Über die Lohnpolitik der letzten Jahre lässt sich sehr gut streiten. Während viele Arbeitnehmer in den leeren Geldbeutel starren, ist die deutsche Wirtschaft beständig produktiv. Auch wenn es im ersten Quartal 2014 einen leichten Dämpfer für den Wachstum gab und das Bruttoinlandsprodukt um 0,2 Prozent zum Vorquartal zurückgegangen ist, kann sich die Wirtschaft in Deutschland eigentlich nicht groß beklagen.

Quelle: Veränderung des BIP in der BRD
Quelle: Veränderung des BIP in der BRD

Als von der Armut bedroht gilt jemand, der über weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügt. Momentan liegt die Grenze in Deutschland für Alleinstehende bei 980 Euro im Monat und für ein Paar mit zwei Kindern bei 2058 Euro.

Armutsgefährdung in Deutschland:

  • Frauen 17,2 %
  • Männer 14,9 %
  • Unter 18-Jährige 15,3 %
  • 18- bis 65-Jährige 16,6 %
  • 65-Jährige und Ältere 15,0 %
  • Alleinlebende 32,4 %
  • Alleinerziehende 38,8 %

Die genauen Daten sind beim Statistischen Bundesamt einzusehen.

Der Durchschnitt der Gehälter in Deutschland liegt bei rund 31.000 Euro Brutto-Jahresverdienst, höhere Gehälter ab 60.000 bis 70.000 Euro sind seltener. Doch die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung besitzen mehr als die Hälfte des Gesamtprivatvermögens in Deutschland. Mittlerweile liegt das Geldvermögen bei 4,7 Billionen Euro, in Immobilien bei 5 Billionen Euro. Das reichste Fünftel soll laut dem Institut der deutschen Wirtschaft über 75 Prozent des Immobilienvermögens besitzen. Große Unterschiede gibt es bereits im Vergleich von West- und Ostdeutschland und der Nord- und Südbundesländer. Ganz davon abgesehen, dass die Gründe der Arbeitslosenzahlen sehr verschieden sein können, was dieser Artikel erläutert.

Wer verdient das meiste Geld?

Viele der Umfragen und Analysen zu den aktuellen Gehältern in Deutschland erläutern, das vor allem Manager, Unternehmensberater, Ingenieure und Ärzte zu den Top-Verdienern gehören. Doch auch Banker, Fußballspieler und Bundestagsabgeordnete können neben ihrem Grundgehalt ordentlich dazu verdienen. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel steht mit rund 261.000 Euro Jahresgehalt dabei nicht einmal ganz oben auf dem Treppchen der Spitzengehälter.

Bankgehälter

Die Deutsche Bank zahlte den beiden Vorsitzenden Jürgen Fitschen und Anshu Jain 7,47 Millionen Euro Jahresgehalt im Jahr 2013. Das Festgehalt beträgt eigentlich rund 2,3 Millionen Euro, doch durch kurz- und langfristige Boni summiert sich das Gehalt oft auf mehr als das Doppelte. Nach einer neuen Gesetzesregelung sollen die Boni ab 2014 höchstens die Summe des Grundgehaltes betragen dürfen. Doch die Aktionäre der Deutschen Bank beschlossen, dass bei Investmentbankern Boni möglich sind, die das Doppelte des Grundgehalts betragen. Zusammen erhielten 2013 alle Vorstandsmitglieder 38,5 Millionen Euro, trotz des Verlustes von 1,1 Milliarden Euro, durch mehrere rechtliche Auseinandersetzungen – unter anderem durch den Kirch-Vergleich.

Ein Grund sei die höhere Wettbewerbsfähigkeit durch diese Zahlungen. Diese Gehälter stehen wohl kaum im Verhältnis zu den letzten Krisen der Deutschen Bank. Trotzdem steigen diese an, während sich der Durchschnitt in Deutschland innerhalb der letzten Jahre kaum nach oben bewegt hat. Im Vergleich liegt der Commerzbank-Chef Martin Blessing mit 1,38 Millionen Euro Jahresgehalt deutlich darunter, vor allem da er auf einen Bonus verzichtet hatte. Die Begründung:

„Wenn es keinen Gewinn gibt, finde ich es nicht richtig, wenn der CEO, also ich, eine variable Vergütung erhält.“ [1]

Gehälter der führenden deutschen DAX-Konzerne

Im Schnitt erhielt ein Vorstandsvorsitzender deutscher Konzerne 2013 5,53 Millionen Euro.

Gehälter von Vorstandsvorsitzenden der DAX-Konzerne
Quelle: Gehälter von Vorstandsvorsitzenden führender DAX-Konzerne

Diese Zahlen sind für Normalverdiener kaum zu verstehen, vor allem da einige Konzerne 2013 deutlich weniger EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) erzielten. Die hohen Zahlungen der Deutschen Post an ihren Chef erhalten einen faden Beigeschmack, wenn der Zustand der Zusteller in Erinnerung kommt. Überstunden, hoher Krankenstand und Arbeitspensum am Limit führen dazu, dass die Postboten kaum hinterher kommen. Vor allem die geringen Gehälter der Subunternehmer und Zulieferer stehen seit Jahren in der Kritik. Am Gehalt der Chefs ändert das allerdings wenig.

Fußballprofis und ihre Gehälter

Im Profisport sind Spitzengehälter keine Seltenheit. Hohe Jahresgehälter, Ablösesummen und Werbeverträge machen aus vielen Fußballprofis sehr schnell Millionäre. Dabei ist Bescheidenheit fehl am Platz und vor allem beim Topverein Bayern München überschlagen sich die Summen jedes Jahr immer mehr. Beispiele sind Kapitän Philipp Lahm mit 10 Millionen Euro Festgehalt, plus 3,6 Millionen Euro Werbeverträge und 0,6 Millionen Euro Prämien. Bastian Schweinsteiger erhält ebenfalls zehn Millionen Euro, sowie 0,6 Millionen Euro Prämien. Der ehemalige Präsident Uli Hoeneß soll angeblich nur eine Millionen Euro Festgehalt pro Jahr erhalten haben, doch Trainer Pep Guardiola soll rund 17 Millionen Euro pro Jahr verdienen. Weitere Details zu den Gehältern der Bayern-Spieler gibt es auf folgender Seite.

Beim Konkurrenten Borussia Dortmund liegt das Trainergehalt von Jürgen Klopp angeblich bei drei bis sechs Millionen Euro. Mats Hummels und Marco Reus erhalten jährlich in etwa drei bis vier Millionen Euro, im aktuellen Streit um Marco Reus zwischen Bayern und BVB sollen sogar Summen von sechs Millionen Euro im Spiel sein. Die Gehälter der Fußballprofis sind dank des überwältigenden Interesses am Sport und an der gesamten Fußballwelt so hoch wie nie zuvor; dieser Artikel kritisiert dies. Trotz Rügen der FIFA an der Wirtschaftlichkeit der Vereine sind die gezahlten Summen für Normalverdiener kaum zu verstehen. Die Leistung steht im Vordergrund, doch sind dafür wirklich über 10 Millionen Euro im Jahr notwendig?

Solange sich der Durchschnittsgehalt nicht erhöht, gibt es keine gerechte Verteilung des Reichtums in Deutschland.

Quellenangaben

  1. handelsblatt.com: Vorstände überflügeln Commerzbank-Chef

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