Reality Transsurfing verstehen (Teil 2): Pendel, Matrix und deine verborgene Freiheit

Im ersten Teil von „Reality Transsurfing verstehen“ hast du die Vorstellung kennengelernt, dass dein Leben nicht nur eine einzige feste Spur ist, sondern eher eine gigantische Bibliothek von Filmrollen, in denen unterschiedliche Versionen deines Lebens abgespeichert sind. Du bist nicht an einen einzigen Streifen gebunden, sondern kannst das Genre wechseln, die Rolle, sogar die Bühne. Sobald du jedoch beginnst, dein Schicksal bewusst zu wählen, taucht ein unsichtbarer Gegenspieler auf: energetische Strukturen, die dich zurück in gewohnte Muster ziehen. Im Transsurfing heißen sie Pendel. Ohne sie gäbe es keine Kultur, keine Bewegungen, keine Szenen – doch mit ihnen läufst du Gefahr, nur Statist in den Filmen anderer zu werden, während dein eigener innerer Film ungelebt bleibt.

Was Pendel im Reality Transsurfing wirklich sind

Pendel sind keine „bösen Geister“, sondern kollektive Energie- und Informationsfelder, die entstehen, wenn viele Menschen ähnlich denken, fühlen und handeln. Eine Partei, ein Konzern, eine religiöse Gemeinschaft, ein Fußballverein, eine Online-Blase, aber auch eine toxische Firmenkultur – all das sind Pendel. Auf der sichtbaren Ebene siehst du Organisationen, Marken, Personen, Gebäude, Rituale. Auf der feinen Ebene wirken sie wie Wirbel im Feld, die deine Aufmerksamkeit greifen und mit deiner Emotion gefüttert werden wollen. Jedes Pendel hat nur eine Richtung: weiter schwingen, größer werden, mehr Menschen auf seine Frequenz ziehen.

Vielleicht fällt dir auf, wie oft du „nur kurz“ eine Nachricht lesen willst, dann über eine Schlagzeile stolperst und abends feststellst, dass dein ganzer Tag um dieses eine Thema gekreist ist. In solchen Momenten hat ein Pendel angekoppelt. Du denkst, du verarbeitest „die Realität“, dabei verarbeitest du vor allem das Drehbuch eines energetischen Systems, das sich über deine Reaktion stabilisiert und verstärkt.

Wie Pendel deine Aufmerksamkeit fesseln

Pendel arbeiten nicht mit Logik, sondern mit Provokation. Sie schicken dir Anlässe: eine empörende Nachricht, einen Kommentar, eine politische Zuspitzung, ein Drama im Freundeskreis, die immer gleiche Diskussion im Büro. Zuerst könntest du innerlich mit einem Schulterzucken weitergehen. Das Pendel aber will etwas anderes: Empörung, Angst, Wut, Fanatismus oder deprimierte Resignation. In dem Moment, in dem du innerlich einsteigst – kommentierst, diskutierst, dich aufregst, Partei ergreifst – stimmst du dich auf seine Frequenz ein.

Von da an laufen die Gedanken in Schleifen. Du suchst Belege, schickst Links, scrollst weiter, führst Streitgespräche im Kopf. Dein innerer Bildschirm gehört nicht mehr dir, sondern dem Thema. Dem Pendel ist es völlig gleich, ob du „dafür“ oder „dagegen“ bist. Wer eine Partei fanatisch verteidigt und wer sie voller Hass bekämpft, füttert dieselbe Struktur. Entscheidend ist nicht die Richtung, sondern die Intensität. Je stärker dein Gefühl, desto mehr Energie fließt in das Feld, das dich steuert.

Wie Pendel deine Lebensspur kapern

Für dein Leben hat das eine stille, aber enorme Konsequenz: Deine Aufmerksamkeit verschiebt deine Lebenslinie. Indem du dauerhaft auf eine bestimmte Schwingung eingestellt bist – zum Beispiel auf Angst, Dauerempörung oder bitteren Zynismus – rutschst du in eine Version deines Films, in der genau diese Ereignisse häufiger vorkommen. Du bekommst mehr Situationen, die scheinbar „beweisen“, wie gefährlich die Welt ist, wie dumm die anderen sind oder wie aussichtslos alles geworden sei.

Dein Verstand präsentiert dir diesen Ausschnitt als objektive Realität, dabei ist er nur eine von unzähligen möglichen Varianten. Zeland nennt das eine induzierte Transition: Du wolltest etwas unbedingt vermeiden und landest genau dort, wo dieses Etwas dominiert. Pendel wirken wie Beschleuniger solcher Übergänge. Sie greifen deine Angst oder deinen Hass auf, verstärken sie und dein Leben passt sich unmerklich an. Je mehr du kämpfst, desto stärker verankerst du dich genau in dem Zustand, gegen den du anrennst. Wer ohne Pause gegen „die Zustände“ kämpft, ruft sie immer wieder auf die Bühne.

Strategien, um Pendel zu entmachten

Die üblichen Reaktionen sind Kampf oder Flucht. Wir diskutieren, rechtfertigen uns, greifen an, verteidigen uns – oder wir ziehen uns beleidigt zurück und bauen eine innere Festung. Beides sieht nach Selbstschutz aus, füttert das Pendel aber weiter. Transsurfing schlägt einen anderen Weg vor: bewusste Indifferenz. Das bedeutet nicht, dass dir ab jetzt alles egal sein muss. Es heißt, dass du ein Pendel erkennst, ihm sein Recht auf Existenz zugestehst und ihm deine Energie verweigerst.

Statt dich in dieselbe dramatische Frequenz einzuklinken, nimmst du das Thema zur Kenntnis, bleibst innerlich ruhig und lässt es durch dein Bewusstsein hindurchziehen. Kein innerer Rant, kein zähes Darübergrübeln, keine endlosen gedanklichen Gegendarstellungen. Du behandelst das Pendel wie ein Bild in einer Galerie, das nicht deinem Geschmack entspricht: Du musst es nicht lieben, aber du musst dich auch nicht davor aufbauen und stundenlang schimpfen. Der Unterschied zwischen Vermeiden und Ignorieren ist wichtig. Wer vermeidet, denkt weiter darüber nach. Wer ignoriert, beobachtet kurz, zuckt innerlich mit den Schultern und richtet die Aufmerksamkeit bewusst auf etwas anderes. In dieser Ruhe findet das Pendel keinen Haken.

Pendel stoppen in Beziehungen und Alltag

Es gibt Situationen, in denen du einem Pendel nicht einfach aus dem Weg gehen kannst: dein Job, deine Familie, deine Partnerschaft. Ein Chef fordert etwas Unangemessenes, ein Angehöriger drückt zum hundertsten Mal denselben wunden Punkt, ein Kollege versucht dich in eine Diskussion hineinzuziehen, die du schon tausendmal geführt hast. Weglaufen geht nicht, angreifen wäre vergeudete Energie.

Genau hier kommt eine zweite Strategie ins Spiel: Du spielst äußerlich mit, ohne innerlich mitzuspielen. Statt reflexhaft in das bekannte Drehbuch einzusteigen, reagierst du bewusst außerhalb des Skripts. Du verlangsamst das Gespräch, stellst eine unerwartet ehrliche Frage, machst eine klare, ruhige Ansage oder bringst trockenen Humor hinein. Damit unterbrichst du den vorbereiteten Ablauf, auf den das Pendel gewartet hat. Es bekommt nicht die gewohnte Ladung Wut, Rechtfertigung oder Angst und verliert seinen Griff.

Es hilft, die Perspektive leicht zu kippen. Du siehst nicht nur die Person vor dir, sondern das energetische Feld über euch, das sich von eurer Stimmung ernähren will. Auf einmal ist es leichter, nicht mehr aus verletztem Ego zu reagieren, sondern aus Bewusstsein. Klare Grenzen bleiben möglich, aber mit viel weniger Drama. Du kannst entscheiden: „Ich werde nicht der Akku für diese Szene.“

Mit Pendeln surfen statt unterzugehen

Pendel sind ein Bestandteil dieser Wirklichkeit. Ohne sie gäbe es keine Bands, keine Kunstszenen, keine inspirierenden Bewegungen, keine lebendigen Gemeinschaften. Jede Gruppe von Menschen, die sich von einer Idee begeistern lässt, erzeugt ein Pendel – auch dann, wenn es etwas Wunderbares ist. Die Frage lautet also nicht, wie du alle Pendel loswirst, sondern: Mit welchen Pendeln willst du bewusst kooperieren?

Wenn du ein Herzensprojekt aufbaust, eine liebevolle Community pflegst oder eine neue Art zu arbeiten, zu heilen oder zu leben in die Welt bringst, entsteht ein Feld, das dich trägt. Menschen schwingen mit deiner Vision, und ihre Energie verstärkt dein eigenes Feld. Kritisch werden Pendel erst dort, wo du dich selbst verrätst: Karrierewege, die nie deine waren, politische Fronten, die dich innerlich aushöhlen, Medienströme, die dich abhängig und hoffnungslos machen. Freiheit bedeutet dann nicht, alles zu boykottieren, sondern deine Aufmerksamkeit konsequent von dem abzuziehen, was dich schwächt, und sie auf das auszurichten, was deine Seele lebendig macht.

Reality Transsurfing erinnert dich daran, dass du nicht das Opfer zufälliger Umstände bist, sondern derjenige, der mit seiner inneren Ausrichtung die Spur wählt. Du bekommst nicht, was du dir im Stillen wünschst, sondern das, was du konsequent innerlich bestätigst – mit deiner Aufmerksamkeit, deiner Stimmung und deiner Bereitschaft, bestimmte Spiele nicht länger mitzuspielen.

Der nächste Schritt: Aufmerksamkeit als Schlüssel

Im ersten Teil dieser Reihe ging es um die Struktur der alternativen Lebenslinien. Jetzt kennst du die unsichtbaren kollektiven Kräfte, die versuchen, deine Wahl zu kapern. Im nächsten Beitrag rücken wir an die Wurzel: deine Aufmerksamkeit. Ohne Kontrolle über sie gibt es keine echte Wahl. Wer seine Aufmerksamkeit im Autopilotmodus pendeln lässt, lebt den Film anderer. Wer sie bewusst führt, verwandelt sein Leben in ein eigenes Meisterwerk. Genau dort setzt der dritte Teil von „Reality Transsurfing verstehen“ an.

Gökhan Siris
Gökhan Siris
Gökhan Siris ist Autor und Blogger, Begründer des Kritzelprofiling® und der AbundanceCode®-Methode, freiberuflicher Graphologe, Numerologe, Manifestations-Coach, EFT-Coach, Vielleser, Bewusstseinsforscher, sowie ein Grenzgänger zwischen Verstand und Seele. Seit über zwei Jahrzehnten widmet er sich mit unerschütterlicher Hingabe den großen Lebensthemen: Entfaltung, Heilung, Esoterik, Spiritualität, Gesellschaft und Bewusstsein. Seine Arbeit verbindet intuitive Erkenntnis mit analytischer Schärfe – stets auf der Suche nach dem Wesentlichen hinter dem Sichtbaren. Mit einem feinen Gespür für verborgene Zusammenhänge und einer Sprache, die Herz und Verstand zugleich anspricht, schreibt Gökhan Siris nicht, um zu belehren, sondern um zu erinnern. Seine Texte laden ein, gewohnte Denkweisen zu hinterfragen, alte Muster zu durchbrechen und sich dem inneren Ursprung wieder zu nähern. Dabei versteht er es, komplexe Inhalte klar und berührend zu vermitteln – jenseits von Dogmen, Klischees oder schnellen Antworten. Gökhan Siris steht für Tiefe statt Trends, für Wahrhaftigkeit statt Taktik und für eine neue Form des Denkens, Fühlens und Wirkens. Seine Artikel berühren, provozieren und transformieren – nicht, weil sie dich verändern wollen, sondern weil sie dich erinnern: Du bist nicht der Beobachter. Du bist der Ursprung.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Updates von den Autoren?Jetzt Newsletter abonnieren!
Holen Sie sich in regelmäßigen Abständen eine 2. Meinung und informieren Sie sich per E-Mail über neue Veröffentlichungen der EQUAPIO-Autoren.

Aktuelle BeiträgeAuch interessant!

Angst vor dem Scheitern überwinden, ohne dich zu verraten

Lerne, wie du Angst vor dem Scheitern überwinden kannst, ohne dich kleiner zu machen.

Naturwissenschaft und Bewusstsein: Warum du mehr bist als Daten

Dieser Beitrag zeigt, wie Naturwissenschaft und Bewusstsein zusammengehören und warum du weit mehr bist als ein bloßes Informationssystem.

Unabhängigkeit von der Gesellschaft: raus aus der Verschwörungs-Falle

Wie Unabhängigkeit von der Gesellschaft entsteht, wenn du Verschwörungs-Erzählungen loslässt und die Verantwortung für dein eigenes Leben zurücknimmst.

Vom Ich zum Wir: Warum echte Veränderung bei dir beginnt

Vom Ich zum Wir erklärt, wie du aus Informationslärm und Ego-Modus aussteigst und Verantwortung für ein freies, verbundenes Leben übernimmst.

Umgang mit Information: Wie du dich innerlich frei machst

Dieser Beitrag zeigt dir, wie ein bewusster Umgang mit Information deine innere Freiheit stärkt und dich weniger manipulierbar macht.

Innere Souveränität statt Impf-Angst: Wie du die Deutungshoheit über dein Leben zurückholst

Warum innere Souveränität statt Impf-Angst dein Leben grundlegend verändern kann.