Deutsche Bahn: Chaos ist unser Programm

Ein ICE-TD der Deutschen Bahn AG im Berliner Ostbahnhof
Ein ICE-TD der Deutschen Bahn AG im Berliner Ostbahnhof © Sebastian Terfloth, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Deutsche Bahn = Täusche Bahn

Ich liebe die Deutsche Bahn, denn auf eines kann man sich bei der Zugverkehrsverbindungsverhinderungsfirma verlassen, nämlich dass bei der Kreuz- und Querfahrerei, durch das Land mit der Kennzeichnung „Deutsch“, der „Spaß“ niemals zu kurz kommt. Glaubst Du nicht? Okay, dann pass bitte nun gut auf, was ich bei meinen Reisen mit der Täusche Bahn so alles erlebt habe.

Deutsche Bahn: Das besondere Fahrerlebnis

Nun, Dir ist bei meinen einLEIDenden Worten sicher nicht verborgen geblieben, dass ich den „Spaß“ etwas hervorgehoben habe. Das hat unter anderem damit zu tun, weil es schon ein besonderes Fahrerlebnis ist, wenn man/n oder Weibchen mit dem Zug unterwegs ist. Damit Du diesen Spaß nun auch richtig verstehst, möchte ich Dir nun, anhand einiger Beispiele, den „Spaß“ etwas näher erklären.

Abfahrt und Ankunft ungewiss

Mit der Abfahrt und Ankunft ist es eine ganz spezielle Sache. Genauer gesagt ist es so: Wegen der Ungewissheit, ob der Zug überhaupt fährt, kann ich hier leider keine zuverlässige Auskunft über Abfahrt und Ankunft geben. Der Zugreisende kann sich halt nie sicher sein, ob denn die Deutsche Bahn die Routenplanung tatsächlich so gut im Griff hat, so dass sich der Fahrgast auch gut aufgehoben fühlen kann. Die Regel lautet: Nichts Genaues weiß man! Aus eigenen “schönen” Erfahrungen muss ich leider sagen: Es bleibt vom Fahrtanritt bis zum Zielbahnhof meistens ein nervenaufreibendes Erlebnis mit der Deutschen Bahn auf Reisen zu gehen.

Die Slogans der Deutschen Bahn:

„Wer zügig fahren will, der fährt mit dem Zug“ oder „Wir wollen, dass sie erholt ankommen“ bzw. „Nachdenken und Bahnfahren“[1]www.slogans.de

kannst Du getrost vergessen. Das, was Dir in der Werbung suggeriert wird, das ist nur ein schöner Traum. Nichts von alledem ist wahr! Weder zügig fahren, noch erholt ankommen ist bei der Bummelbahngesellschaft die Regel. Okay, den Slogan „Nachdenken und Bahnfahren“ sollte so ergänzt werden: „Nachdenken und dann auf gar keinen Fall Bahnfahren.“ Wer Erholung, Entspannung und Vergnügen sucht, der steigt entweder in die Pedale oder begibt sich auf Schusters Rappen! Und wenn Du jetzt auf die Idee kommst Dein Heil auf Deutschen Autobahnen zu suchen, dann ist das wie wenn Du vom Regen in die Traufe kommst. Guckst Du hier:

„Volle Autobahnen, kilometerlange Staus und vergeudete Zeit – schon heute bekommen die Autofahrer in Deutschland tagtäglich die Folgen der verfehlten Verkehrsinfrastrukturpolitik zu spüren. Aussicht auf Besserung besteht nicht – im Gegenteil. Wie eine heute in Berlin veröffentlichte Studie zeigt, werden bis zum Jahr 2025 die überlasteten Autobahnabschnitte angesichts immer größerer Verkehrsmengen auf insgesamt 2000 Kilometer anwachsen. Im Jahr 2010, so die Analyse, betrug die betroffene Netzlänge noch rund 1600 Kilometer.“[2]www.adac.de: Auf den Autobahnen droht der Kollaps

Also doch lieber Bahnfahren?

Steht das Reisen mit der Deutschen Bahn nicht für Entspannung?

Mitnichten! Und warum die Zugfahrerei alles andere als entspannend ist, das möchte ich Dir natürlich auch erklären. Die Hauptursache, warum auf Deutschen Gleisen Tag für Tag das große Chaos herrscht, ist in gemütlich eingerichteten Schlafsälen, auch Büros genannt, zu finden. Da, wo die Damen und Herren der Zugverbindungen „lustige“ Fahrpläne austüfteln, da ist der Hund begraben. Nun, da der Fisch am Kopf zu stinken anfängt, sollte ich gerechterweise auch den Chef dieser Bummelbahngesellschaft benennen. Der Name ist mir leider entfallen. Ist aber auch nicht weiter schlimm, denn egal wer bisher an der Spitze dieser schrägen Bahn stand, führte dieser die Firma immer regelmäßig ins Chaos.

Beschäftigt die Deutsche Bahn unnütze Sesselpupser?

Wo war ich stehengeblieben? Ach ja bei den Schlafmützen, welche komische Fahrpläne aushecken, die in der Praxis nichts taugen. Das, was diese Schreibtischtäter an Fahrplänen austüfteln, das ist schon grenzwertig und als absolute Zumutung zu bezeichnen. Anhand einiger Beispiele, die ich gleich aufführe, wird das ganze Ausmaß des Chaos deutlich. Sehen wir uns doch einfach nur mal eine Reise mit dem ICE von Basel nach Osnabrück an. Eigentlich kein Kunststück diese Strecke „unfallfrei“ zu schaffen. Mit „unfallfrei“ meine ich, dass der Zug in Basel pünktlich losfährt und auch pünktlich in Osnabrück ankommt. In der Regel läuft es bis zum Bahnhof „Frankfurter Flughafen“ wie geschmiert. Nur blöd, dass hier am Frankfurter Flughafen Bahnhof die Fahrplan-Verplaner nur die übliche Haltezeit von 2 Minuten ansetzen. Eigentlich machbar! Doch leider ist es an diesem Verkehrsknotenpunkt so, dass selbst nach 15 Minuten Haltezeit noch immer Fahrgäste ein- und aussteigen. Genau an diesem Haltepunkt nimmt das Chaos seinen Lauf, denn hier fängt sich der ICE gleich mal locker die erste große Verspätung von ca. 15 bis 20 Minuten ein.

Wer den Anschlusszug nicht verpassen will, der braucht schnelle Füße

Das wäre ja nicht weiter schlimm, wenn für Reisende nach Osnabrück der Anschlusszug in Köln noch erreicht werden könnte. Pustekuchen! In Köln kann das in die ferne schweifende Lebewesen dem abfahrenden Zug nur noch hinterherschauen. Nun, selbst wenn der „Irrsinige-Chaos-Express“ (ICE) pünktlich am Kölner Hauptbahnhof eintrudelt, wird der Fahrgast dennoch blöd aus der Wäsche gucken. Das Problem, warum selbst bei pünktlicher Ankunft, es mit dem Anschluss nicht klappen kann, liegt hier in der zu kurz bemessenen Zeit von 3 Minuten zum Umsteigen. So fährt der lustige Zug halt nicht vom gleichen Bahnsteig auf dem gegenüberliegenden Gleis ab. Nein, 3 Bahnsteige und etliche Gleise weiter steht der Zug nach Osnabrück bereit. Das ist natürlich für das Getier auf 2 bis 3 Beinen nicht zu schaffen.

Die Täusche Bahn ein Garant für Pleiten, Pech und Pannen?

Selbst ein Sportler, der die 100 Meter in 10 Sekunden laufen kann, würde völlig überrascht und nur noch fluchend dem Zug nach Osnabrück entsetzt hinterhersehen. Nun verstehst Du sicher auch, warum ich die Deutsche Bahn auch Täusche Bahn nenne. Die EntTäuschung ist in solchen Momenten riesengroß! Hat man doch bis dahin noch geglaubt, dass die Bahn ein zuverlässiges Verkehrsmittel ist, fällt man spätestens hier aus allen Wolken. Siehst Du, an solch einem Beispiel wird das ganze Ausmaß des Wahnsinns offenbar. Der Wahnsinn der Fahrplangestaltung, welche sich Leute an verstaubten Schreibtischen ausgedacht haben, kann in der Praxis oftmals nur zu Pleiten, Pech und Pannen führen.

Den Anschlusszug verpassen kann dem Fahrgast teuer zu stehen kommen.

Als wenn das nicht schon genug wäre! Nein, es kommt noch schlimmer, denn den planmäßigen Anschlusszug verpassen, kann einem Fahrgast, der ein Billigticket gelöst hat, teuer zu stehen kommen. Da schlägt die Deutsche Bahn gnadenlos zu. Für die Weiterfahrt mit einem anderen Zug muss der Leidende ein weiteres teures Ticket lösen. Ich geh mal von arglistiger Täuschung aus. Nur meine Meinung! Nein, ein weitere Grund, warum ich die Deutsche Bahn als „Täusche Bahn“ bezeichne.

Bis zum Totalausfall ist alles möglich

Getäuscht werde ich auch regelmäßig vom Regionalexpress, der zwischen Basel Badischer Bahnhof und Offenburg hin- und herpendelt. Da ich auf diesen stinkenden alten Kübel 2 bis 3 Mal die Woche angewiesen bin, kann ich auch hier von eigenen Erfahrungen sprechen. Nein, nicht nur ich, sondern auch andere Leute, mit den ich ab und an ins Gespräch komme, bestätigen mir, dass grundsätzlich kein Regio-Express den Fahrplan einhält. 5 Minuten Verspätung sind die Regel. Bis 20 Minuten oder Totalausfall, welche die Regel bestätigt, gibt es natürlich auch. Nun, mit einer kleinen Verspätung lässt sich es eigentlich noch gut leben. Meinst Du? Nein, denn wer von Istein nach Basel Badischer Bahnhof fährt und dort die Wiesental-Regiobahn erwischen will, der sieht , bei einer Verspätung von mehr als 5 Minuten, auch hier nur dem Anschlusszug hinterher.

Nur Einzelfälle?

Und wenn Du meinst, dass meine Schilderungen nur Einzelfälle sind, dann muss ich Dich leider enttäuschen. Schließlich bin ich ein Vielfahrer und da hab ich schon die tollsten Reisen erleben dürfen. Nur so: Die letzten 3 Jahre haben meine Frau und ich unseren Sohn in Osnabrück besucht. 3 Reisen – 3 Pleiten! Überfüllte Züge, Plätze, welche doppelt reserviert waren, planmäßige Haltepunkte überfahren, falsche Wagenzusammenstellungen … usw. usf.! So komme ich zum Ausrufezeichen: Reisen mit der Deutschen Bahn ist nichts für Weicheier! Deutsche Bahn und Chaos, das gehört zusammen, wie Dick und Doof.

Warum Verspätungen zur Normalität werden

Und zu guter Letzt möchte ich das absolute Übel, warum Verspätungen zur Normalität werden, noch benennen. Kurz und knapp: Die Deutsche Bahn fährt seit der Privatisierung nicht mehr auf der Überholspur. Sprich im Zuge des geplanten Börsengangs wurden massiv weniger genutzte Gleise abgebaut. Die Täusche Bahn versprach sich damit Kosteneinsparungen. Doch dieser Schach-ZUG ging nach hinten los. Diese Gleisbeseitigungen sind die Ursache des heutigen Dilemmas. Denn dadurch gab es auf der Strecke für schnellere Züge auch keine Überholmöglichkeiten mehr. Nun, nach 15 Jahren und abertausenden von Verspätungen ist die Täusche Bahn nur noch ein Trümmerhaufen.

Okay, ich will mich nicht weiter über den Wahnsinn auslassen und möchte ganz einfach, dass es in Zukunft wieder besser wird. Ich würde es deshalb herzlichst begrüßen, wenn die Deutsche Bahn wieder in die Erfolgsspur kommt. Und das kann nur gelingen wenn für den Überholvorgang wieder die nötigen Gleise verlegt werden. Zu dieser Erkenntnis ist mittlerweile auch die Deutsche Bahn gekommen. So hat nun das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur das Landes eine Pünktlichkeitsoffensive gestartet. Da poste ich doch gleich bei Facebook ein “like it”.  Meinen Segen haben sie!

Wünsche – Ideen – Anregungen

Fahrpläne mit den Zugbegleitern koordinieren

Und weil das mein größter Wunsch ist, hier nun meine Wünsche, Ideen und Anregungen, wie die Deutsche Bahn in Zukunft wieder auf die Erfolgsspur zurückfindet. Also, was ist zu tun, wenn doch die E-Loks, die Fahrpläne und das Drumherum total aus der Kontrolle geraten sind? Ganz einfach: Es müssen unbedingt die eingefahrenen Gleise verlassen werden. Und das heißt, dass die Kommunikation von Zugbegleitern mit dem Fahrplanpersonal unbedingt verbessert werden muss. Da müssen sich die Erfahrungswerte der Zugbegleiter in den Fahrplänen widerspiegeln. Und im konkreten Fall, den ich gerade geschildert habe, sind am Bahnhof Frankfurter Flughafen mindestens 10 Minuten Wartezeit in den Fahrplan einzupflegen.Nein, nicht nur das! Ganz wichtig ist es dass die Bahn

Und wenn meine Anregung bei dem Personal, welche sich um schnelle Zugverbindungen kümmert, Gehör findet, dann bin ich zuversichtlich, dass sich das unsägliche Chaos bald auflösen wird.

Wermutstropfen

Okay, wenn denn meinen Worten Taten folgen würden, dann ist das Unmögliche möglich. So wie mein Leitspruch: Wo ein Wille ist, da ist ein Weg, und wo der Weg ist, da ist der Martin, müsste eigentlich diese Aufgabe locker zu schaffen sein. Nun, ein kleiner Wermutstropfen ist schon dabei, denn die breite Masse schreit derweil im Chor: „Da kann man eh nichts machen!“ Doch jeder kann was tun! Wer Gegenteiliges behauptet, der sucht nur nach einer billigen Ausrede. Wie wäre es zum Beispiel, wenn Du diesen Beitrag mit Deinen Freunden im Gesichtserkennungsbuch (Facebook) und bei der Zwitscherei (Twitter) teilst? Und wer hindert Dich daran diesen Beitrag bei der nächsten Reise dem Zugbegleiter in die Hände zu drücken? Keiner, außer Du selbst! Ich mach für heute Schluss, denn ich habe meine verdammte Pflicht und Schuldigkeit getan. Du hast nun Informationen in der Hand, die Du so oder so einsetzen kannst. Du bist jetzt IN FORM!

Beste Grüße: Martin M. Luder (info-at-lefpilk.de)

Quellenangaben, Fußnoten und Weiterführendes   [ + ]

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