich mich keinen Deut von meinen Mitmenschen, ich bin wie sie zum Verdränger geworden. Mit einem Unterschied: die Verdrängung macht mich nicht frei, denn ich höre sie unentwegt, die Schmerzensschreie unserer gefolterten Mitwesen, die den Planeten wie eine akustische Qualschicht umgeben. Dieses Hörvermögen, das nicht über die Ohren funktioniert, scheint unter Menschen allerdings kaum ausgeprägt zu sein.

Die Grausamkeit gegen die Tiere

Wie schrieb der französische Nobelpreisträger Romain Rolland bereits vor hundert Jahren?

„Die Grausamkeit gegen die Tiere und auch schon die Teilnahmslosigkeit gegenüber ihren Leiden ist meiner Ansicht nach eine der schwersten Sünden des Menschengeschlechts, sie ist die Grundlage der menschlichen Verderbtheit“.

Und genau diese Teilnahmslosigkeit, von der Rolland sprach, ist es, die mich an vielen meiner Mitmenschen erschreckt. Noch vor fünfzig Jahren stritten Wissenschaftler allen Ernstes um die Frage, ob Tiere Schmerz empfinden. Wir wissen von den Verbrechen, die im Namen der Wissenschaft in sogenannten Tierversuchen jährlich an dreihundert Millionen unschuldiger Kreaturen verübt werden.

Hat man sie gesehen, die Affen, deren Köpfe in Schraubstöcken klemmen, während ihre Schädeldecken längst im Abfall gelandet sind? Kennt man sie, die Hunde, deren Augen bei lebendigem Leibe heraus geschnitten werden? Fühlt man die Schreie der Katzen, die mit dosierten Hammerschlägen auf den Kopf zu zerstückelten, zuckenden Reflexgebern degradiert sind?

Die Liste ließe sich ad finitum fortschreiben, denn in nichts hat sich der Mensch bisher erfindungsreicher gezeigt, als im Ersinnen von Foltermethoden, die er entweder gegen sich selbst oder gegen seine Mitwesen anwenden kann.

Die Arroganz der Menschen

Mir ist unerklärlich, mit welcher Arroganz sich diese Spezies, die im entkleideten Zustand auf dem ästhetischen Niveau von Nacktmullen anzusiedeln ist, über alle anderen Lebewesen erhebt. Das hat ganz sicher mit unserem Unverständnis gegenüber dem filigranen Netzwerk der Natur zu tun. Schließlich kann man nur etwas beherrschen wollen, von dem man sich grundsätzlich getrennt weiß.

„Tiere sind nicht nur eine andere Spezies, sie sind andere Nationen und wir ermorden sie auf eigene Gefahr“,

sagt Philip Wollen, ehemaliger Vizepräsident der Citibank, der sich nach seinem Abschied aus der Finanzindustrie zum engagierten Tierrechtler gewandelt hat. Wollen weiter:

„Der Friedensplan, wird auf der Speisekarte entworfen. Frieden ist nicht nur die Abwesenheit von Krieg, sondern das Vorhandensein von Gerechtigkeit. Gerechtigkeit muss blind sein für Rasse, Hautfarbe, Religion oder Spezies. Wenn sie nicht blind ist, wird sie zu einer Waffe des Terrors. Und jetzt, in diesem Moment, herrscht ein entsetzlicher Terror in den Guantanamos, die wir Massentierhaltung und Schlachthöfe nennen.“

Die Tier-Menschen der Yuroks

Die Lakota sagen: Wer die Achtung vor Tieren verliert, verliert auch die Achtung vor den Menschen. So ist es ja auch gekommen. Sie behaupten, dass der Mensch an dem Tag sein Mitgefühl verlor, als er die Tiere als Ressource ansah und nicht mehr als seine Verwandtschaft. In vielen Sprachen der amerikanischen Ureinwohner wird dem möglichen Verlust des Mitgefühls noch heute auf ganz einfache Art begegnet.

Die Yuroks zum Beispiel nennen alle Lebewesen Menschen. Es gibt die Frosch-Menschen, die Wolf-Menschen, die Büffel-Menschen, die Menschen-Menschen. All diese Menschen haben ihr Mitgefühl, um all diese Menschen können sie trauern, wenn ihnen etwas Böses zustößt. Man kann um die durstigen Hirsch-Menschen trauern, um die Molch-Menschen, die im Winter nicht genug Regen abbekommen haben, um zu überleben, um die Lachs-Menschen, die es an den Staumauern vorbei nicht mehr flussaufwärts schaffen.

Das sind doch wunderschöne Gedanken, oder etwa nicht? Ich stelle mir gerade vor, wie die Welt wohl aussehen könnte, wenn auch wir sie im Herzen bewegen würden. Aber mittlerweile ist es ein Ding der Unmöglichkeit geworden, uns aufgeklärten Zivilisationsbürgern den Weg zum Frieden schmackhaft zu machen. Uns schmeckt die Haxe. Fleisch ist ein Stück Lebenskraft. Würstchen und Hamburger, das bringen wir unseren Kindern auch noch bei, hängen an den Bäumen rund um Wien, Frankfurt, Krakau oder Hamburg …

Die unumstößliche Wahrheit

Dabei ist es eine unumstößliche Wahrheit, dass alles was wir tun, denken und fühlen mit allen anderen Taten, Gedanken und Gefühlen sämtlicher Mitwesen auf diesem Planeten in ständiger Verbindung steht und einander bedingt. Aus diesem Konglomerat erwächst der augenblickliche Zustand der Welt. Je mutiger unser Handeln, je klarer und gerechter unsere Gedanken und je tiefer unsere Gefühle, desto mehr tragen wir dazu bei, dass sich die Gesamtlage zum positiven verändert. Aber bevor wir uns mit diesem esoterischen Schnickschnack die Laune verderben lassen, drücken wir uns lieber noch einen Dopplwopper rein …

Der 2005 verstorbene Schriftsteller und Umweltaktivist Carl Amery („Die ökologische
Chance“) brachte es treffend auf den Punkt:

„Wenn wir zum Abschluss unserer schmerzlichen Bilanz eine neue ethische Orientierung der Menschheit, zumindest ihres aktivsten und aggressivsten Teils, fordern, dann haben wir von der Tatsache auszugehen, dass noch nie die moralischen und ethischen Werte der Zeitgenossen so weit von den objektiven Anforderungen ihrer Epoche entfernt waren wie heute.“

Eric Hobsbawm (1917 – 2012), britischer Sozialhistoriker und Philosoph, stimmte in der
Analyse überein, setzte aber auf das Prinzip Hoffnung:

„Warum halten wir an einem System fest, das regelmäßig die fürchterlichsten Katastrophen produziert? Das die Umwelt ausbeutet und zerstört, den Ast also absägt, auf dem wir sitzen? Dabei hat der Mensch die Anlagen zum Guten wie zum Schlechten – und wie er sich benimmt, das kann man wohl ändern! Dass unsere Welt, immer noch oder endlich mal Heimat für alle werden kann – das ist doch ein schönes Ziel!“

Endlich mal Heimat für alle. So war es wohl gedacht.

Belege einer gigantischen Horrorstory

Zum Schluss möchte ich drei Szenen wiedergeben, die ich bei den Vorbereitungen zu meinem Roman „GO! – Die Ökodiktatur“ Anfang der 90er Jahre einigen Reportagen des Fernsehens entnommen habe. Es sind willkürliche Belege einer gigantischen Horrorstory, die einfach kein Ende nehmen will. Aber Horror ist ja angesagt heutzutage, also kann es für den einen oder anderen jetzt sogar prickelnd werden.

Szene 1

Die Kuh liegt mit ängstlich geweiteten Augen an Deck. Zwei Männer schlingen ein Seil um ihr gebrochenes Vorderbein und geben dem Kranführer ein Zeichen. Mit einem Ruck wird der massige Körper vom Boden gerissen und in luftiger Höhe über die Bordwand geschwenkt. Das Tier baumelt an seinem Bein wie an einem seidenen Faden, bis es am Pier klatschend zu Boden fällt. Es zittert auf dem Asphalt, zum Brüllen ist es zu schwach. Ein Mann im weißen Kittel nähert sich, stößt mit dem Gummistiefel gegen den zuckenden Leib und senkt den Daumen. Ein Schaufelbagger setzt sich in Bewegung. Er rammt seine Stahlzähne unter die Kuh und wirft das Tier zurück aufs Schiff, wo es verzweifelt mit den Hufen zuckt. – Return to Sender. Die Annahme dieser „rauhfutterverzehrenden Großvieheinheit“ (offizielle Bezeichnung für Rinder in der DDR) aus der Tierproduktion Nordfleisch wurde vom arabischen Empfänger wegen ihres schlechten Zustands verweigert.

Szene 2

Der gekachelte Kellerraum hallt von dem erbärmlichen Gewinsel eines Hundes wider. Das Tier, ein etwa vier Jahre alter Rottweiler, kauert mit eingezogenem Schwanz, aufgestellten Nackenhaaren und angelegten Ohren auf dem Steinfußboden. Aus Nase und Ohren sickert Blut. Sein Peiniger mit dem Tirolerhut bindet sich eine Gummischürze um, befestigt eine Schlinge um den kräftigen Hals seines Opfers und hängt es an einen Fleischerhaken, der in der Decke installiert ist. Anschließend prügelt er auf den zappelnden Körper ein, wobei er einmal die Runde macht, damit sich die Schläge schön gleichmäßig verteilen. Das sieht nicht nach Bestrafung aus, sondern nach eingefleischter Routine, nach Choreographie.

Nachdem die Peitschen-Partitur abgearbeitet worden ist, greift der Mann zu einem Bunsenbrenner, prüft die Schraubverschlüsse und stellt die Flamme ein. Der Hund hängt wie ein Sandsack von der Decke, nur die Hinterfüße treten panisch ins Leere. Als der Feuerstoß in lang gezogenen Bahnen sein Fell versengt und sich die Haut zu schwarzen Blasen aufwirft, reicht die Kraft nicht mehr zu hektischen Reflexen. Die Augen des Tieres aber bewegen sich noch immer entlang der Decke, als suchten sie die Pforte zum Himmel. – Nicht nur in Korea, auch in Europa und besonders in der Schweiz, zahlen Gourmets horrende Preise für die verbotene Delikatesse. Weltweit werden jährlich über zwei Millionen Hunde auf diese Weise zubereitet. Die Feinschmecker sind sicher, dass erst das Stresshormon Adrenalin dem Fleisch seine besondere Würze verleiht.

Szene 3

Arbeiter in verschmierten Gummischürzen schmeißen zappelnde Rinderföten in eine Betonwanne, wo ihnen mit Kanülen bestückte Plastikschläuche in die Leiber gerammt werden. Die kleinen Wesen mit den großen Köpfen und den geschlossenen, kaum ausgeprägten Augen rotieren auf dem Boden, während ihr rasendes Herz das eigene Blut aus dem Körper durch die Schläuche in riesige Plastikbehälter pumpt. Dies ist der erste und letzte Eindruck, den sich diese Geschöpfe von unserer Welt machen dürfen. – Zwei Millionen Föten werden auf diese Weise allein in Deutschland ausgesaugt. Endverbraucher sind die Pharmakonzerne, die mt dem Blut der Föten ihre Bioreaktoren auffüllen. Das Kälberserum dient zur Herstellung von Hightech-Medikamenten sowie als Nährlösung für Spendenorgane.

Und noch eine kleine Anekdote aus dem Anfang der neunziger Jahre, die mir in Erinnerung geblieben ist. Zur selben Zeit, als die letzten Wildpferdbestände in Australien vom Hubschrauber aus mit Maschinengewehren niedergemetzelt wurden, verurteilte ein Gericht in Melbourne einen Aborigine zu zwei Jahren ohne Bewährung, weil er in einem Naturschutzgebet einen Hasen gejagd hatte, um seiner hungernden Familie etwas zu essen zu geben. Auf seine Bemerkung hin, er hätte das Tier doch zuvor um Verzeihung gebeten, brach der Richter in schallendes Gelächter aus und ließ den Hammer fallen.

Finito, ich kann nicht mehr. Eigentlich habe ich diesen Artikel nur geschrieben, um der folgenden Botschaft noch einmal Nachdruck zu verleihen:

NICHT JEDER IST IN DER POSITION TIEREN ZU HELFEN. ABER JEDER IST IN DER POSITION IHNEN NICHT ZU SCHADEN.

Dirk C. Fleck

PS: Der Artikel wurde zu erst auf KenFM.de veröffentlicht.

Das BienenLandProjekt: Wir retten die Bienen – Ihr kriegt den Honig!

Bienenretter vom Bienenlandprojekt

Warum ein BienenLandProjekt?

Nach einem Jahrzehnte langen Rückgang von Bienenvölker und Imker nimmt die Bienenhaltung in Deutschland zwar wieder zu, jedoch hauptsächlich in den Städten durch Hobby-Imker. Auf dem Land dagegen sinkt die Zahl weiter, wodurch es in der Landwirtschaft und im Obst- und Gartenbau an Bestäubern fehlt. Das BienenLandProjekt will diesen Trend umkehren. Was genau ist das BienenLandProjekt? Wie soll das Ziel erreicht werden und wie können Sie helfen? All dies erfahren Sie in diesem Beitrag.

Die Ursache für das Verschwinden der Bienen

Das Chemikalien eine Ursache für das Verschwinden der Bienen sind ist spätestens seit der Studie von Easac im April 2015 belegt. Eine wesentlichere Ursache ist aber viel mehr das Imkersterben. Eine Studie in Mecklenburg-Vorpommern bestätigt diesen Trend auf dem Lande.[1] Eine mangelnde Rentabilität von vor allem kleineren Imkereien ist dafür verantwortlich, dass immer weniger Imker in ländlichen Gebieten eine Imkerei als Neben- und Haupterwerb betreiben. Von den Neu-Imkern sind zu dem die Hälfte im Rentenalter, wovon ca. 40% in den nächsten 5 bis 10 Jahren die Bienenhaltung altersbedingt aufgeben werden. Um 25 % wird in diesem Zeitraum die Zahl der Bienenvölker sinken, wenn keine Trendwende eintritt.

Wer das ändern will, muss dafür sorgen, dass die Bienenhaltung auch wirtschaftlich interessant ist. – Wolfgang Pfeffer

Die Lösung: Bienen in jedes Dorf!

Das Ziel des BienenLandProjekts ist es Bienen in jedes Dorf zu bringen. Dafür müssen kleinere Imkereien aber wieder ertragreich arbeiten können. Durch eine gemeinsame Vermarktung, ein professionelles Produktmarketing, eine Bereitstellung hochwertiger Geräte und einer Biozertifizierung kann das Ziel erreicht werden und Imkereien können wieder zu dem werden, was sie einmal waren.

Was genau ist das BienenLandprojekt?

Das BienenLandProjekt ist ein Projekt vom Eldeland Bioimkereiverein e.V. und wurde initiiert von Wolfgang Pfeffer. Mit dem Projekt sollen Neuimker/innen und eine Erzeugergemeinschaft für Biohonig in Südwestmecklenburg gefördert werden. Dieses Förderprojekt beinhaltet folgende Aspekte:

  • Einen fast kostenlosen Einstieg in die Imkerei, weil Material und Geräte bereitgestellt werden.
  • Eine Begleitung mit intensiven Schulungen und laufendem Coaching von Neulingen bis zum Erfolg
  • Einen günstigen Zentraleinkauf für Imkereibedarf
  • Eine Vermarktung des Honig überregional zu fairen Preisen
  • Zugang zu Bioläden und –märkten
  • Eine Verbesserung der Lebensbedingungen für Wild- und Honigbienen durch Landschaftsschutzprojekte

Für eine Arbeit mit Bienen können sich bereits viele Menschen begeistern. Es fehlt Ihnen jedoch an Know-how und Finanzmittel wegen den Kosten. Das BienenLandProjekt ist ein einmaliges Bienen- und Imkereiprojekt, dass Menschen ans Imkern bringt und einen möglichen Neben- und Haupterwerb in einem strukturschwachen ländlichen Raum unterstützt.

Vorteile einer Erzeugergemeinschaft (Zusammenschluss kleinerer Imkereien)

Gemeinsam profitabel

Das Herstellen von Honig in top Qualität bedeutet viel Handarbeit. Das gilt auch für eine artgerechte und naturnahe Bienenhaltung. Diese Handarbeit können vor allem kleine Imkereien gewähren. Das BienenLandProjekt setzt deshalb auf Klein-Imkereien, die durch einen Zusammenschluss so profitabel erzeugen können wie große Imkereien.

Bei großen Imkereien müssen viele Bienenvölker aus logistischen Gründen an einem Ort aufgestellt werden (mindestens 50). Der Ertrag pro Volk fällt dadurch geringer aus und die Bienen haben eine größere Konkurrenz mit anderen Bestäubern wodurch sie gestresster sind. Ein Problem, das Klein-Imkereien nicht haben.

Besserer Honig für den Verbraucher

Guter Honig ist viel Handarbeit. Industriell verarbeiteter Honig aus dem Supermarkt kann mit handwerklich erzeugtem Honig nicht mithalten. Auch können minderwertige Billigimporte heimischen Qualitätshonig nicht das Wasser reichen. Der Honig des BienenLandProjekts wird nicht homogenisiert (durch Druckfiltration und Erwärmen). Der Honig wird direkt abgefüllt, wodurch das “Auftauen”, d.h. das Erwärmen, um in großen Gebinden gelagerten Honig zum Abfüllen wieder flüssig zu machen, vermieden wird. Auf diese Weise entsteht ein Honig von erstaunlicher geschmacklicher Intensität und einer Vielfalt an Aromen.

Vom BienenLandProjekt werden Spezialitäten wie Presshonig, völlig unbearbeitete “Raw Honey” und von milden Akazienhonige bis fruchtig-blumige Kornblumenhonige erzeugt, die höchste kulinarische Ansprüche genügen.

Biozertifizierung

Das BienenLandProjekt setzt bei der Honigherstellung auf eine Biozertifizierung. Wegen der hohen Kosten, ist dies für kleine Imkereien oft nicht machbar. Eine Erzeugergemeinschaft dagegen ermöglicht eine Biozertifizierung die rentabel ist. Außerdem bietet sie einen Zugang zu Bioläden und –märkten, deren Kunden zudem regional erzeugte Produkte bevorzugen.

Umweltschonende Landwirtschaft aus Eigennutz

Ohne den Einsatz von Chemikalien und Mineraldüngern bekommen die Bienen ein besseres Nahrungsangebot und es entstehen keine Schäden bei den Bienenvölkern. Das führt zu einem höheren Honigertrag. Auch die Verwendung von Blühpflanzen als Gründüngung sorgt für eine deutlich bessere Ernte. Honigerträge sind zwar von Region zu Region unterschiedlich, sind jedoch in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern über dem deutschen Durchschnitt. Denn Raps, Linde, Robinie und die Kornblume können dort mit Sicherheit gesichtet werden. Laut Wolfgang Pfeffer, selbst zertifizierter Bioimker, sind Honigerträge von über 50 kg pro Volk keine Seltenheit.

Daher ist eine umweltschonende und solidarische Landwirtschaft auch aus wirtschaftlicher Sicht für Imker wichtig.

Das BienenLandProjekt unterstützen

Wenn Sie Bienen und eine nachhaltige Landwirtschaft unterstützen wollen und ein Honigliebhaber oder Bienenbegeisterter sind, dann können Sie folgende Dinge tun.

1. Kaufen Sie Honig!

Lassen Sie sich von der geschmacklichen Vielfalt heimischer Honige begeistern und kaufen Sie den Honig vom BienenLandProjekt. Den ersten Honig gibt es zwar erst 2017, über die Crowdfunding-Kampagne des Eldeland Bioimkereiverein e.V. kann man ihn aber schon vorbestellen und so nach dem Modell der solidarischen Landwirtschaft (Solawi) den Aufbau des BienenLandProjekts vorab unterstützen. Bei einer Vorbestellung wird Ihnen der gewählte Betrag gutgeschrieben und Sie bekommen 5% Rabbat auf den späteren Verkaufspreis. Aus den verfügbaren Honigsorten können Sie frei wählen.

>> Jetzt Honig vorbestellen! (Anmeldung über Startnext) <<

2. Schließen Sie ein Honig-Abo ab!

Durch ein Honig-Abonnement bekommen die Imker/innen eine gesicherte Preis- und Mengenplanung. Mit einem Abo bekommen Sie jährlich 10 Gläser Honig zugeschickt. Es entstehen Ihnen dabei keine Versandkosten und Sie bekommen einen Rabatt von 10% auf die gelieferte Ware. Das Abo ist jährlich kündbar.

Tipp: Gourmethonig eignet sich auch wunderbar als Geschenk!

>> Jetzt Honigabonnent/in werden! (Anmeldung über Startnext) <<

3. Werden Sie Bienenpate!

Eine Bienenpatenschaft bringt Ihnen ein Bienenvolk mit Magazin (Bienenwohnung) und kostet 300,- Euro. Sie können Ihr Bienenvolk besuchen (Kontakt mit dem Imker wird hergestellt) und Sie bekommen für Ihre Patenschaft 5 Jahre lang Honig von Ihrem Bienenvolk (10 Gläser bzw. 5 Kg pro Jahr).

>> Patenschaft abschließen! (Anmeldung über Startnext) <<

4. Verkaufen Sie Honig vom BienenLandProjekt!

Werden Sie Honigverkäufer und bieten Sie Ihren Kunden, Klienten, Bekannten usw. den Honig an. Je nach Honigsorte bekommen Sie 20-30% Rabatt auf den empfohlenen Verkaufspreis. Das BienenLandProjekt versorgt Sie mit Werbematerial und Sie werden als Verkaufsstelle in deren Werbenetzwerk aufgenommen. Bei Interesse schreiben Sie an: post(at)bienenlandprojekt.de

5. An die Landwirte: Kooperieren Sie!

Wenn Sie bereit sind, wenigstens Teilflächen extensiver zu bewirtschaften und Blühflächen anzulegen, dann können Sie mit dem BienenLandProjekt kooperieren. Schließlich profitieren beide Parteien davon. Die Imker durch gesündere Völker und mehr Honig und die Landwirte durch höhere Erträge bei insektenbestäubten Nutzpflanzen.

6. An Webseitenbetreiber: Machen Sie Werbung!

Um das BienenLandProjekt bekannter zu machen schalten Sie einen Ihrer Banner auf Ihrer Webseite.

Hinweis zur Crowdfunding-Kampagne

Die gestartete Crowdfunding-Kampagne zur Finanzierung des BienenLandProjekts ist kein Spendensammelprojekt. Die Teilnehmer finanzieren lediglich die spätere Ernte vor. Bei Honig ist das gut zu machen. Ein Bienenvolk liefert schon nach einem Jahr einen Honigertrag, der die Anschaffung von Bienen und Magazin refinanziert. Das Crowdfunding für das BienenLandProjekt läuft noch bis Mitte September.

Quellen

[-] www.bienenlandprojekt.de
[-] startnext.com
[1] Deutscher Imkerbund, Dt. Bienenjournal 11/2015

Weiterführendes

Bienensterben: Auswirkung vom weltweiten Bienensterben

Bienensterben - Seltenes Bild einer Biene beim bestäuben einer Blume

Wenn die Imker in diesem Frühling ihre Bienenstöcke überprüfen, kann es sein, dass sie mit schlechten Neuigkeiten konfrontiert werden. Schon seit Jahren schwindet die Anzahl an Bienen weltweit kontinuierlich. Auch Deutschland ist in großem Ausmaß vom Bienensterben betroffen.

Das Bienensterben – der derzeitige Entwicklungsstand

Allein in Mitteleuropa sank die Anzahl der Bienen zwischen 1985 und 2005 um 25 Prozent. In den vergangenen Wintern starben europaweit ungefähr 53 Prozent der Bienenvölker. Eine erschreckende Entwicklung! In China ist die Lage bereits soweit eskaliert, dass hunderte Arbeiter auf den Obstplantagen des Landes unterwegs sind, um die Pollen auf den Bäumen per Hand zu verteilen. Im Jahr 2007 erreichte das Bienensterben in den USA seinen Höhepunkt. 90% der Bienenvölker waren plötzlich verschwunden.

Inzwischen importiert Amerika sogar ganze Bienenvölker aus Australien, um sicherzustellen, dass alle Obstplantagen bestäubt werden. Im Sommer wird man auf deutschen Terrassen vermutlich von Bienen unbehelligt Kaffee trinken und Kuchen essen können. Doch die Auswirkungen des weltweiten Bienensterbens sind verheerend. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, wie wenig wir inzwischen von Bienen umgeben sind? In meiner Kindheit noch, wurde ich an Sommertagen regelrecht von Bienen umzingelt. Heutzutage muss ich eher nach Bienen suchen, finde jedoch selten eine fleißige Biene. Woran mag das wohl liegen?

Welche Auswirkungen hat das Bienensterben?

Vielen Menschen ist nicht bewusst wie wichtig die Honigbienen für das Gleichgewicht in der Natur, aber auch für uns Menschen sind. Mindestens 70% unserer Nutzpflanzen werden von Bienen bestäubt und auch unsere tägliche Dosis Honig auf dem Frühstücksbrot muss von irgendwoher kommen. Die kleinen, schwarz gelben Honigbienen sind auch für unsere Wirtschaft von Bedeutung: Ihre jährliche Bestäubungsarbeit wird in den USA auf 14,6 Milliarden Dollar geschätzt, in Deutschland auf zwei Milliarden Euro. Ungefähr 20.000 Tonnen Honig werden alleine in Deutschland jährlich produziert.

Diese Zahl wirkt auf den ersten Blick sehr hoch. Doch wenn man bedenkt, dass jeder Deutsche im Jahr ca. 1,2 kg Honig verzehrt, stellt dies nur 20 % des hiesigen jährlichen Pro-Kopf-Verbrauchs dar. Die Auswirkungen sind klar: Deutschland ist schon jetzt auf Import-Honig angewiesen. Doch woher soll dieser Honig kommen, wenn auch in vielen anderen Ländern die Bienen sterben und der Honig knapp wird? Honig könnte zu einem Luxus-Produkt werden. Doch noch viel wichtiger als unser tägliches Honigbrot sind die Auswirkungen des Bienensterbens auf das ökologische Gleichgewicht. Werden Pflanzen und Bäume nicht bestäubt, gibt es auch keine neuen Früchte. Äpfel, Birnen, Kirschen und Co. Selbst der ignoranteste Mensch kann sich ungefähr ausmalen was dieses Szenario weltweit bedeutet. Insgesamt hat das Bienensterben also eine verheerende Auswirkung.

Ursache: Warum sterben die Bienen eigentlich?

Um das weltweite Bienensterben zu verstehen, muss man sich nicht nur dessen Entwicklung in den letzten Jahren und dessen Auswirkungen auf die Natur klar machen, sondern sich auch überlegen welche Gründe zu einer solchen Katastrophe führen konnten. Denn nur wenn man die Gründe erkannt hat, kann man eine Lösung für dieses Problem finden.

Historisch gesehen könnte der Zusammenbruch des Sozialismus in Mittel-und Osteuropa mit am Bienensterben schuld sein. Diese These vertritt zumindest der Bienenforscher Robin Moritz. Vor der politischen Wende um 1990 gab es rund zwei Millionen Bienenvölker in Deutschland, danach pendelte sich die Anzahl der Bienenvölker auf etwa die Hälfte ein. Von den rund 90.000 Imkern in Deutschland sind die meisten Hobby-Imker. Viele Imkervereine klagen über Nachwuchsprobleme. All dies kann mit zum Bienensterben beitragen. Doch es gibt noch weitere Faktoren, denen große Bedeutung zugemessen wird.

Pestizide die Ursache für das Bienensterben?

Viele moderne Pestizide stellen eine Gefahr für Bienen dar. Die von den Bauern benutzten Chemikalien sind auf jeden Fall teilweise mitschuldig am Bienensterben in Deutschland und anderswo. 2008 starben in Baden-Württemberg 11.000 Bienenvölker, weil viele Bauern ihren Mais mit einem neuen Pestizid der Firma Bayer behandelten. Das Mittel enthielt Clothianidin, einen hochgiftigen Wirkstoff, der inzwischen teilweise verboten wurde. Insgesamt nutzen Bauern weltweit immer größere Mengen an Pestiziden. Die Honigbienen, die die behandelten Pflanzen bestäuben, sind den Pestiziden bei ihrer Arbeit schonungslos ausgesetzt.

More than HoneyVor allem in Amerikas Monokulturen hat dieser Trend stark zugenommen. Bienen können verhungern und zwar überall dort, wo einseitige Kulturen wie Mais die Landschaft dominieren. Tatsächlich haben Bienen, die Stoffe von vielen unterschiedlichen Pflanzen aufnehmen, auch ein besseres Immunsystem. Je vielfältiger das Nahrungsangebot, desto widerstandsfähiger sind die Bienen gegen Krankheiten. Und auch unseren geliebten Wildblütenhonig werden wir nur solange konsumieren können, wie es Wiesen mit Wildblumen gibt.

Genauso wie Menschen können auch Bienen krank werden und sterben. Durch weltweite Bienentransporte breiten sich neue Krankheiten aus, die ursprünglich regional begrenzt waren. Durch den Import von Bienen aus Australien nach Amerika löst man das Problem des Bienensterbens also nicht, sondern verschlimmert es nur noch. Auch zahlreiche Milben und Parasiten werden für das Bienensterben verantwortlich gemacht. Diese wurden in Deutschland ebenfalls teilweise aus dem Ausland eingeschleppt.

Ein kleiner Lichtfunken an Hoffnung

Es wird nicht einfach sein das weltweite Bienensterben aufzuhalten. Dafür hat es bereits zu große Ausmaße angenommen. Doch jeder Einzelne und verantwortungsvolle Politik können mit dazu beitragen den leisen Tod zu stoppen. Keine Monokulturen, weniger Pestizide, eine verantwortungsvolle Umweltpolitik, Unterstützung der Hobby-Imker und Interesse der Jugend für den Beruf des Imkers sind ein guter Anfang.

Quellen

Studie vom Easac

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