Gesunder Kinderrücken: Bewegung & der richtige Schulranzen

Schulranzen voll mit Büchern
Back to School - Where does the sandwich go? © technosynchrocity, Lizenz: CC BY 2.0

Schule ist Alltag für Kinder. Wir Erwachsene wissen, dass Alltag allzu oft Stress bedeutet. In diesem Sinne haben schon die Kleinen Stress. Körperlichen „Stress“. Denn jeden Tag tragen sie ihre Schulsachen mindestens zweimal für eine längere Zeit auf dem Rücken, was eine enorme Belastung darstellen kann. Dementsprechend viele Schreckensnachrichten über Haltungsschwächen sowie dauerhafte Schädigungen an der Wirbelsäule gibt es in den Medien. Fakt ist, dass zahlreiche Kinder bereits in der ersten Klasse ihre Wirbelsäule nicht richtig aufrichten oder längere Zeit aufrecht sitzen können. Dazu klagen sie regelmäßig über Rücken- und Kopfschmerzen. Was können Eltern für die Gesundheit ihrer Kinder tun?

Der kindliche Rücken

Der Körper von Grundschulkindern befindet sich noch in der Entwicklungs- und Wachstumsphase. Knochen und Muskulatur sind noch lange nicht so gefestigt und stark wie bei einem Erwachsenen und daher leicht anfällig für negative Einflüsse von außen. Eine extreme Belastung von Wirbelsäule und Knochen durch einseitige und falsche Bewegungen kann ihre Entwicklung beeinträchtigen. Die Folgen können Langzeitschäden sein, die sich teilweise erst im Erwachsenenalter zeigen.

Gerade die Grundschulzeit ist für den Rücken eine „gefährliche“ Zeit, denn im Alter von ca. fünf bis sieben Jahren richtet sich die Wirbelsäule auf, um schließlich ihre typische S-Form zu erreichen. Ungefähr in der vierten Klasse machen die meisten Kinder noch einmal einen Wachstumsschub. In dieser Zeit ist die Gefahr von Verformungen der Wirbelsäule sehr hoch. Um dieser Gefahr vorzubeugen und für die Gesundheit des Rückens zu sorgen, ist ausreichend Bewegung wichtig. Denn gezielte Bewegung kräftigt die Muskulatur, macht die Gelenke beweglich und fördert eine aufrechte und gesunde Körperhaltung.

Bewegung für einen gesunden Rücken

Beginnt für die Kinder der Schulalltag, ist ihr Rücken noch schwach, denn er war bisher nicht gewohnt, schwere Lasten zu tragen. Um ihn zu stärken, ist vielseitige Bewegung das Beste. Daher sollten Eltern mit ihren Kindern viel Zeit draußen auf dem Spielplatz verbringen, wo sie klettern, rennen und schaukeln können. Unternehmen Sie Spaziergänge, Radtouren und kleine Wanderungen. Um wichtige Muskeln an Bauch und Rücken zu kräftigen, sollten Kinder außerdem einen Ausdauersport sowie gezieltes Gymnastiktraining machen.

Sportarten, welche die Koordination fördern, wie Klettern, Kampfsport und Reiten, sind ebenfalls gut für eine gesunde Entwicklung des Kinderrückens. Auf diese Weise werden auch Oberschenkel- und Hüftmuskulatur trainiert, deren Aufgabe es ist, Becken und Wirbelsäule zu stützen und aufzurichten. Einen nicht unerheblichen Beitrag für die Körperhaltung leisten außerdem die Füße. Ihre Muskulatur kann gestärkt werden, indem die Kinder im Sommer lange Zeit barfuß laufen. In diesem Zusammenhang sollten Sie auch immer auf hochwertige Kinderschuhe achten. Ein positiver Nebeneffekt: Bewegung ist generell wichtig für die Gesundheit und ein sinnvoller Ausgleich zum vielen Sitzen und Lernen in der Schule und Zuhause, denn sie erhält die physische und psychische Leistungsfähigkeit.

Der richtige Schulranzen

Ist der Rücken des Schülers durch ausreichend und gezielte Bewegung gestärkt, ist der richtige Schulranzen ein weiteres Kriterium für seine Gesundheit.

Wichtige Entscheidungskriterien

  • Ergonomische (= der Form des Rückens nachempfunden) & atmungsaktive Polsterung am Rücken
  • Gepolsterte, verstellbare Trageriemen, mindestens vier Zentimeter breit
  • Maximal-Gewicht des Rucksack/der Büchertasche: ca. 15 Prozent des Körpergewichts des Kindes, bei zierlichen Jungen und Mädchen sollte es weniger sein
  • Beckengurt zur Verteilung des Gewichts auf Becken und Beine
  • Oberkante der Büchertasche sollte mit Schulterlinie abschließen

Außerdem sollte der richtige Schulranzen über ausreichend retroreflektierende und fluoreszierende Flächen verfügen, damit die Schüler im Straßenverkehr rechtzeitig gesehen werden. Zu guter Letzt zeichnet sich ein gutes Modell durch robustes und witterungsbeständiges Material aus, damit die Schulsachen geschützt werden. Nähte und Verschlüsse sollten sauber und hochwertig verarbeitet sein. Eine hohe Stabilität ist ebenfalls wichtig für den Schulalltag, in dem die Tasche vielleicht auch einmal auf den Boden fällt. Weitere Informationen zum Thema „Der richtige Schulranzen“ gibt es hier.

Auf die Tragetechnik kommt es an

Wer schon einmal eine längere Wanderung oder eine Trekkingtour unternommen hat, weiß, dass sich ein hohes Gewicht nur dann leicht tragen lässt, wenn die richtige Tragetechnik angewandt wird. Gleiches gilt auch beim Transportieren der Schulsachen. In erster Linie sollten Eltern darauf achten, dass die Kinder Büchertasche oder Rucksack symmetrisch aufsetzen. Nur so ist ein direktes Anliegen am Rücken möglich und das Gewicht kann gleichmäßig verteilt werden. Dafür sollten Sie Ihrem Kind zeigen, dass es die Tragriemen richtig anziehen muss. Besitzt die Schultasche einen Beckengurt muss dieser anschließend geschlossen werden.

Des Weiteren sollte die Tasche niemals bloß auf einer Schulter getragen werden, denn diese einseitige Belastung verdreht die Wirbelsäule und führt im harmlosesten Fall zu Verspannungen, im schlimmsten zu dauerhafter Schädigung der Bandscheiben. Viele Jugendliche tragen Schultasche oder –rucksack jedoch lässig über einer Schulter oder auf beiden Schultern aber dafür mit langen Trageriemen kurz oberhalb des Pos. Das mag vielleicht cool aussehen, ist jedoch ebenfalls Gift für den Rücken. Die Rumpfmuskulatur muss in diesem Fall das Gewicht tragen, um ein Hohlkreuz zu verhindern. Ist sie nicht stark genug ausgebildet, was bei jungen Menschen normalerweise so ist, kann das zu Schädigungen der Wirbelsäule im unteren Lendenbereich führen.

Ordentliches Packen

Aktivität, Fitness und Beanspruchungsparameter beim SchulranzentragenDoch nicht allein der richtige Schulranzen vermeidet Schäden am Kinderrücken. Das Verstauen der für den Schulalltag benötigten Dinge, muss ebenso mit großer Sorgfalt erfolgen. Am besten verfügen Büchertasche oder Rucksack über eine Fächereinteilung. So kann das Gewicht gleichmäßig verteilt werden. Dabei gilt: schwere Dinge wie Bücher und Mäppchen möglichst ins hintere Fach, so dass sie möglichst nahe am Rücken liegen. Leichtere Dinge wie Hefte und Geldbeutel kommen in die vorderen Fächer. Besitzt der richtige Schulranzen Außenfächer, können dort Trinkflasche und Regenschirm Platz finden. Jedoch sollte hierbei ebenso auf eine gleichmäßige Gewichtsverteilung geachtet werden. Also bitte nicht auf die eine Seite die schwere Flasche und in das andere Seitenfach nichts packen.

Darüber hinaus sollten unnötige Dinge am besten zuhause bleiben und nur das mitgenommen werden, was für den kommenden Schultag gebraucht wird. Fragen Sie beim Klassenleiter nach, was Ihr Kind wirklich mitnehmen muss. Bei schweren Büchern wie bspw. Atlanten können sich Banknachbarn oftmals ein Exemplar teilen und mit dem Mitbringen abwechseln. Stärken Sie Ihrem Kind mit diesen Ratschlägen den Rücken, so wird es Ihnen seine Gesundheit danken.

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