Mehr Sinn als Zweck – wie uns unsere Wohnung beeinflusst

Wohnung mit Flatscreen TV an der Wand

Gut zwei Drittel unseres Lebens verbringen wir in den eigenen vier Wänden und da darf es gerne mehr sein als Bedürfnisbefriedigung. Essen, schlafen und vielleicht noch ein wenig Entspannung ist den meisten längst zu wenig. Wir wollen uns rundherum wohlfühlen.

Früher galt die Küche als Kommunikationszentrum. An einem großen Tisch fand sich die ganze Familie ein, um sich auszutauschen. Mit Erfindung des Fernsehers verlagerte sich das Geschehen ins Wohnzimmer und die Kommunikation verschwand. Manche gehen sogar so weit, dass sie von einer Gesellschaft der Gleichgültigen sprechen.

Wie wir wohnen, hat tatsächlich Einfluss darauf, wie wir uns fühlen und ob wir noch miteinander sprechen und austauschen. Unterhaltungselektronik darf sein, jedoch dezent integriert und fernab davon, das Zuhause zu dominieren. Gerade die jüngere Generation legt vermehrt Wer darauf, dass die eigenen vier Wände mehr sind als ein Mittel zum Zweck. Je mehr Ablenkung uns zu Hause erwartet, desto eher lassen wir uns ablenken. Der eine sitzt vor dem Fernseher, der andere lässt sich von Musik über den Kopfhörer berieseln und der nächste hockt in seinem Zimmer und zockt online. An dieser Stelle könnte man argumentieren, dass es rücksichtsvoll ist, wenn jeder seinen Interessen nachgehen kann ohne die anderen zu stören. Andererseits gehen wir dem Miteinander auf diese Weise auch leichter aus dem Weg.

Alternative zum gegenseitigen Anschweigen

Ein wesentlicher Faktor, dass wir uns regelrecht hetzen lassen, ist sicher die Digitalisierung und der technische Fortschritt. Mails können von daheim gelesen und gegebenenfalls auch beantwortet werden – wir könnten, ergo tun wir es. Netflix und Co ermöglichen uns, eine Serie oder einen Film zu sehen – ergo finden wir garantiert Unterhaltung von Außen anstatt die Zeit mit dem Partner zu verbringen. Bequem können wir Essen online bestellen – und genießen es alleine.

Dem Essen ist es allerdings auch zu verdanken, dass wir wieder zueinanderfinden. Slow Food wird zelebriert und wer über genügend Platz verfügt, kocht gerne gemeinsam mit Freunden und das am liebsten an einem großen Esstisch. Wegen der zunehmenden Anzahl an Singlehaushalten, steigenden Mietpreisen und dem großen Angebot an Convenience werden Küchen zwar in den letzten Jahren gut durchdacht auf wenigen Quadratmetern untergebracht, aber immer mehr – und hier vor allem die gut ausgebildete Generation – ersetzen die klassische Wohnzimmereinrichtung durch multifunktionale Lösungen.

Statt der gemütlichen Couch in XXL entscheiden sich einige für einen XXL-Tisch an dem sich nicht nur alle zum gemeinsamen Essen treffen können, sondern an dem auch gearbeitet werden kann oder nebenbei die Nachrichten gesehen werden können. Wer sich für so eine Lösung entscheidet, fängt mit Wohnzimmermöbeln wie sie lange Zeit beliebt waren, naturgemäß wenig an. Nicht nur, dass solche einiges an Platz benötigen; sie passen auch schwer an den Anspruch einer dezenten Optik.

Unterhaltungselektronik im Hintergrund

Fernseher und Klangerlebnisse für feinsten Musikgenuss dürfen samt Trend zur Entschleunigung trotzdem nicht fehlen. Nur eben gut versteckt. Wer den Fernseher zum Beispiel an der Wand montiert, kann das nützliche Element geschickt in die restliche Dekoration integrieren. Bilder, die rundherum aufgehängt werden sind ebenso geeignet wie Kerzenhalter. Letztere sorgen bei anregenden Gesprächen am Esstisch für ein angenehmes Ambiente. Dem Umweltschutz ist zusätzlich Rechnung getragen.

Es liegt an uns, wie wir unser Leben gestalten.

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