Keine Angst vor Tsunamis?

Luttrell's Tower near to Calshot, Hampshire, Great Britain
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Ich laufe sehr gerne am Strand und treffe dort auch immer wieder Menschen, die sich auf ein kurzes Gespräch einlassen. Sehr oft sind es gläubige Atheisten, die zwar nicht an Gott dafür aber umso inniger an die Religion der freiheitlichen Demokratie und die von Menschen gemachte Klimaerwärmung glauben. Ihre Bibel sind die großen Medien, sowie die öffentlich-rechtlichen Sender und damit glauben sie, wären sie ausreichend informiert.

Wer etwas anderes behauptet wird als Ketzer angesehen und gerne als Verschwörungstheoretiker oder Reichsbürger bezeichnet. Wobei ich mir nicht wirklich sicher bin, ob sie dabei das Heilige römische Reich deutscher Nation, das deutsche Kaiserreich oder das Deutsche Reich (auch drittes Reich genannt) meinen. Weiß nicht, drittes Reich kann ich mir nicht vorstellen. Das Einkommensteuergesetz ist von 1937. Wer sollte so etwas gut finden? Und auch die anderen Reiche waren ja nicht wirklich prickelnd. Die Meisten denen ich begegne sind jedenfalls sehr religiös und glauben, dass die von Menschen gemachten Verwerfungen so eine Art Naturgesetz wären oder zumindest alternativlos.

Manchmal frage ich die Menschen, die ich treffe, ob sie denn schon bemerkt haben, dass das Meer komplett verschwunden ist. Einigen ist es dann auch schon aufgefallen, aber die Meisten haben es noch nicht bemerkt. Aber nur Sand ohne Wasser ist doch eigentlich gar kein Strand bemerke ich und bekomme als Antwort, dass es uns doch besser gehe als so vielen Anderen, die weder Sand noch Strand hätten und schon gar kein Wasser. Danach frage ich sie, ob es ihnen denn ebenfalls entgangen ist, dass alle Tiere bereits höher gelegenes Gelände aufgesucht haben und das dies doch ein deutliches Zeichen dafür sei, dass irgendetwas passieren wird. Nein, bekomme ich dann zur Antwort. Wir haben den ganzen Tag so schwer gearbeitet und wollen uns mit solchen Dingen auch gar nicht beschäftigen. Wir wollen hier ein wenig mit Familie und Freunden entspannen und dann später noch zusammen Party machen.

Ich wundere mich dann über ihr später und der unverantwortlichen Haltung gegenüber ihren Kindern und Kindeskindern. Es scheint mir fast so, als wollten sie sich wie Lemminge in möglichst großer Zahl ins Verderben stürzen.

Seht ihr denn dort hinten nicht die riesengroße Welle auf den Strand zurollen?

Ach nö, meinen sie dann. Das sind doch nur ein paar dunkle Wolken am Horizont, nichts schlimmes. Okay, sage ich schulterzuckend und wünsche ihnen noch ein paar schöne Stunden.

Ich gehe dann wieder zurück auf den Berg wo mein Turm steht. Mit genügend Lebensmitteln für mehre Wochen ausgerüstet, warte ich auf den Moment wo das Meer zurück kommt und alle leichtgläubigen Menschen vom Partystrand wegspült. Ich werde danach wohl mit all den anderen aufmerksamen Erdenbewohnern erstmal aufräumen gehen. Bin mal gespannt. Was wohl so alles übrig bleibt von all der Ignoranz und Unvernunft? Hoffentlich haben wir Übriggebliebenen den Mut und die Kraft es besser zu machen. Nach den letzten beiden großen Tsunamis (1918 und 1945) hat es ja leider nicht so ganz funktioniert und auch nicht nach den vielen anderen in den letzten paar tausend Jahren davor.

Perfekte KrisenvorsorgeMeinen Turm werde ich aus diesem Grund wohl besser dennoch behalten und mich ab und zu in ihn zurückziehen, um über all die vielen Ereignisse nachzudenken. Dort kann ich die Stille und den Rundumblick genießen. Irgendeiner muss ja aufmerksam nach allen Seiten Ohren und Augen offen halten, denn wer weiß schon, ob sich das Meer nicht irgendwann mal wieder zurück zieht? Anderseits, wer glaubt denn dem Prophet im eigenen Land? Lieber glauben die Menschen den Lügen die sie schon tausend Mal gehört haben.
Der Mensch ist halt leider unwissend und meist dazu noch lernresistent. Aber ich will ja hier nicht anfangen mit Steinen zu werfen. Am Ende trifft es noch das Glasdach von meinem schönen Turm.

Grüße aus dem Turm, von Holger (schmid_67-ät-web.de)

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