Ist Terrorismus heilbar oder eine unendliche Geschichte?

Anti-Terrorismus Übung
Anti-Terrorismus Übung

Hintergründe und Geschichte (I)

Die Attentate von Paris und Brüssel haben die Nation geschockt. Der Terror rückt näher, die Angst sitzt den Bürgern der BRD und Europas im Nacken. Die durch Terrorismus geschürten kollektiven Angstgefühle erzeugen Unsicherheit unter der Bevölkerung. Man bezeichnet diesen Vorgang auch als Destabilisieren. Terror-Anschläge haben also die Wirkung ein Land zu destabilisieren. Ist das aber auch die Absicht, die dahinter steht? Wie reagiert die Politik darauf?

Jeder weiß heute, das ist ja auch kein Geheimnis, dass eine ordentliche Propaganda, die etwas auf sich hält, einen Buhmann benötigt. Denn so einen Buhmann, den kann man immer mal gebrauchen, um die Masse in eine bestimmte Richtung zu drängen. Sei es um einen Verteidigungsetat zu rechtfertigen, von wichtigen innenpolitischen Dingen abzulenken, oder um ein Gesetz zu zementieren, das man sowieso schon in der Schublade hatte. Wenn es knallt, laufen alle weg, hin zu denjenigen, die ihnen versprechen, für Ruhe, Ordnung und Sicherheit zu sorgen.

Lassen Sie uns also kurz innehalten bei der Rennerei und die einfache Frage stellen, wieso die Attentäter in der Regel einfache, sprich zivile Ziele für ihre Attentate auswählen. Wenn Sie oder ich, rein hypothetisch jetzt natürlich, auf die Idee kommen würden, die Schweiz sei die Wurzel allen Übels, wegen den Banken und so – und sie wären ernsthaft entschlossen, bis auf´s Äußerste sogar, etwas dagegen zu unternehmen -, würden Sie sich wirklich auf den Marktplatz in Bern stellen und sich in die Luft sprengen?

Ist Terrorismus heilbar?

Nun gut, wir wissen ja alle, die Araber und so, die machen so Sachen halt, wegen ihrem Glauben und vielleicht sind sie ja auch noch verrückt, wer weiß. Wenn ich so genauer darüber nachdenke, meine ich sogar mit Gewissheit sagen zu können, dass nur jemand, der total verrückt ist, so etwas tun würde. Jeder andere würde doch mindestens einen NATO-Stützpunkt ins Visier nehmen, die EU-Zentrale oder wenigstens ein Finanzamt, oder?

Na bitte, da haben wir´s, alles klar, vor den Verrückten muss man sich in Acht nehmen.
Auch in anderer Hinsicht, psychologisch gesehen jetzt, kann man die Sache quasi rational erklären. Wenn einem seit ungefähr hundert Jahren oder länger die eine oder andere Kolonialmacht auf dem Dach herumtrampelt, dann kann einem ja auch schon mal die Hutschnur platzen. Trotzdem muss man sich vor den Spinnerten natürlich schützen, schon klar. Also mehr Militär, mehr Überwachung, mehr internationale Zusammenarbeit der Behörden, bargeldloser Zahlungsverkehr, mehr Kontrolle, weniger Rechte, hab´ ich was vergessen?

Trotzdem, die Unzufriedenheit nagte weiter an mir, eine Frage hatte ich nämlich noch. Könnte man, anstatt “Werte zu verteidigen” und den arabischen Terrorismus durch den Drohnenkrieg zu schüren, nicht jetzt einfach mal aufhören, sich in die Belange anderer Länder einzumischen, diese zu bombardieren oder gleich einzumarschieren, Waffen in alle Welt zu liefern und Terroristen zu finanzieren, und stattdessen ein gerechtes Finanzsystem und ein direkteres, reformiertes Demokratiesystem auf die Beine zu stellen, mit dem diese politischen Automatismen wenigstens theoretisch beendet werden könnten?

Krieg gegen den Terror in den 60er – 80er Jahren

Unerklärlicherweise habe ich bei den tragischen Attentaten in Brüssel an eine andere Geschichte denken müssen, die Belgien von 1982-1985 in Angst und Schrecken versetzte. Dem vorausgegangen war beginnend mit dem Ende der 60er Jahre eine Terrorwelle in Italien, deren Höhepunkt und bekanntestes Ereignis der Bombenanschlag von Bologna war, dem über 80 Menschen zum Opfer fielen; im selben Jahr kostete eine Bombe am Eingang des Münchner Oktoberfestes 13 Menschen das Leben. Viele der Anschläge sind bis heute ungeklärt.

In Italien wurde in der Regel die Rote Brigade (Brigade Rosso) für die Anschläge verantwortlich gemacht, einige Mitglieder derselben waren auch geständig. Ein Teil der Wahrheit kam jedoch ans Licht, als die Untersuchungen zu einem Anschlag in Petuano 1972, bei dem drei Polizisten getötet wurden, ergaben, dass der italienische Geheimdienst mehr als nur involviert war in diesen Anschlag (und möglicherweise weitere) und Verbindungen zu einer NATO-Nachkriegsoperation namens „Gladio“ oder „Operation Stay Behind“ gezogen wurden.

Operation Stay Behind

Operation Stay Behind war ursprünglich gegründet worden, um bei einem Überfall Russlands auf Europa Basen hinter den Linien des Feindes zu unterhalten, die nachrichtendienstliche Aufgaben erfüllen und Sabotageakte verüben sollten etc.. Das zweite Ziel dieser Operation war, die „Gefahr des Kommunismus“ innerhalb der NATO-Länder zu bekämpfen. Nachdem der Russe auf sich warten ließ und einfach nicht kam, hat man sich dann offenbar entschlossen, das zweite Ziel entschieden weiterzuverfolgen (der Kommunismus in Italien war lange Zeit einfach nicht unterzukriegen), zumal man doch die Leute, die Waffen und die Finanzierung schon bereitstehen hatte.

Nicht so „klar“ wie bei der Terror-Serie in Italien war die Sachlage in Belgien Anfang der 80er Jahre. Die sogenannte „Killerbande von Brabant“ überfiel serienmäßig Supermärkte und erschoss wahllos Leute, scheinbar aus keinem anderen Zweck heraus, als Angst und Schrecken zu verbreiten. Sie stahlen keine Lebensmittel und auch kein Geld. Sie taten ganz genau das, was eben Terroristen so machen, Schrecken verbreiten und destablisieren. Es gab jedoch keine Bekennerschreiben, keine offensichtlichen Motive, die Taten waren keine Raubüberfälle. Es gab diesbezüglich nie Verhaftungen, nur einige Selbstmorde in Gefängniszellen. Die meisten der Taten blieben bis heute ungeklärt.

Was könnte das Motiv für diese Terror-Serie gewesen sein? Spekulationen halten sich hartnäckig, dass Belgien in gewissen Kreisen damals als Unsicherheitsfaktor für die NATO-Pläne angesehen wurde. In Deutschland galt Bundeskanzler Schmidt als zu schwach, um mit der RAF umzugehen (das ist wieder eine andere Geschichte). Leute demonstrierten in Brüssel und anderen Städten, auch in Deutschland wurden ab und zu Anti-NATO Plakate in die Höhe gehoben; eine Delegation der Grünen reiste gar nach Libyen zum mittlerweile verstorbenen Gaddafi.

Eine nicht unwesentliche Querverbindung zwischen den Attentaten in Italien und Belgien war indes die verwendete Munition bzw. der Sprengstoff. Die Spur führte direkt zur NATO und zu Operation Stay Behind bzw. Gladio. Ach richtig, deswegen fiel mir die Geschichte im Zusammenhang mit den neuesten Attentaten ein – es geht um dieselbe NATO, die ausgerechnet in Brüssel ihren Stammsitz hat, was die Attentäter anscheinend nicht wussten.

Das Buhmann-Prinzip

Gerade dieses Fehlen jedes greifbaren Verdächtigen oder eines plausiblen Motives, machte die Sache in den 80er Jahren so mysteriös, denn jeder weiß doch seit seiner Kindheit, dass zum Propagandaspiel immer ein Buhmann, ein schwarzer Mann, ein Saddam, ein Assad, ein verrückter Nord-Koreaner, ein Putin oder eine Terrortruppe gehört. Bei der Terrorserie in Belgien in den 80er Jahren konnte keiner so richtig wegrennen, weil kein schwarzer Mann in der Mitte stand, vor dem man hätte wegrennen können.

Aus der Verblüffung, die auch heute noch über diesen Umstand herrscht, kann man leicht ersehen, wie wichtig dieses Element in der Regel bei Terror-Anschlägen ist.

Unbegreiflicherweise hat sich auch 2001 meines Wissens niemand mit dem Terror-Anschlag gebrüstet. Nein, Osama Bin Laden hat nicht und er stand auch nie deswegen auf der Fahndungsliste der Behörden, das wussten Sie sicher schon. Und welche Bedeutung man dem Zeugnis eines vielfach gefolterten Menschen beimessen möchte, sollte auch nicht zur Debatte stehen.

Natürlich gab es zu den neuesten Anschlägen in Brüssel Bekenntnisse von ISIS, in Zeiten des Internets ist das ja auch schnell erledigt. Es gab auch Selbstmordattentäter (Pässe wurden glaube ich diesmal nicht gefunden, oder?), alles sehr überzeugend, in gewisser Weise beruhigend. Es hat seine Ordnung, der Buhmann ist da, jetzt muss man nur noch dafür sorgen, dass die Leute laufen, ob sie alle in dieselbe Richtung laufen, ist dabei zweitrangig. Wenn´s knallt, bleibt keiner stehen und sagt „Halt, moment mal, wieso knallt´s da eigentlich gerade?“

Panik oder Politik?

Ist ja auch ganz normal, ich mach jetzt da keinem einen Vorwurf, oder so. Aber ein bisschen unbefriedigend ist die Situation letztendlich doch. Ist es wirklich wahr, was die Psychologen so herausgefunden haben wollen, dass wir sozialen Reflexen ebenso gehorchen wie körperlichen? Wenn jemand dicht vor unseren Augen die Hände zusammenschlägt, dann blinzeln wir, und wenn Terror-Anschläge (in der Nähe) stattfinden, dann rennen wir und fragen nicht mehr?

So verlockend die These auch klingen mag, die Fragestellung an sich bedarf einer Überarbeitung. Die Regeln des Spiels werden nämlich von Kindesbeinen an von unserem politischen System vorgegeben. Und sie gelten schlicht und ergreifend auch in erster Linie für politische Entscheidungen. Unglücklicherweise müssen in unserem System alle mitrennen, wenn die „Entscheider“ meinen, diesem (politischen) Reflex folgen zu müssen. Dieser Reflex kann ein Auslandseinsatz sein, mehr Überwachung, Kontrolle über das Internet, die Rettung einer Bank, usw..

Der erste Verlierer …

… im Krieg gegen den Terrorismus ist immer die Wahrheit.

Wenn wir jetzt nicht endlich anfangen, aus der Geschichte zu lernen und die simplen Reflexe, von denen unsere Politik gelenkt wird, als das zu erkennen, was sie sind, nämlich politische Reflexe, die auf oft genug dem Buhmann-Prinzip beruhen, dann sind die Millionen Toten, die es seit jenem Krieg gab, „der alle Kriege beenden sollte“, umsonst gestorben.

In jedem von uns sollten, im Gegenteil, alle Alarmglocken klingeln, sobald wieder irgendein Bösewicht aus dem Schrank hervorgeholt und der Öffentlichkeit präsentiert wird – dies gilt für Innen- wie Außenpolitik gleichermaßen -, aber auch wenn Panik erzeugt wird, oder Krisen an die Wand gemalt werden. Kurz gesagt, wenn „der Teufel“ dank unserer „unabhängigen“ Medien „an die Wand gemalt wird“. Insbesondere gilt dies für den Aufruf zum Krieg gegen den Terrorismus.

Wenn Herr Gauck und Frau v. d. Leyen von “mehr Verantwortung übernehmen” sprechen, denkt jeder normal gepolte Bürger erst mal an Austritt aus der NATO und Sanktionen gegen die USA. Anders die Politik. Pflichtbewusst helfen die deutschen Politiker mit jedem Tag, den sie ihre heuchlerische Haltung beibehalten, mehr dabei, den Nahen und Mittleren Osten zu destabilisieren.

Keine Macht für Niemand

Doch was sollen wir tun? Ich persönlich sah mich außerstande Frau v. der Leyen daran zu hindern, Tornados nach Syrien zu schicken, sie hat die Sache nicht mit mir abgesprochen und ich hätte ihr sicherlich abgeraten von der Entscheidung. Aber uns fragt man ja nicht, vielmehr entscheiden unsere Volksvertreter, ob sie sich nun grün anmalen oder das Wort Sozial im Namen haben, und die entscheiden seltsamerweise in schöner Regelmäßigkeit (mit Ausnahme von Schröder – na bitte, geht doch) für Verteidigungseinsätze in Ländern, die manchmal 10.000 km weit weg sind.

Apropos entscheiden – wieso durften eigentlich die Holländer gegen den Freihandelsvertrag mit der Ukraine stimmen und wir nicht? Ich wette, ich hätte auch dagegen gestimmt, wenn mich jemand gefragt hätte.

Täusche ich mich, oder könnte das Motto „alle Macht geht vom Volk aus“ etwas besser umgesetzt werden, als es derzeit der Fall ist? Ist vielleicht mit unserem Parteien-System etwas faul? Dabei bemängele ich nicht die mangelnde Auswahl an Parteien, sondern den Vorgang der Entscheidungsfindung in wichtigen politischen Fragen, auf die ein Bürger keinen Einfluss hat.

Die Lösung des Dilemmas kann nur in direkter Demokratie und mehr Selbstverwaltung liegen. Dazu gehört aber auch die Bildung eines politischen Bewusstseins und, ganz wichtig, Bildung allgemein; Dinge also, die in unserem vorbildichen demokratischen System leider etwas stiefmütterlich behandelt werden, sowie eine völlig andere Struktur des Staates.

Abschied von politischer Verantwortung in der Eurokratur

Eine weitere Entwicklung, die zur Verunsicherung der Bevölkerung beiträgt, und die ebenso unaufhaltsam wie undemokratisch ist, ist die Abschiednahme vom Begriff Verantwortung in der Politik. Als es den Kaiser noch gab (nein ich will keinen Kaiser und auch keinen sogenannten “Führer”, Kaiser steht einfach für Verantwortlicher), konnte man jemanden, der für eine Misere verantwortlich gemacht wurde, noch absetzen. Das geht heute nicht mehr, wenn ein ganzes Parlament für Kriegseinsätze oder die Einführung des ESM, usw. stimmt.

Wenn heutzutage Tornados nach Syrien geschickt werden, dann geschieht dies aufgrund eines EU-Beistandpaktes. Ist es das, was Theo Sommer von der Zeit 1998 meinte, als er einen Artikel mit Überschrift „Der gute Tausch – gerade Deutschland braucht den Euro“ in seinem eigenen Bilderberger Blatt veröffentlichte?

Was zu Zeiten von Karl Liebig und Rosa Luxemburg Imperialismus genannt wurde, ist mittlerweile weniger bis gar nicht mehr greifbar. Manchmal wird das Phänomen Globalismus genannt, manchmal Post-Kolonialismus, manchmal Herrschaft der Elite, jeder möge sich das passende Wort nach Gusto aussuchen.

Wenn heute eine Krise generiert wird, die bekämpft werden muss, wissen die Leute nicht mehr, wer für sie die Entscheidungen trifft. Denn alle Entscheidungen sind schon in internationalen Bündnissen, Krisenplänen oder Koalitionsvorgaben entschieden und da hilft uns Bürgern sicher kein Bundestag, wenn der Europäische Beistandspakt für die Unterstützung der imperialen Politik der NATO missbraucht wird.

Durch internationale Bündnisse wie die NATO, politische Vereinigungen wie die EU, internationale Handelsverträge wie das TTIP, wird die individuelle Einflussnahme und Gestaltungsmöglichkeit des politischen und gesellschaftlichen Lebens in immer weitere Ferne gerückt, um von Bürokraten und deren Gesetzen ersetzt zu werden.

Das Ergebnis dieses Prozesses wird die Entmenschlichung der Regierung in einem technokratischen System sein, in dem keiner mehr verantwortlich ist. Etwaige Fehler im System können nicht mehr korrigiert werden und Ungerechtigkeiten, z.B. des Finanzsystems, werden festgeschrieben.

Der Krieg gegen den Terror gerät zur Normalität

Kriege hören in unserer schönen neuen Welt nicht mehr irgendwann mal auf. Nein, heute gibt es auch keinen Waffenstillstand mehr, nicht einmal mehr der gute alte Kalte Krieg ist noch im Angebot. Weil unsere Vorzeigedemokratie USA 2001, wenn nicht schon Jahre vorher, beschlossen hat, dass sie ohne einen Buhmann schnell ziemlich alt aussehen würde. Nach dem Fall der Sowjetunion ging das Geschäft mit der Verteidigung einfach zu schlecht, als dass man die Dinge hätte schleifen lassen können; Zeit also das Problem der mangelnden Krise dauerhaft zu beheben. Der fanatische, arabische Terrorismus wurde aus der Taufe gehoben.

Heutzutage muss der Krieg endlos sein, immer muss es eine Krise oder besser noch mehrere geben. Für Nachschub an neuen Terroristen zu sorgen, ist nicht komplizierter als einen Knopf zu drücken, oder einen Joy-Stick zu betätigen; eine Missile im Jemen oder Pakistan, die eine Hochzeitsgesellschaft platt macht, sorgt effektiv für den notwendigen Drive, der ganz automatisch über Generationen hinaus für neue Dschihadisten sorgt. Der arabische Terrorismus wird zum Selbstläufer und Dauerprogramm.

Lassen Sie uns noch kurz die natürlich völlig abwegige Möglichkeit betrachten, dass die Terroristen zwar etwas absolut Verrücktes tun, aber bei der Wahl ihrer Anschlagsziele doch nicht so verrückt sind, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Welche Logik könnte dahinter stecken, wenn man im Herzland des „Feindes“ unschuldige Menschen tötet, wenn selbst der durchschnittliche, moderne ungebildete Terrorist heute wissen sollte, dass die Reaktion auf Terror-Anschläge im „Feindesland“ fast immer zu weiteren militärischen Einsätzen im arabisch sprachigen Raum führen?

Wenn Destabilisierung das Ziel von Terror-Anschlägen ist, soll dann vielleicht gar nicht das Herzland des Feindes destabilisiert werden, sondern bestimmte, arabische Länder? Eine wirklich perfide Strategie, leider nicht wirklich im Interesse der Araber. Und wenn wir schon dabei sind – warum kümmert sich eigentlich keiner um ISIS im Irak und macht einmal kurzen Prozess mit ihnen?

Es wäre doch sicherlich viel einfacher im Irak aufzuräumen, da man diesen ja schon besetzt hält, pardon, ich wollte sagen, da man ja so freundliche Beziehungen zum Irak unterhält, als ständig die Souveränität und die Grenzen eines nicht so freundlich gesinnten Staates zu verletzen, und somit fortlaufend in der Gefahr zu schweben, den dritten Weltkrieg auszulösen? Man müsste dazu nicht einmal Bodentruppen schicken, sondern es wäre schon einmal ein guter Anfang, wenn die Finanzierung von ISIS und Co. unterbunden würde.

Widerstand der Demokratie = 0

Was genau macht noch mal die Terroristen in Syrien so attraktiv für Amerikaner, Franzosen, Engländer, Saudis, Katarer und jetzt auch noch für uns? Jeder, der zwei Augen im Kopf hat, weiß, dass es in Syrien nicht um irgendwelche Terroristen geht, die sich dort mit einem Präsidenten herumschlagen, bei dem man sich schon im Vorfeld der Auseinandersetzung alle Mühe gegeben hatte, ihn zu diskreditieren.

Wo ist unsere Rosa Luxemburg, die sich vor den Bundestag stellt, diese Heuchelei bloßstellt und für Menschlichkeit und ein friedliches Miteinander eintritt? Der Gysi bringt´s einfach nicht so, auch wenn sich die Linken, wenigstens manchmal, dem Wahnsinn entgegen stellen. Sarah Wagenknecht sieht zwar besser aus und hat einen scharfen Verstand, übt aber leider auch keinen tiefergehenden Einfluss auf die Bundespolitik aus.

Die einzige Reaktion, die hier in Deutschland und anderswo als Antwort auf die gegenwärtige Politik des „Kadavergehorsams“ gegenüber der NATO, der EU und den Vereinigten Staaten von Amerika eigentlich zur Auswahl steht, ist die uneingeschränkte Solidarisierung mit den Völkern des Mittleren Ostens, die zerbombt, überfallen und destabilisiert werden, von Regierungen, die sich die Verteidigung der „westlichen Werte“ auf die Fahnen geschrieben haben – und zwar nicht, oder jedenfalls nicht nur, durch die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen, sondern durch eine klare Verurteilung der Verantwortlichen jener Kriege, Austritt aus der NATO und weiteren Konsequenzen.

Wir sollten uns fragen, ob es wirklich unsere Werte sind, die da so vehement verteidigt werden, oder ob es nicht wieder mal die von der Politik vorgeschrieben Regeln sind, auf die Sie und ich keinen Einfluß haben, die hier am Werke sind?

Vielleicht ist es endlich an der Zeit, die Frage aller Fragen und unsere Definition von „Werten“ noch einmal zu präzisieren.

Sozial-Demokratie – eine militärische Frage?

Bismarck war es, der sagte „Sozial-Demokratie ist eine militärische Frage“ und mich beschleicht der Eindruck, dass unsere Führer(in) und einflussreiche Kreise auch heute noch dieser Devise treu sind, wenn wieder einmal andere Länder demokratisiert oder die ominösen „westlichen Werte“ verteidigt werden sollen.

Hat eigentlich auch schon mal jemand daran gedacht, dass auch die südlichen, nördlichen und östlichen Werte verteidigt werden müssen, und vielleicht auch noch die süd-östlichen Werte, usw.?

Möglicherweise kann man als Bundestagsabgeordneter die eigene Politik nur ohnmächtig begleiten, andererseits lässt sich konstatieren, dass die Lage eine andere wäre, wenn mehr Abgeordnete ihren Mann und ihre Frau stehen würden, nachdem Sie ihren Verstand eingeschaltet haben.

NATO Geheimarmeen in EuropaWir haben also zwei Möglichkeiten (wenn wir von einem echten Terroranschlag in Brüssel ausgehen und nicht von einem False Flag): Entweder die Terroristen sind verrückt, weil ihre Heimatländer zerbombt, ihre Infrastruktur zerstört und Unschuldige getötet werden, in einem Krieg, den sie nicht erklärt haben und den sie auch nicht zu verantworten haben. Oder sie sind nicht ganz so verrückt und sie haben das Ziel, dass ein bestimmtes Land destabilisiert wird. Nämlich das Land, das der NATO und anderen dann als Ziel von Angriffen herhalten muss.

Wenn Regierungen also auf Terroranschläge wie in Brüssel reflexhaft mit außenpolitischen Aktionen reagieren, spielen sie damit im Grunde genommen den Absichten der Terroristen, bzw. den Mächten im Hintergrund, in die Hände und machen sich zum Erfüllungsgehilfen von deren finsteren Plänen.

Wie hätten Sie es denn gerne?

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Jahrgang 1960, Industriemechaniker, Computersystem- und Anlagentechniker. Wohnhaft im schönen Südschwarzwald.

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