Wohin gehen wir als Menschheit?

Die Moderne wirft uns heute viele unbeantwortete Fragen auf, wie wir als Menschheit weiter machen wollen. Wie weit darf die Technik sich noch weiter entwickeln, ohne dass wir sie ganz aus der Hand verlieren? Robotertechnik, Künstliche Intelligenz, Gentechnik, Kernenergie, Biowaffen, Klimawandel, Artensterben, Umweltzerstörung etc. Diese Liste könnte sicherlich endlos fortgesetzt werden. Jeder dieser hier genannten Bereiche erfordert von uns Menschen immer dringender eine Grundsatzentscheidung.

Denn all diese Fragen sind jetzt schon dabei sich zu verselbstständigen, und stellen eine immer mehr steigende Bedrohung für alle dar, wenn wir sie nicht rechtzeitig beantworten. Doch wir verschlafen hier die allermeisten wichtigen Weichenstellungen. Wir sind nicht wach genug sie zu erkennen, oder einfach nur beständig und viel zu sehr abgelenkt, von all den unwichtigen Nebensächlichkeiten.

Zur Zeit frage ich mich oft, was nur mit dem großen Aufwachen der Menschheit jetzt wirklich gemeint ist. Sind z.B. Corona-Leugner automatisch aufgewachte oder die Corona-Gläubigen etwa alle nur am schlafen? Um was geht es denn wirklich bei diesem „Aufwachen“? Geht es hier etwa auch nur um Lüge oder Wahrheit? Oder vielleicht darum, diese Welt in seiner gesamten brachialen Komplexität verstehen zu können? Wer kann von sich behaupten dass er wirklich wach sei, und dass er dadurch alles versteht? Nur der Dumme denkt dass er alles weiß.

Ich denke, wach zu sein bedeutet nicht zwangsläufig die letzte Wahrheit zu kennen, sondern möglicherweise nur, sich seiner beständigen Unwissenheit bewusst zu sein. Bedeutet wach zu sein denn dann nicht einfach, dass wir mit offenen Augen und offenem Herzen hinsehen, und nicht vor all dem Leid und der Verlorenheit unserer gesamten menschlichen Verzweiflung zurückschrecken?

Die zweischneidige Klinge von Wahrheit und Unwahrheit

Wenn ich also denke dass ich die Wahrheit kenne, dann schließe ich damit die vermeintliche Unwahrheit aus. Ich verdamme diese als ein Trugbild, als eine Lüge, als etwas das im Grunde ausgemerzt oder letzten Endes sogar bekämpft werden sollte. Jeder Religionskrieg basierte nur auf dieser fatalen und falschen Annahme, im Besitz der letztendlichen Wahrheit zu sein.

In dem Moment wo wir uns hinreißen lassen über andere zu Urteilen, was richtig oder falsch, oder was wahr und unwahr ist. In diesem Moment polarisieren wir nicht nur unsere Wahrnehmung, sondern wir verurteilen damit auch uns selbst, weil wir uns selbst Scheuklappen aufsetzen. Wir installieren vor unserer Wahrnehmung einen Schwarz-Weiß-Filter, der nur das vermeintlich Wahre zu uns hinein lässt, und das Unwahre nicht.

Unsere ganze Überlebensstrategie ist auf dieser Entscheidungsfähigkeit aufgebaut. Ständig müssen wir Entscheidungen treffen, die unser Leben nicht schaden und uns weiterbringen sollen. Wir werden im Laufe unseres Lebens zu Unterscheidungsexperten. Erkennen Gefahren schon weit im Voraus, bedenken immer alle Vor- und Nachteile…, so lange bis wir uns an unsere Wahrheiten gewöhnt haben, dass wir bereit sind sie gegen jegliche Angriffe zu verteidigen.

Spannend wird diese Haltung dann in Bezug auf unsere eigenen Ängste. Wenn uns eine Wahrheit Angst macht, wenn sie unbequem ist, wenn sie von uns ein Handeln erfordert, das anstrengend, oder gar sehr gefährlich ist. Dann wollen wir etwas anderes, als unsere gewohnte Wahrheit, gar nicht mehr wirklich wahr haben. Wir verurteilen dann aber damit jene als verblendet oder irregeleitet, die unser Unwahres für ihr Wahres halten. Und genau das geschieht gerade auf den beiden Seiten unserer durch Corona gespaltenen Gesellschaft.

Ich finde es doch sehr verwunderlich, dass hier überhaupt keine Diskussion mehr stattfinden kann. Warum gibt es z.B. gar keine Sendungen, in denen man Leute wie Drosten und Bhakti miteinander diskutieren lässt? Jedes Lager verschanzt sich hinter seiner eigenen Wahrheit. Dabei entsteht die Angst vor einer Eskalation.

Wir sind Süchtige unserer Zuvielisation

Foto von Maksim Goncharenok auf Pexels

Unsere Zuvielisation begründet sich auf moderne Technologie, die wir für unsere Zwecke einsetzen. Oft ist die Technologie viel spannender als ihre Zwecke. Warum sonst sind wir mitunter stolz auf gewisse Errungenschaften, die uns eigentlich viel eher beschämen müssten: Atombomben, Biowaffen, Kampfroboter, Atomkraftwerke….?

Wieso fasziniert uns die Technologie oft mehr, als dass wir sie zutiefst verabscheuen? Ist es der unwiderstehliche Reiz des Machbaren, die Kühnheit des Erfindergeistes, oder auch nur die reine Freude daran, wenn etwas so funktioniert wie es soll.

Wenn ich an meinem Handy nach unten scrolle und ich sehe dadurch immer wieder neue Inhalte, dann erzeuge ich damit ein gewisses Zufriedenheitsgefühl, das uns auf Dauer süchtig macht. Wenn ich in mein Auto steige und es jedes Mal anspringt und es mich immer zuverlässig an gewünschte Orte bringt, dann bin ich gerne bereit sehr viel dafür zu geben, dass dies immer so bleibt.

Wir sind in mannigfaltiger Weise überaus süchtig nach unserer Technologie geworden. Wer möchte heutzutage schon ohne Elektrizität auskommen, ohne Fernseher, ohne Kühlschrank, ohne Kaffeemaschine, ohne Verkehrsmittel, ohne Geld etc. Diese Liste wäre noch endlos und ebenso individuell wie jeder Einzelne von uns. Wir sind längst Gefangene all unserer Gewohnheiten. Wir sind Abhängige, die für ihre Süchte alles hergeben würden.

Wir sind doch alle mehr identifiziert als infiziert

Wir identifizieren uns darüber hinaus auch oft mehr mit unseren Besitztümern, als mit unserem Charakter. Unser erreichter Status muss unter allen Umständen aufrecht erhalten bleiben, denn Rückschritte gelten immer als Versagen. Alles was unsere Identifikation bedrohen könnte, unser Geld, unseren Besitz, unsere geliebten Mitmenschen…., macht uns Angst, als würde es uns selbst bedrohen. Wann immer wir uns bedroht fühlen, schaltet sich ein Überlebensmechanismus ein, der auf Teufel komm raus lösungsorientiert ist.

In den 80-gern dachten wir noch, wenn jeder seinen Müll aufsammeln würde, wäre die Welt gleich wieder in Ordnung. Bis wir erkannten, dass einfach viel zu viel Müll erzeugt wird. In den 90-gern dachten wir dann, dass ein umfassendes Müll-Recycling dieses Problem schon lösen könnte. Wenn wir nur brav all unseren Müll trennen, dann wird die Welt schon wieder heile werden. Im neuen Jahrtausend dominierte dann die Vorstellung, dass unser CO2-Fußabdruck die alles entscheidende Frage darstellen würde. Wir schwangen uns mal wieder aufs Fahrrad und dachten damit die Welt retten zu können. Die letzten 10 Jahre dachten wir dann, dass vielleicht eine umfassende weltweite Umstrukturierung unserer Wirtschaftssysteme, diese globale Katastrophe doch noch kippen könnte? Und jetzt?

Sind wir etwa alle erkrankt an einer Angst oder an einem kollektiven Wahn? Steuern wir vielleicht direkt auf einen Transhumanismus zu, der uns dann mit KI-Gesteuerten Polizei-Robotern eine neue digitale Diktatur aufzwingen und uns vielleicht noch mit Nano-Chip-Implantaten und 5G-Gedankenkontrolle so gnadenlos versklaven würde, dass wir all das noch nicht einmal wirklich bemerken würden. Wieso ist der Begriff „Verschwörungstheorie“ zu einem Mülleimer verkommen für berechtigte Ängste und durchaus fragwürdige und diskussionswerte Zukunftsszenarien?

Wenn eine Bedrohung zu stark wird oder uns viel zu abstrus erscheint und uns schon gar keine Lösung mehr dazu einfällt, bleibt uns dann nur noch die Leugnung? Warum können wir so etwas einfach nicht mehr für wahr halten? Es ist vielleicht ähnlich wie es mitunter auch oft eine ganze Weile braucht, bis man den Tod eines geliebten Menschen wirklich wahrhaben kann und den Schmerz seines Fehlens wirklich in sich zulässt. Wir würden doch auch lieber sterben, als alles Gewohnte aufgeben zu müssen. Unsere gesamte Vorstellung eines Rechtsstaats und einer fürsorglichen Regierung ist viel stärker als die kleine Neugier, was da vielleicht wirklich gerade hinterm Busch sitzt.

Der Planet mit Homo Sapiens

Wenn wir wirklich zulassen könnten, wie schlimm es um unseren Planeten steht, könnten wir gar nicht mehr einfach nur so weitermachen. Wie kann es sein, dass es noch immer Klimaleugner gibt? Es ist umso mehr erstaunlich, dass es sogar noch immer Leute gibt, die sich weigern die Erde als eine Kugel zu sehen, und bis heute die alte Theorie der Erde als Scheibe vertreten.

Wenn wir wirklich hinsehen würden, was auf der Welt gerade gespielt wird, und was dabei alles für uns auf dem Spiel steht, würden wir da ganz einfach gar nicht mehr mitmachen können. Aber wir können es nicht. Wir wollen es nicht sehen.

Der Suchtfaktor unserer Zuvielisation ist schon viel zu groß, als dass wir uns dem noch öffnen können. Unser Widerstand radikalen Veränderungen gegenüber lässt uns lieber in Gewohnheiten verharren. Unsere Trägheit hat unseren Überlebensinstinkt schon so stark betäubt, dass er schon nicht mehr aufrecht stehen kann. Die Menschheit ist schon wie ein Süchtiger im Rollstuhl, der nur noch von einer heilen Welt träumen kann. Das Maß der Zerstörung ist schon viel zu weit fortgeschritten, als dass es eine radikale Umkehr noch schaffen könnte, unsere Spezies zu retten. Wir hätten vermutlich sowieso schon nicht mehr die Kraft eine solch radikale Umkehr zu schaffen.

Die Weissagung der Cree hat sich ja schon beinahe erfüllt und wir haben es bis jetzt noch nicht mal geschafft unseren Bleifuß vom Gaspedal der fossilen Brennstoffe zu bekommen, um die satte Vollbremsung hinzulegen die jetzt so dringend nötig wäre. Wir fahren aber auch schon so schnell, dass unsere Reifen diese Vollbremsung vermutlich schon nicht mehr standhalten würden. 

Unser Auto, die Technologie scheint schon jetzt verloren zu sein. Es spielt eigentlich keine Rolle, ob wir „nur“ vom Weg abkommen und uns überschlagen oder frontal gegen eine Mauer donnern. Ein Totalschaden scheint unser unausweichliches Schicksal zu sein. Nur Gott selbst weiß, ob wir das vielleicht nochmal überleben werden. Aber unsere Chancen stehen jedenfalls nicht besonders gut.

Fünf vor Zwölf ist schon längst vorbei

„Black hole passing by Earth“ von @hipydeus, lizensiert unter CC BY 2.0

Der Kaputtalismus hat seine Macht jetzt schon so weit konzentriert und verdichtet, dass dadurch ein schwarzes Loch entstanden ist, das nun alles auf diesem Planeten an sich reißt. Jede Ressource ist bald schon im Voraus verkauft worden. Geld hat heute nur noch einen virtuellen Wert und unsere menschlichen Werte wurden längst schon verraten und verhökert, für ein kleines bisschen Glück, …natürlich aus Plastik. Es ist schon lange nicht mehr Fünf vor Zwölf, es ist mittlerweile schon längst halb Eins durch.

Aber wir liegen noch immer im Bett und wollen lieber weiterschlafen. Wie gut, dass wir immer wieder einen neuen Snooze-Schalter finden, wann immer dieser nervige Wecker klingelt. Nicht mal Greta bekam uns noch wach genug. Wer wollte auch schon in so einer kaputten Welt aufwachen, wenn man im Halbschlaf doch weiterhin so schön vom „Paradies auf Erden“ träumen kann…

Und was tun wir normalerweise, wenn wir dann mal wirklich wach sind?

Richtig, wir stehen aus dem gemütlichen Bett auf und kümmern uns um all die Sachen, die getan werden müssen. Wir gehen an unsere Arbeit. Denn wir haben wirklich sehr viel zu tun, wenn wir wirklich all unsere Abhängigkeiten überwinden wollen, und uns nicht einfach nur dösend in den Klauen all der Machtbesessenen belassen wollen:

  • Es geht jetzt wohl hauptsächlich darum eine dezentrale Lebensmittel-Versorgung aufzubauen, um möglichst überall eine lokale Unabhängigkeit zu erreichen.
  • Aber auch in der Energieversorgung sollten wir Unabhängigkeit anstreben: Solaranlagen für genug Strom und Wärme in allen Haushalten,
  • nachwachsende Brennstoffe zum Heizen,
  • Wasserstoff als neuer Brennstoff, für eine ökologische Mobilität ganz ohne fossile Brennstoffe.
  • Mehr Recycling und Reparatur anstatt Müll und Wegwerfprodukte.
  • Mehr sozialer Kontakt und mehr Zusammenhalt und Nachbarschaftshilfe.
  • Alternative lokale Währungssysteme.
  • Mehr Selbstverwaltung im Gesundheitswesen und in der Stadtverwaltung.
  • So viel Wiederaufforstung wie nur möglich und die Renaturalisierung aller Wasserläufe.

Je unabhängiger wir werden, desto weniger wären wir anfällig für eine politische Erpressung auf Grund unserer Abhängigkeiten.

Zugegeben, es ist mega viel Arbeit. Doch es gibt sie schon, die tapferen Leute die genau diese sinnvolle Arbeit tun, überall auf dieser Welt. Jedem, dem dies bewusst ist, und jedem der, auch etwas dafür unternimmt, würde ich als einen „Erwachten“ Menschen bezeichnen.

Wir alle wissen doch schon intuitiv, dass wir so nicht ewig weiterleben können wie bisher. Und je länger wir jetzt noch weiterschlafen wollen, desto unwohler werden wir uns dabei fühlen. Besonders dann, wenn wir aus einem Albtraum in einen realen Albtraum erwachen.

Die Welt wird sich nicht von ganz alleine bessern. Die Verantwortung dafür liegt in jedem von uns.

Solarmichelhttp://www.michelartikel.blogspot.com/
Michel Daniek alias Solarmichel ist Solarexperte, Allesreparierer und Bewusstseinsforscher. Sein Lebenswerk ist es, in vielen Bereichen eine ökologisch nachhaltigere Lebensform zu finden. Er arbeitet seit Jahren in einem alternativen Netzwerk in Südspanien. Er ist Jahrgang 1964, verheiratet und hat 2 Töchter. Er publizierte seit 1998 verschiedene Bücher und Artikel. Sein bekanntestes Werk ist ein Einsteiger-Heft über „Solarstrom in 12Volt Anlagen“. Mehr über ihn und seiner Geschichte gibt es auf michelgeschichten.

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