Innere Zufriedenheit, eine Sache der Einstellung?

Warum ich das frage. Das ist so: Da mir die innere Zufriedenheit, trotz größter Anstrengungen, Atemübungen, Meditationen, noch immer nicht dauerhaft zugefallen ist, macht die Frage, ob man Zufriedenheit kaufen kann, doch Sinn. Deshalb frage ich auch weiter, ob die innere Zufriedenheit von äußeren Umständen abhängig ist? Kann ich die innere Zufriedenheit bei Aldi, Lidl oder Rewe kaufen, oder kann ich mir die innere Zufriedenheit an der nächstbesten Tankstelle per Zapfhahn in meinen Hintern blasen lassen? Vielleicht kehrt die innere Zufriedenheit aber erst dann endgültig in mein Leben ein, wenn mir 6 Richtige im Lotto zufallen und ich, aufgrund des zufallenden Geldes, mir den Vorruhestand leisten kann? Komisch, gerade, wo ich diese Zeilen aufs Papier kleistere, bin ich so was von entspannt, man glaubt es kaum.

Ist das „liebe“ Geld die Triebfeder für die innere Zufriedenheit?

Ich spüre doch tatsächlich in diesem Moment ein Hauch von innerer Zufriedenheit. Zufall, oder was? Nein, mir kam bei den ersten Zeilen meines Sprechdurchfalls in den Sinn, dass mein Beitrag über die innere Zufriedenheit verdammt gut wird. Lustig gell, was man mit guten Gedanken so alles bewirken kann? Also, deshalb halte ich kurz fest, dass selbst wenn sich äußere Umstände, wie zum Beispiel das große Lottoglück, einstellen, diese schönen Umstände nicht unbedingt ein Garant für dauerhaften inneren Frieden sind. Wäre denn grundsätzlich nur das „liebe“ Geld die Triebfeder für den inneren Frieden, dann müsste doch eigentlich jedem, dem viel Geld zufällt, auch mit einem satt gefüllten Bankkonto sein innerer Frieden zufallen. Okay, mit viel Geld kann sich derjenige, der es denn verdient, sicher viele Glücksmomente schaffen, aber die Kunst des inneren Friedens dauerhaft, bzw. in einem hohen Maße zu erschaffen, ist, wie ich es eingangs erwähnt habe, vielfältig. Grundsätzlich gilt folgendes:

“Der höchste Genuss besteht in der Zufriedenheit mit sich selbst.“ (Jean-Jacques Rousseau) [1]

Und deshalb, ob arm oder reich, ist es doch so, dass die innere Zufriedenheit nur eine Sache der inneren Einstellung ist. Warum es aber mit dieser inneren Einstellung, obwohl es uns doch im „goldenen Westen“ so gut geht, hapert, und die Momente eines Zustandes von innerer Zufriedenheit eher selten sind, das möchte ich nachstehend kurz beleuchten. Okay, kleine Übertreibung, denn das mit der inneren Zufriedenheit, die eher selten ist, ist halt auch nur meinem persönlichen Erfahrungsschatz geschuldet! Nun, schau Dich doch bitte halt mal selbst um, ob Du bei all den Stressfaktoren, die uns zur Zeit in einem nie dagewesenen Maße umgeben, im Großen und Ganzen bei den Mitmenschen noch eine innere Zufriedenheit erkennen kannst? Wo sind denn die von Glückshormonen überschütteten Geschöpfe, die vor innerer Zufriedenheit regelrecht überschäumen? Wo sind die Leut, die ihre innere Zufriedenheit so nach außen tragen, dass auch Du etwas davon abbekommst? Okay, vielleicht ist es ja so, dass das bisschen Mensch vor lauter Angst vor Überfremdung, Bürgerkrieg und Terror, aber auch beim alltäglichen Versuch im Hamsterrad-Wettrennen Beruf, Beziehung, Haushalt, Gesundheit und Freizeit in der Balance zu halten, nur noch selten auffällt, dass es sicher auch eine kleine Gemeinde Menschen gibt, die den inneren Frieden tatsächlich noch ausstrahlen.

Ist die innere Zufriedenheit eine Sache der Gedanken?

Ist es nicht auch weiterhin so, dass gerade dann, wenn man endlich mit einer Sache zufrieden ist, eine andere Sache aus dem Gleichgewicht fällt? Es gibt halt immer was zu tun. Kaum ist der Müll beseitigt, türmen sich schon wieder neue Müllberge auf. Kaum ist eine Rechnung bezahlt, schneit unverhofft schon die nächste Zahlungsaufforderung ins Haus. Und als wenn das nicht schon alles genug wäre, kommt zu dem alltäglichen Stress auch noch der durch existenzielle Krisen, wie Tod, Scheidung, Umzug, Arbeitslosigkeit, schwere Krankheit, Konkurs und Zwangsvollstreckung, verursachte Stress noch gleich um die Ecke.
Kennst Du solche Tage, wo Dir das Leben verleidet ist, und Du, trotz eines vielleicht noch angenehmen Wochenendes, den Wochenanfang – den Montag halt – mit den Gedanken „schon wieder eine neue Woche im Hamsterrad“ begrüßt? Ja, ich weiß doch, dass es auch anders geht, und ich den Tag, die Woche, ganz anders angehen könnte, und dass es die Gedanken sind, die in mir was „Gutes“ oder „Schlechtes“ entstehen lassen. Ich könnte ja morgens, kurz vor dem Aufstehen, den Tag mit den Worten „Mir geht’s gut, ich bin gesund, ich freu mich auf alles, was mir heute zufällt“ begrüßen, aber da fängt es doch schon wieder an.

Haben Hardcore-Esoteriker die innere Zufriedenheit für sich gepachtet?

Wer erst einmal auf der Stress-Schiene ist, bzw. wer von solchen Gedanken erst einmal gefesselt ist, der steigt nicht mehr so schnell aus dem Gedankenkarusell wieder aus. Genau so ist es! Und wahrlich sage ich Dir weiterhin, dass es beileibe nicht nur externe Einflüsse sind, die eine innere Zufriedenheit verhindern, sondern dass es auch eine ganze Reihe von inneren Stressfaktoren gibt, die in unserer Psyche verheerende Schäden anrichten. So sind innere Stressfaktoren wie Ängste, Beklemmungen, Minderwertigkeitsgefühle, Perfektionismus – eine Krankheit, mit der ich mich ganz gut auskenne -, aber auch Depressionen, überhöhter Erwartungsdruck, Zwänge, Selbstverachtung, Verbitterung, Geheimnisse, Lügen, Verurteilungen und noch weit mehr, die Blockaden, die eine innere Zufriedenheit verhindern! Nun, Hardcore-Esoteriker, die Fraktion aus der Licht und Liebe Ecke, die scheinen, zumindest wenn man sich ihre Rezepte, die sie in Bücher gegossen haben, anschaut, von innerer Zufriedenheit gerade zu besessen zu sein. Ich bleib auf dem Teppich, aber ich sage es auch frei raus, dass mir genau durch solche Bücher und auch mit Hilfe von gut geschulten Personal sowie mit gewissen Achtsamkeitsübungen sich in mir eine Zeit lang schon eine gewisse Zufriedenheit breit machte.

Der Virus Unzufriedenheit

Ist die Unzufriedenheit ansteckend?

Und so frage ich mich, warum ich diesen Zustand des inneren Friedens trotz bester Vorsätze und guter Therapie, nicht halten konnte, bzw. warum ich wieder in alte Denkmuster verfallen konnte? Liegt es vielleicht an meinem Umfeld? Okay, da komm ich der Sache schon etwas näher, denn ein Umfeld, das von einer Unzufriedenheit über Arbeitsbedingungen und Mobbing geprägt ist, und wo man ein Satz „Mir geht’s gut!“ nur noch selten hört, ist dem inneren Frieden, den man eigentlich will, nicht wirklich zuträglich. In einer Gesellschaft, wo es mittlerweile chic ist unzufrieden zu sein, da ist es doch so, dass diese Unzufriedenheit einen Virus in sich trägt – die Unzufriedenheit ist ansteckend! Und wenn es einem wie mir noch beschieden ist mit solch einem Mitmenschen täglich 10 bis 12 Stunden ein Geschäftszimmer zu teilen, dann ist der Rückfall – wenn man nicht wirklich gefestigt ist – vorprogrammiert. Okay, das gehört zum Leben, aber zum Leben gehört es auch, dass, wenn sich die Unzufriedenheit verdichtet und ich hernach zur Besinnung komme, dass doch alles, was mir zufällt, zu meinem Besten dient! Dann verstehe ich in solchen Momenten natürlich auch, dass die innere Zufriedenheit nicht in den Sternen liegt! Dann verstehe ich aber auch, dass ich in jedem Augenblick entscheiden kann, ob ich mich auf die negative Energie, die meine Mitmenschen versprühen, einlasse, bzw. ob ich Sprüchen von endlos gestressten Lebewesen auf den Leim gehe oder nicht! Sprüche wie „Ich habe das ganze Jahr, außer wenn ich meinen Jahresurlaub habe, Stress!“ sollten mich, wenn ich es denn wirklich verstanden habe, was Gedanken anrichten können, doch kalt lassen! Also wieso, auch diese Frage sei erlaubt, kann ich in solchen Momenten nicht einfach großzügig über solch eine Aussage hinwegschauen und lade mir stattdessen, weil ich diesen Blödsinn auch noch kommentiere, noch mehr Unzufriedenheit und Stress auf?

Liegt die Unzufriedenheit im Trend der Zeit?

Bin ich ein Einzelfall oder ist die Unzufriedenheit vielleicht einfach nur „trendy“ oder wieso neigen wir eigentlich in einer Gesellschaft, wo es Menschen ungleich besser als ihren Vorfahren geht, zu immer mehr Unzufriedenheit? Wir sind doch freier, reicher und leben in einem nie dagewesenen Wohlstand und dennoch hat die breite Masse Mensch, trotz dieser sagenhaften Voraussetzungen, im Großen und Ganzen den inneren Frieden verloren! Wie blöd ist das denn? Okay, das ist wahrscheinlich so blöd, wie das Buch von Sabine Asgodom, die über „Das Glück der Pellkartoffeln: Der Luxus der Zufriedenheit“ [2] geschrieben hat. Ich möchte auf das Buch nicht näher eingehen, sondern die Sache mit der inneren Zufriedenheit, wie wir alle wieder dahinkommen können, kurz auf 3 Punkte reduzieren. Nun möchte ich Dir diese drei einfachen Regeln, um wieder achtsam und bewusst durchs Leben zu gehen, ans Herz legen.

3 Regeln zur inneren Zufriedenheit

Die erste Regel: Dankbarkeit!

Sei dankbar in allen Dingen, denn durch Dankbarkeit wird Deine Sichtweise auf das Leben auf das Wesentliche konzentriert. Dankbarkeit verleiht wie Red-Bull Flügel, denn es erzeugt ein mehr als angenehmes Gefühl, sich wieder an den kleinen Dingen des Lebens zu erfreuen. Wir müssen nicht alles haben! Schließlich sind wir doch keine KonsumENTEN, die jedem Modetrend hinterherlaufen müssen!

Die zweite Regel: Auf die innere Stimme hören!

Ja, auf die innere Stimme hören, die selbst im Trubel des Alltags leise zu Dir spricht! Eine Stimme, die Dich mahnt, ab und zu etwas kürzer zu treten, und die Dir aber auch sagt, dass Du Dich nicht mehr hetzen lassen musst! Eine Stimme, die Dir aber auch ins Ohr flüstert, dass Du selbst im täglichen Hamsterrad-Treten kurze Entspannungszeiten finden kannst. Die Stimme, die Du aber nur dann hören kannst, wenn Du Dir erlaubst, nur einen winzigen Moment die Füße stillzuhalten. Und wenn Du auf diese leise Stimme hörst, dann gibt es mit Sicherheit viele Augenblicke des Lebens, wo Dir dieser innere Frieden wieder zufällt. Ich bin mit meinem Beitrag fast am Ende, denn meine innere Stimme meint gerade, dass es an der Zeit ist, das Buch von Ashley Bush „Gelassenheit to go“ zu lesen. [3]

Die dritte Regel: Der Weg ist das Ziel!

Und diese Regel Nummer 3 „Der Weg ist das Ziel“ macht nur Sinn, wenn Regel 1 und 2 in Fleisch und Blut übergegangen ist. Und wenn mir im Leben mal wieder gewisse Ereignisse zufallen, die mich aus der Bahn werfen, dann rufe ich mir diesen Beitrag erneut ins Gedächtnis und fang wieder von vorne an.
So mache ich das. Einen Satz möchte ich Dir aber noch hinter die Ohren schreiben. Hier lies, was ich in einem anderen Aufsatz zu dem Thema gefunden habe:

„Entscheidend ist das Bewusstsein dafür, dass wir es im Großen und Ganzen selbst in der Hand haben, ob wir im Leben zufrieden sind und Erfüllung empfinden oder nicht.“ [4]

Genau so ist es! Diesen Worten ist nichts mehr hinzuzufügen, außer mein Wunsch, dass diese innere Zufriedenheit in den Herzen der Menschen wieder Fuß fasst. Was noch? Ach ja, die Erdenbürger brauchen unbedingt mehr innere Zufriedenheit, denn nur zufriedene Menschen sind in der Lage, gute Beziehungen mit seinem Nächsten zu pflegen. Dieser Friede sei mit Dir, bis die Welt untergeht oder der Messias vom Himmel fällt!

In diesem Sinne ganz liebe Grüße vom Martin M. Luder ([email protected])

Quellenangaben

Bild: Asa Yoga Meditating © Minoru Nitta, Lizenz: CC BY 2.0

  1. www.bk-luebeck.eu/zitate-rousseau.html
  2. www.myself.de/myself-menschen/psychologie-alltag-mensch-lass-es-gut-sein
  3. www.kopp-verlag.de/Gelassenheit-to-go.htm
  4. www.gesundheit-und-wohlbefinden.net/die-innere-zufriedenheit-finden/

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