Geoengineering - hier SPICE: Solar Radiation Management
The SPICE project, SRM © Hughhunt, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Geoengineering bzw. die Beeinflussung des Klimas ist ein echtes Problem, das sich seinen Weg von der Verschwörungsecke in den Mainstream gebahnt hat. Keiner kann mehr anzweifeln, dass Versuche das Klima zu steuern stattfinden. Nicht einmal die Politiker leugnen es noch. Die Wahrheit ist ans Tageslicht gekommen, und nun liegt es an Ihnen dagegen zu protestieren und es publik zu machen. In diesem Artikel erfahren Sie das Grundlegendste zum Thema Klimasteuerung. Sie erfahren kurz und knapp, welche Möglichkeiten der Klimasteuerung es gibt – jedenfalls offiziell – und welche Auswirkungen diese haben. Eine Kritik und ein Fazit bleiben hierbei nicht ausgespart.

Was ist eigentlich Geoengineering?

Täglich erreichen uns neue Schreckensbotschaften aus aller Welt: Hungersnöte, Erdbeben, Tsunamis und Co. Verfolgt man aufmerksam die Nachrichten, kommt es einem oft tatsächlich so vor, als würde die Anzahl der verheerenden Naturkatastrophen auf aller Welt zunehmen. Und auch im Sommer, wenn man bei 35 Grad im Büro schwitzt, erscheint der Klimawandel sehr real. Natürlich ist der Klimawandel ein sehr umstrittenes Themengebiet, aber zumindest der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur gilt inzwischen als bewiesen.

Es stellt sich also jedem von uns die Frage: Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf jeden Einzelnen von uns und wie können wir ihn stoppen? Im globalen Diskurs um den Klimawandel gewinnt das Thema Geoengineering dabei stetig an Bedeutung. Können wir dem Klimawandel durch den gezielten Einsatz technologischer Mittel Einhalt gebieten?

Was bedeutet der Begriff Geoengineering?

Geoengineering ist ein Sammelbegriff für Technologien, die versuchen, dem Klimawandel durch aktiven Eingriff in die Natur zu begegnen. Dabei sollen vor allem geochemische oder biogeochemische Kreisläufe der Erde gezielt beeinflusst und kontrolliert werden. Der Begriff wurde in den 1970er Jahren vom italienischen Physiker Cesare Marchetti geprägt. Durch das Voranschreiten des Klimawandels und die neuen technologischen Möglichkeiten befassen sich inzwischen weltweit viele Wissenschaftler mit dem Thema Geoengineering und der Begriff ist in der breiten Öffentlichkeit bekannt geworden.

Die Möglichkeiten der Klimasteuerung

Unter Geoengineering werden ganz verschiedene Möglichkeiten verstanden, die das Klima in irgendeiner Weise durch Technik beeinflussen können. Grob kann man die Lösungsansätze in zwei große Gruppen unterteilen. Erstens das sogenannte Solar Radiation Management. Diese Technik will dem globalen Temperaturanstieg entgegenwirken, indem gezielt die Abstrahlung von Sonnenlicht erhöht wird. Der zweite große Zweig des Geoengineering ist das sogenannte Carbon Dioxide Removal, also die Reduzierung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre.

Eine der prominentesten Ideen des russischen Klimatologen Michail Budyko sieht vor, Schwefeldioxid in die Stratosphäre zu befördern, das die Sonnenstrahlen ins All reflektiert und damit die globale Erderwärmung abschwächt. Bei großen Vulkanausbrüchen kam es in den letzten Jahrhunderten immer wieder zu einem signifikanten Abfall der Temperatur in der entsprechenden Region. Die notwendige Menge an Schwefel entspricht laut Wissenschaftlern nur 1% der weltweiten Schwefelemissionen. Insgesamt würde die Neutralisierung der globalen Erwärmung geschätzte 250 Millionen Dollar kosten. Kritiker fürchten, dass dadurch die Ozonschicht beschädigt werden könnte. Hierbei stellt sich außerdem die Frage, wie man eine so große Menge Schwefeldioxid bis hoch hinauf in die Stratosphäre bekommt und vor allem: wer bezahlt eine solche Aktion?

2010 wurde der Vorschlag publik, Nanopartikel aus Aluminium in der Stratosphäre auszubringen um Sonnenlicht zu reflektieren. Diese Methode würde im Gegensatz zur oben genannten Idee, unerwünschte Effekte auf die Ozonschicht minimieren, da die Scheiben oberhalb dieser schweben würden. Die Idee mit Hilfe von Meeresdüngung das Algenwachstum anzuregen, stieß auf heftige Kritik. Zwar sinken die absterbenden Algen zum Meeresboden und entziehen damit das gebundene CO2 dem Meer und damit indirekt auch der Atmosphäre, doch Umweltschützer befürchten unerwünschte Nebeneffekte auf die Meeresfauna.

Eine berechtigte Kritik am Geoengineering

Kritiker befürchten allerdings nicht vorhersehbare Nebenwirkungen mit unkontrollierbaren globalen Auswirkungen. Es ist prinzipiell gefährlich in so großen Stil in die Abläufe der Natur einzugreifen. Letztendlich weiß niemand so genau welche Auswirkungen das Geoengineering auf Mensch und Natur haben kann. Zudem kritisieren Umweltschützer das Geoengineering als Versuch, von bereits bestehenden Klimaschutzprogrammen abzulenken. Es ist durchaus möglich der Umwelt etwas Gutes zu tun, indem man beispielsweise umweltfreundliche Autos entwickelt oder die Bevölkerung dazu aufruft mit den vorhandenen Ressourcen schonender umzugehen.

Gefahren des Geoengineering

Der Klimawissenschaftler Alan Robock hat bereits 2008 eine Liste mit den möglichen Gefahren beim Einsatz von Geoengineering zusammengestellt. Die dort aufgeführten 20 Punkte sind erschreckend. Hier nur einige der Punkte auf Robocks Liste.

  • Regionale Temperaturveränderungen
  • Veränderungen der Niederschlagsmuster
  • Schädigung der Ozonschicht
  • Versauerung der Meere
  • Negative Auswirkungen auf Flora und Fauna
  • Extrem hohe Kosten

Der Klimawissenschaftler warnt außerdem vor der Kommerzialisierung und dem militärischen Missbrauch des Geoengineerings.

Fazit

Während die bestehenden Umweltschutzprogramme eher im kleinen Stil arbeiten, will das Geoengineering das Klima global im großen Stil beeinflussen. Im Hinblick auf die Liste von Alan Robock sollte man sich ganz genau überlegen wie intensiv man das Klima beeinflussen kann, soll und darf. Überwiegen die Vorteile? Oder entstehen durch Geoengineering Risiken, die der Mensch nicht mehr kontrollieren kann? Muss man das Klima wirklich technisch beeinflussen oder sollte sich nicht lieber der Mensch in seinem Verhalten ändern?

Geoengineering wirft hochkomplexen Fragen technologischer, politischer, rechtlicher und ethischer Natur auf. Diese müssen von allen Ländern gemeinsam beantwortet werden. Dazu gehören umfangreiche Forschungen auf dem Gebiet des Geoengineerings genauso wie eine faire politische Debatte, die alle Gesichtspunkte berücksichtigt.

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