Migräne: Alles was Sie über Migräne wissen müssen

Statue von Dr. Andrei Dmitrievich Sakharov als Symbol für Migräne
Dr. Andrei Dmitrievich Sakharov © David, Lizenz: CC BY 2.0

Unter Migräne versteht man einen häufig einseitig auftretenden, anfallsartigen, sich wiederholenden und starken Kopfschmerz. Dieser wird zudem oft von Übelkeit, Gesichtsfeldausfall und Lähmungen begleitet. Unter Migräne können Menschen jeden Alters leiden. Migräne ist zur Zeit nicht heilbar, jedoch gibt es Maßnahmen, mit denen man diese Erkrankung in den Griff bekommt.

Was ist die Ursache einer Migräne?

Zur Zeit weiß die Migräneforschung nicht genau warum es überhaupt zur Migräne kommt. Es werden lediglich einige Theorien darüber diskutiert, eine endgültige Theorie bleibt jedoch bisher aus. Bei der Migräne kommt es zur vermehrten Ausschüttung des Hormons Serotonin, dieses soll nach einer der derzeitigen Theorien während eines Migräneanfalls die Gefäße verengen und somit auch die typischen Symptome verursachen.

Eine weitere Vermutung legt nahe, dass sich im Stammhirn so etwas wie ein Kopfschmerzgenerator befindet, der bei einer Migräne eingeschaltet wird. Hierbei sollen vor allem genetische Faktoren eine entscheidende Rolle spielen. Es bleibt also abzuwarten, zu welchen Erkenntnissen die Forschung in naher oder entfernter Zukunft gelangt. Eines weiß man jetzt schon mit Sicherheit: Migränesymptome werden durch äußere Faktoren wie Stress, Rotwein, Schokolade, einige Käsesorten, aber auch durch Medikamente wie Nitrate stark verstärkt.

Auch weiß man, dass Migräne bei Frauen gehäuft auftritt, hier vor allem kurz vor und während der Periode. Außerdem kann die Einnahme der Pille die Symptome zusätzlich verstärken.

Weitere Ursachen für migräneähnliche Schmerzen

Auch die Einnahme von bestimmten Medikamenten oder andere Kopfschmerzformen können migräneähnliche Beschwerden verursachen. Sie sollten also zur Ihrer eigenen Sicherheit nicht gleich auf eigene Faust eine Migräne diagnostizieren, auch wenn dies auf den ersten Blick leicht erscheint.

Welche Symptome zeigen sich bei einer echten Migräne?

Es gibt unterschiedliche Migräneformen. Bei einigen Formen kommen zu den typischen und allseits bekannten Symptomen weitere neurologische Symptome wie Kribbeln und Wortfindungsstörungen hinzu. Im Allgemeinen unterscheidet man jedoch 2 Formen der Migräne:

  1. Migräne mit Aura
  2. Migräne ohne Aura

Die Aura ist hierbei eine unangenehme Wahrnehmungsstörung, die sich kurz vor dem Migräneanfall bemerkbar macht und somit diese auch ankündigt.

Typische Symptome einer Migräne sind:

  • Ein halbseitiger Kopfschmerz, der sich innerhalb der Attacke, aber auch zwischen den einzelnen Attacken abwechseln kann
  • Ein starker, pulsierender oder pochender Kopfschmerz
  • Schmerzen verstärken sich bei körperlicher Aktivität und Belastung
  • Psychische Folgen und Belastung des Alltags, diesmal klar auf die Symptome zurückführen kann
  • Vegetative Symptome wie z.B. Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen sowie Scheu vor Lärm und Licht

Laut der Internationalen Gesellschaft für Kopfschmerz müssen mindestens zwei der oben aufgelisteten Kriterien erfüllt sein, um eine Migräne festzustellen. Bei den vegetativen Symptomen muss lediglich eines der Symptome auftreten. Die Symptomatik kann durchaus sehr variieren. Da die Symptome leicht mit anderen Erkrankungen verwechselt werden, konsultieren Sie stets einen Arzt.

Wie kann ich mir sicher sein, dass es sich um eine echte Migräne handelt?

Bei den aufgelisteten Symptomen kann man eigentlich mit hoher Wahrscheinlichkeit sagen, dass es sich bei den zu beklagenden Beschwerden um eine Migräne handeln muss. Jedoch kann man sich dessen nie ganz sicher sein, vor allem dann nicht, wenn man nicht medizinisch geschult ist.

Erst der Arzt oder besser ein Facharzt kann durch die Differenzialdiagnose – also dem Ausschließen anderer Erkrankungen aufgrund krankheitsähnlicher Symptome – sicher feststellen, ob es sich bei den geschilderten Symptomen auch wirklich um Migränesymptome handelt. Akute Blutungen zwischen den Hirnhäuten, eine Hirnhautentzündung, epileptische Anfälle, sowie eine Kreislaufkrise, die durch Bluthochdruck verursacht wird, können ähnliche Symptome wie die Migräne verursachen.

Wie sieht die Behandlung von Migräne aus?

Die Beantwortung dieser Frage ist wie die Erkrankung selbst äußerst komplex. Im Grunde sollten Sie die Therapie der Erkrankung dem Facharzt überlassen. Ohnehin ist die Migräne aus schulmedizinischer Sicht nicht heilbar, jedoch gut in den Griff zu bekommen. Auch gegen einzelne Symptome kann man viel machen.

Der Arzt verwendet häufig spezielle Medikamente wie z.B. Metoclopramid, Domperidon. Häufig werden diese auch mit einfachen Schmerzmitteln wie Azetylsalizylsäure und Paracetamol ergänzt. Bei schwerer Migräne jedoch kommen Triptane zum Einsatz. Diese hemmen die Serotoninausschüttung, die wie zuvor schon erwähnt, die Gefäße verengen und dadurch die Symptome verursachen kann.

Ab einer gewissen Ausprägung – darüber entscheidet der Arzt – ist es sinnvoll in migränefreien Zeiten vorbeugend Medikamente einzunehmen. In Frage kommen hierbei folgende Medikamente: Beta-Blocker, Kalziumantagonisten, Valproinsäure, Cyclandelat, Topiramat und Naproxen. Durch eine derartige Prophylaxe können die Dauer, Häufigkeit und Schwere der Anfälle deutlich reduziert werden.

Migräne aus Sicht der Psychosomatik

Migränepatienten sollten die Symptome nicht ausschließlich auf der Körperebene behandeln lassen, sondern ebenfalls auf der psychischen/psychosomatischen Ebene. Dieser Aspekt wird häufig vernachlässigt, aber glauben Sie mir, Sie können hiervon nur profitieren. Machen Sie sich in ruhigen Momenten Gedanken, worüber Sie sich den Kopf zerbrechen. Der Migräne-Typus, zerbricht sich nämlich im wahrsten Sinne des Wortes den Kopf. Aus psychosomatischer Sicht sind Migränekranke häufig kopfgesteuerte Menschen, und haben häufiger als andere Kummer und Sorgen. Ich empfehle Ihnen deshalb die Behandlung ihrer Erkrankung mit den sogenannten Emotional Freedom Techniques. Zu dieser Heilmethode befinden sich auf Equapio mehrere Artikel, mit dem Sie selbstständig die ersten Schritte in die richtige Richtung machen können.

Behandlung der Migräne in der Naturheilkunde

Bei leichten Fällen von Migräne helfen bereits kalte Umschläge auf der Stirn, aber auch Entspannungsübungen, wie z.B. autogenes Training, Yoga und progressive Muskelrelaxation. Auch auf die Schläfe aufgetragenes Pfefferminzöl und Schlaf vor Beginn der Migräne helfen, die Schmerzen zu lindern. Häufig reicht auch das „sich zurückziehen“ in einen dunklen Raum.

Eine weitere wirksame Hilfe gegen den akuten Kopfschmerz bei einer Migräne ist eine kalte Kompresse, die entweder auf die Stirn gelegt, oder leicht an die Schläfen gedrückt werden sollte. Die Kälte betäubt zuverlässig den Schmerz. Am einfachsten und wahrscheinlich machbarsten (nicht immer und überall finden sich Kalt-Kompressen), sind mit Eiswürfeln gefüllte Stoffbeutel. Jedoch schmilzt das Eis recht schnell, was ungünstig ist, denn die Kältewirkung muss sich über eine längere Zeit halten, damit sich eine Wirkung auf den Schmerz zeigt. Ein einfacher Trick hiergegen ist, wenn sie den Stoffbeutel mit 4 Teilen Eiswürfeln füllen und 1 Teil Salz. Das Salz hat hierbei eine Stabilisierende Wirkung auf das Eis und somit die Kälte.

Unser Gehirn braucht Energie und der Energielieferant schlechthin ist Zucker. Die Mitochondrien, also die Kraftwerke unserer Zellen, die diesen Zucker verbrennen, benötigen für ihre Arbeit Riboflavin (Vitamin B2). Darüber hinaus schützt dieses Vitamin auch unsere Nervenbahnen mit dem Aufbau einer wichtigen Schutzschicht. Es ist also ideal für Migränekranke. Es gibt hierzu bereits mehrere seriöse Studien aus den USA, die eine Wirksamkeit bei Migräne bestätigen. Riboflavin ist also eine ernstzunehmende Behandlungsmöglichkeit. Auch wenn Riboflavin die Migräne nicht heilt, gibt es doch genügend erfolgreiche Therapien und Erfahrungsberichte, die ihr eine sehr positive Wirkung zuschreiben.

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