Kreatives Schreiben: So können auch Sie Romane schreiben

Kreatives Schreiben im Park

Kreatives Schreiben ist eine Möglichkeit zum Verfassen spannender Romane

In diesem Artikel erfahren Sie das wichtigste zum Thema kreatives Schreiben, einer Möglichkeit zum Verfassen eigener spannender und lesbarer Romane. Lesen Sie weiter und erfahren Sie Grundlegendes zu den Formen der Charakterisierung und Präsentation, sowie über Dialog und die wichtigsten Plotmodelle. Mit den zusätzlichen 45 praktischen Tipps bekommen Sie eine Checkliste zur Hand, mit deren Hilfe Sie schnell kreatives Schreiben erproben können. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Spaß beim Schreiben.

Warum kreatives Schreiben?

Kreatives Schreiben oder auch „Creative Writing“ wie es im Ursprungsland USA genannt wird, erfreut sich inzwischen auch Hierzulande einer wachsenden Verbreitung und Beliebtheit. Was ist eigentlich so faszinierend am kreativen Schreiben? Diese Frage lässt sich meiner Meinung nach sehr leicht beantworten, denn was eigentlich den Schriftsteller oder auch Autor für jeden Menschen ausmacht, ist beständig zu sagen, was der große Teil der Menschen denkt oder fühlt, ohne es zu wissen oder sich zu trauen auszusprechen. Das Schreiben ermöglicht Ihnen – ob für das Private oder für die breite Öffentlichkeit – sich regelrecht alles von der Seele zu schreiben. Dies hat eine unleugbar positive Wirkung auf ihr psychisches Wohlbefinden und Ihr seelisches Wachstum. Ich möchte nicht allzu sehr schwärmend vom eigentlichen Thema abschweifen und gleich mit dem technischen Rüstzeug für kreatives Schreiben beginnen.

Formen der Charakterisierung

  1. Die direkte Erklärung und Beschreibung durch den Erzähler
  2. Kennzeichnung und Beschreibung durch andere Figuren
  3. Formen der Selbstcharakterisierung durch Gedanken, Ziele, Motive und Selbstkommentare; Bei Ich-Erzählern auch durch Ton und Diktion.
  4. Charakterisierung durch Sprachverhalten, Redeform und Dialogführung.
  5. Durch Aktion und Reaktion
  6. Durch Aussehen, Verhalten und Manierismen
  7. Durch das Spiegeln von Umgebung und Milieu

Formen der Präsentation

  1. Die Vorstellung der Hauptfigur zur Beginn des Romans
  2. Die szenische Vorstellung mit einblendender, beschreibender und erläuternder Passagen
  3. Das bewusste Auslassen einer Präsentation (Die Figur charakterisiert sich im Verlauf der Handlung durch Taten, Rede und Reaktion der Mitspieler).

Der Erzähler, Protagonisten charakterisieren sich folgendermaßen:

  • Situationen
  • Selbst- und Fremdeinschätzung
  • Herkunft
  • Verhalten und Wahrnehmung
  • Gefühle
  • Haltung und Absicht
  • Reflexionen
  • Typische Eigenheiten
  • Sprache
  • Begierden

Plotmodelle

Suche, Abenteuer, Reifwerden, innere Wandlung, äußere Wandlung, Aufstieg und Fall, das Extreme und Exzessive, Liebe (auch verbotene), Rivalität, der Unterlegene, Versuchung, Opfer, Rache, Verfolgung, Flucht, Rettung, Rätsel, Entdeckung.

Dialog

Der Dialog sollte bezeichnend und informativ, knapp und prägnant sein. Vermeiden Sie also alles, was ihn unnötig befrachtet, z.B. lange Monologe. Jede Rede sollte notwendige Informationen transportieren.

Kreatives Schreiben – Eine Checkliste

Hier gebe ich Ihnen 45 praktische Tipps in Form einer Checkliste, mit der Sie umgehend kreatives Schreiben anwenden können.

  1. Erschaffen Sie außergewöhnliche Figuren!
  2. Lernen Sie Ihre Figuren so genau wie möglich kennen.
  3. Schreiben Sie ein Buch das Sie selber gerne lesen würden.
  4. Sie sollten Ihre Figuren faszinierend finden.
  5. Schreiben Sie eine ausführliche Biographie ihrer Figuren, danach interviewen sie diese ebenso ausführlich, als wären Sie ein Psychologe, Arzt, Pfarrer, Journalist, Bruder ect.
  6. Ihre Romanfigur sollte eine beherrschende Leidenschaft besitzen.
  7. Die Hauptfigur des Romans sollte immer entschlossen, gut motiviert und willensstark sein.
  8. Ihre Figur tut zur jeder Zeit ihr Mögliches (Maximalkapazität). Teste deine Figur deshalb mit dem “Würde-sie-wirklich-Test”, d.h. erprobe deine Charaktere in verschiedenen Probeszenen, versuche dabei herauszufinden, ob ihre Charakterzüge den Anforderungen standhalten bzw. ob sie den Herausforderungen gewachsen sind. Würde deine konzipierte Figur soweit gehen?
  9. Wenn Figuren unterschiedliche Ziele haben und entschlossen sind, diese zu erreichen entsteht Konflikt. Wenn viel auf dem Spiel steht und beide Seiten unnachgiebig sind, haben sie die Voraussetzung für ein hochexplosives Drama.
  10. Sie brauchen einen sogenannten Schmelztiegel für die Figuren, d.h. einen Ort oder Zwang, der es möglich macht, das sich die unterschiedlichen Charaktere begegnen können.
  11. Ihre Geschichte braucht eine Prämisse, also einen zentralen Konflikt.
  12. Die Figuren selbst – jeder für sich – befinden sich in einem inneren Konflikt (Zwiespalt).
  13. Mit dem Ansteigen der Krise, sollte sich der Charakter der Figuren gleichsam entfalten.
  14. Im Konflikt offenbart sich der Charakter Ihrer Figuren.
  15. Ein Teil (Kapitel, Abschnitt, Dialog) der nicht der Prämisse (zentrale Aussage, Glaubenssatz) nützt wird gestrichen. Jedes Wort sollte dazu dienen diese zu beweisen.
  16. Sorgen sie für das stetige Wachstum ihrer Figuren von einem Pol zum anderen.
  17. Beginnen Sie den Roman mit einer Ausgangssituation, diese ist eine hypnotische Beschreibung zu Anfang einer Geschichte.
  18. Jede Figur hat seine eigene Prämisse an die er glaubt und die er um jeden Preis zu beweisen versucht.
  19. Ein guter Höhepunkt hinterlässt beim Leser das Gefühl, das alles erzählt worden ist.
  20. Experimentieren Sie mit verschiedenen Erzählperspektiven “Wer erzählt”.
  21. Vermeiden Sie Rückblenden (Blick auf Geschehenes), dies ist nämlich ein Zeichen der Konfliktmeidung. Im Roman und vor allem im Drama geht es jedoch um puren Konflikt.
  22. Arbeiten Sie mit Verborgenem, Symbolhaftem und Hintergründigem.
  23. Als Romanautor brauchen Sie jede Menge Selbstdisziplin, Beharrlichkeit und Durchhaltevermögen.
  24. Schließen Sie sich einer destruktiven Autorengruppe an. Es sollte keine Gruppe sein in dem sich alle gegenseitig mit Komplimenten überschütten, nur um nicht verurteilend und kränkend zu sein. Die Gruppe sollte Sie und Ihre Texte vor allem hart und kompromislos kritisieren ohne Rücksicht auf Ihre Person.
  25. Überprüfen Sie jede Dialogzeile. Drückt diese einen Konflikt aus? Trägt sie zur Figurenbeschreibung bei? Treibt sie die Geschichte voran? Ist sie unverbraucht? Ist sie farbig? Handelt es sich um das klügste was die Figur sagen könnte?
  26. Fragen Sie sich bei jeder Zeile: Liegt hier ein Konflikt vor? Ist das abgedroschen? Kann das nicht besser ausgedrückt, gesagt werden? Ist die Zeile so geistreich und farbig wie möglich?
  27. Gebot dynamischer Prosa: Sei spezifisch, sprich alle Sinne an und zu guter Letzt “sei ein Dichter”.
  28. Benutze einen eigenen Sprachstil, kopiere keine alten Kamellen.
  29. Reihen Sie nicht zu Viele Vergleiche einander. Wenn Sie welche benützen überstrapazieren Sie diese beim Verwenden nicht.
  30. Bieten Sie dem Leser das Versprochene, bieten Sie ihnen einen Kriminalroman, dann bleiben Sie auch dabei und schweifen Sie nicht ab.
  31. Folgen Sie der Devise “show dont tell”, d.h. wenn Sie etwas vom Charakter ihrer Figuren zeigen wollen, lassen Sie die Handlungen sprechen und nicht die Figuren selbst. Die Figur soll nicht sagen ich bin mutig und heldenhaft, stattdessen zeigen Sie die Figur wie sie so handelt.
  32. Um beim Leser Sympathie für eine Figur auszulösen müssen sie dafür sorgen, dass die Figur einem Leid tut.
  33. Nach der Sympathie kommt die Identifikation für die Figur, dass erreicht man durch edle Ziele. Danach…
  34. Empathie erzeugen durch sinnliche und gefühlsbetonte Details, die dem Leser suggerieren, wie es ist, die Figur zu sein.
  35. Reißen Sie den Leser durch den inneren Konflikt endgültig mit.
  36. Der innere Konflikt ist ein Kampf zwischen zwei Stimmen im inneren der Figur.
  37. Die Anfangsszene wirft immer Fragen auf.
  38. Schreibe für den Leser (Genre, Erwartungen, Bildungsniveau).
  39. Spannung: Zustand der Unsicherheit, z.B. beim Warten auf eine Entscheidung, meist mit einem Gefühl der Angst oder Besorgnis verbunden.
  40. Schaffen Sie gleich zu Anfang eine bedrohliche Situation.
  41. Der Protagonist braucht als Kontrast eine verrückte Figur.
  42. Die Figuren befinden sich auch im Kontrast zur Umgebung.
  43. Erzeugen Sie wahre Feuerstürme an Emotionen.
  44. Erzeugen Sie eine starke eigensinnige Erzählerstimme mit eigener Haltung und Sichtweise zur Geschichte.
  45. Überlegen Sie sich ganz genau, was Sie beim Leser erzeugen wollen.

Gökhan Siris
Gökhan Siris beschäftigt sich nun schon seit mehr als 15 Jahren leidenschaftlich mit Themen aus den Bereichen Gesundheit, Medizin, Psychologie, Psychotherapie, Naturheilkunde, Esoterik, Spiritualität, Gesellschaft - aber auch mit Lebensberatung und Life-Coaching. Er ist Heilpraktiker, psychologischer Berater, Matrix Reimprinting Practitioner, EFT-Coach, BSFF-Coach und freiberuflicher Schriftpsychologe bzw. Graphologe. Als Ratgeber und Experte zu den genannten Themen steht er Ihnen gerne zur Verfügung.

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