Die 10 effektivsten Kreativitätstechniken

Eine der 10 Kreativitätstechniken: Post it Notizen
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So steigern Sie Ihre Kreativität in ungeahnte Höhen

Kreativität ist eines der wichtigsten Schlagworte unserer Zeit; es gilt vielen Menschen als die Quelle für Ideenreichtum, dass aber nur Künstlern oder besonders intelligenten Menschen, oder gar ausschließlich nur Hochbegabten zur Verfügung steht. Man könnte meinen, Kreativität sei ein seltenes von Gott gegebenes Talent – eine göttliche Gnade sozusagen. Zum Glück ist dies nicht die Wahrheit und ganz anders. Im Grunde kann jeder einigermaßen gesunde Mensch seine Kreativität fördern und verfeinern; jeder gesunde Mensch hat das Potenzial zur Kreativität; zumindest kann man seine Kreativität durch eine Vielzahl an Techniken gezielt steigern – sich quasi darin schulen. In diesem ausführlichen Artikel stelle ich Ihnen die effektivsten Kreativitätstechniken in ihrer konkreten Anwendung vor – steigern auch Sie Ihre Kreativität in ungeahnte Höhen.

Was ist Kreativität?

Kreativität leitet sich von dem lateinischen Wort creare ab, was in etwa so viel bedeutet wie >etwas erfinden<, >erschaffen< oder >herstellen<. Kreativität ist demnach passives Warten auf eine Eingebung, dass nur einigen wenigen Genies vorbehalten ist. Es ist ein durch und durch schöpferischer Prozess, bei dem wir das Zepter in der Hand halten und selbst die Weichen stellen. Erst recht ist Kreativität keine naturgegebene Fähigkeit, die man entweder hat, oder nicht. Kreativität ist also nicht genetisch; es ist auch kein Privileg. Kreativität kann man trainieren.

Auch wenn man der Meinung ist, dass Kreativität im derzeitig ausgeübten Beruf nicht gefordert wird, sollte man sich dennoch mit Kreativitätstechniken auseinandersetzen. Denn eine erhöhte Kreativität geht auch immer mit einer erhöhten Selbstzufriedenheit und Ressourcenaktivierung einher – somit erhöht Kreativität letztlich die Lebensqualität; wer kreativer ist, der ist auch wesentlich erfolgreicher im beruflichen, wie auch im privaten Leben; man wird fähig, seine verborgen oder nicht vorhanden geglaubten Talente und Gaben zum Leben zu erwecken und vollends auszuschöpfen.

Die 10 effektivsten Kreativitätstechniken

Ich stelle im Folgenden 10 erprobte Kreativitätstechniken vor, die sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten stets bewährt haben, und die von vielen kreativen Köpfen eingesetzt werden. Egal ob Musiker, Autoren, Werbeleute oder Unternehmer, jeder Mensch, der auf Ideen angewiesen ist bzw. abhängig von seiner kreativen Leistung, bedient sich – mal mehr, mal weniger – aus der hier vorgestellten Palette an bewährten Kreativitätstechniken. Scheuen Sie sich bitte nicht, die hier vorgestellten Techniken miteinander zu kombieren.

Brainstorming

Dabei geht es um das wertfrei Assoziieren und Produzieren von Ideen. Alle Gedanken, die einem spontan einfallen werden einfach aufgeschrieben. Hierbei ist es völlig egal, ob der momentane Einfall als zu abwegig oder als nicht zum Ziel führend empfunden wird; wirklich alles, was einem zu einem umrissenen Thema einfällt, wird auf einem Zettel notiert. Auch Flipchart können hierzu verwendet werden.

Aber nicht jedem fällt diese Art der Herangehensweise auf Anhieb leicht. Denn oft grätscht uns unser eigener innerer Kritiker dazwischen und äußert sich ziemlich harsch und negativ über die eine oder andere Idee. Hierdurch kommt der kreative Ideenfluss ins Stocken. So ist natürlich kein Schöpfungsprozess (Kreativität) möglich. Lassen Sie sich hiervon nicht beirren. Umso öfter Sie diese Technik des freien Assoziierens (des Brainstormens) verwenden, umso leichter wird es für Sie funktionieren; lassen Sie die Assoziation einfach absichtslos weiterfließen und ignorieren Sie dabei schonungslos die Einwände Ihres inneren Kritikers.

Schon bald werden sie die Assoziationen zu völlig neuen Ideen führen, überraschen und begeistern. Aus diesem Haufen an neuen Ideen erwachsen neue ungeahnte Verknüpfungen zu anderen Bereichen Ihrer Vorstellung – so dass auch die härteste gedankliche Nuss irgendwann geknackt wird und Sie die sich darin befindende Frucht genießen können.

Mindmapping

Das Mindmapping ist die wohl bekannteste und verbreitetste Kreativitätstechnik. Egal ob während des Schulunterrichts, oder in der Ausbildung, immer trifft man auf diese Technik. Jedoch scheint keiner diese Technik so richtig zu beherrschen und anzuwenden. Dabei wäre das richtige Beherrschen und Anwenden dieser unscheinbaren Technik ein Powerboost für Ihre Kreativität.

Es gibt inzwischen eine Vielzahl an Büchern, die einem das Mindmapping erklären (wollen). Um das Mindmapping wirklich zu begreifen und einzusetzen, sollten Sie zumindest mal eines dieser Bücher gelesen haben. Leider kann ich Ihnen diese Mühe an dieser Stelle nicht gänzlich ersparen und Ihnen das Mindmapping in seiner ganzen Breite erklären. Jedoch versuche ich hiermit einmal kurz zusammenzufassen, worauf es grob ankommt.

Das Mindmapping funktioniert im Prinzip ähnlich wie das zuvor beschriebene Brainstorming, nur das beim Mindmapping die Gedanken mit einer Zeichnung dargestellt werden. Die Erklärung für dieses besondere Vorgehen lautet wie folgt: Die Struktur eines Mindmaps ähnelt der Struktur und Arbeitsweise eines effizient arbeitenden Gehirns – so das Sie Informationen optimal weil hirngerecht verarbeiten und damit lernen können.

Wie geht man nun genau vor, um ein Mindmap zu erstellen?

Auf einem großen Blatt Papier wird zu einem bestimmten Thema mittig ein Schlüsselwort aufgeschrieben – z.B.: wenn Sie einen Roman schreiben wollen, dann könnten Sie damit anfangen in die Mitte eines DIN A4 Blatts das Wort Roman zu schreiben.
Auf einem weiteren Blatt (einem Schmierzettel) schreibt man nach dem Prinzip des Brainstormings alles auf, was einem zu dem umrissenen Thema einfällt. Auch der noch so absurdeste Gedanke ist hierbei legitim.

Sie kehren erst wieder zum eigentlichen Mindmapping-Blatt zurück, wenn Ihnen nichts mehr einfällt, was Sie auf diesen Schmierzettel eintragen könnten, besser noch, wenn Sie sich zufrieden fühlen.

Nun können Sie die Ideen und Einfälle vom Schmierzettel sauber auf das große Mindmapping-Blatt übertragen. Dabei ziehen Sie vom Schlüsselwort aus der Mitte ausgehend Striche in alle Richtungen und tragen am Ende dieser Striche Ihre Ideen in Stichworten ein. Diese Stichworte fungieren nun als eigene Schlüsselworte, aus denen dann weitere Ausläufer für Assoziationen entstehen.

All diese Unterpunkte, die vom Schlüsselwort aus der Mitte abstrahlen, sollen nun sinnvoll verknüpft werden. Wichtig ist, dass gleiche oder ähnliche Ideen miteinander verknüpft werden müssen.

Bei diesem Prozess entstehen immer weitere neue Striche und Schlagwörter, die wiederum miteinander verknüpft werden. Nach und nach entsteht so eine Art Baumgebilde, bei dem sich die Gedankengänge, und seien sie auch noch so komplex, logisch und hirngerecht nachvollziehen lassen.

Klebezettel-Technik

Sicherlich kennen Sie die sogenannten „Post-it-Zettelchen“. Es gibt sie mittlerweile in vielen Farben. Immer flattert eines von ihnen irgendwo im Büro herum – fast schon allgegenwärtig. Es handelt sich um kleine Notizblättchen, die an ihrer Rückseite einen mit Haftklebestoff beschichteten Streifen besitzen. Diese kleinen Haftnotizen sind wie geschaffen für eine Kreativitätstechnik. Es ist ganz einfach: Sie nehmen einen Stapel dieser „Post-ist“ und notieren darauf nach dem Brainstorming-Prinzip Alles, was Ihnen einfällt; anschließend heften Sie die beschrifteten Post-ist an eine Pinnwand – wenn Ihnen bedauerlicherweise keine Pinnwand zur Verfügung steht, muss wohl oder übel eine Tür herhalten. Bei dieser Übung bzw. mit dieser Technik können Sie sich ruhig einige Tage Zeit nehmen.

Der Vorteil: Sie können immer wieder neue Post-its an die Fläche ihrer Wahl anheften – und auch ältere Post-Ist entfernen. Gehen Sie dabei ganz nach Ihrem Gefühl vor. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass am Ende des Prozesses immer noch dieselben oder ähnliche Wörter stehen, als zu Beginn. Für viele ist diese Technik ihr Favorit, da sie viel klarer visuell und haptisch ist.

Switching – Umkehrung-Technik

Diese Technik erscheint zunächst ziemlich widersinnig. Doch wer dranbleibt, wird definitiv mit einem freieren Kopf und einem Haufen neuer Ideen (zu seinem Problem) belohnt. Das Switching bzw. die Umkehrungs-Technik hilft uns ein Problem aus einem völlig anderen Blickwinkel aus zu betrachten – ein Blickwinkel, den wir zur Problemlösung nie freiwillig einnehmen würden, weil er unserem gesunden Menschenverstand (damit meinen wir eigentlich unsere Erziehung) als nicht Ziel führend erscheint. Die Technik ist genauso abwegig wie einfach.

Beispiel: Wenn Sie Ideen zur Absatzsteigerung ihres Geschäfts benötigen, dann kehren Sie das Ganze um, indem Sie sich absichtlich Gedanken darüber machen, wie Sie denn Absatz senken können. Sie werden feststellen, dass diese Herangehensweise, dieser neue Blickwinkel ihnen den inneren Druck zur Negativität nimmt und den Kopf frei pustet, so, dass ihnen später spontan gute Ideen einfallen werden. Diese Technik eignet sich prima als Kombination im Vorfeld zur Anwendung anderer Kreativitätstechniken.

Zen-Fragetechnik

Diese Technik habe ich in einem früheren Equapio-Artikel ausführlicher beschrieben. Hier der Link: Zen Fragetechnik – Erlangen Sie ein selbstbestimmtes Leben

Die Zen-Fragetechnik ist sehr simpel und ich möchte hier nur kurz und knapp darauf eingehen. Bei dieser Technik stellen Sie zu einem bestimmten Thema oder Problem eine Frage; auf die Antwort zu dieser Frage, folgt wiederum eine Antwort, worauf wiederum eine weitere Frage gestellt wird. Dieses „Frage-und-Antwort-Spiel“ verfolgen Sie solange, bis dadurch genügend Aspekte des Problems beleuchtet wurden, um das Problem zufriedenstellend lösen zu können.

Beispiel: Sie haben Übergewicht. Die erste Frage, die Ihnen dazu einfällt: warum bin ich übergewichtig? Mögliche spontane Antwort: weil ich zu viel esse! Die nächste mögliche Frage die sich hieraus ergeben könnte: warum esse ich zu viel? Spontane Antwort: weil ich tagsüber auf der Arbeit kaum etwas esse, und abends mir umso mehr reinstopfe! Frage die sich daraus stellen ließe: warum esse ich tagsüber kaum? Machen Sie dieses Prozedere bis Sie erschöpft aber zufrieden sind. Sie werden staunen.

Spekulationstechnik

Bei dieser Kreativität steigernden Technik, handelt es sich um die „was-wäre-wenn-Frage“. Diese Technik erfordert eine große Portion spielerischer Fantasie, macht aber die „kreative Arbeit“ zu einem mühelosen und spaßigen Zeitvertreib. Sie sollten hierbei den Gedankengängen freien Lauf lassen; es gibt keine Tabus, oder gar physikalische Gesetze, die Ihnen bei der Ausgestaltung ihrer Ideen im Wege stehen.

Ganz konkret: machen Sie sich einmal Gedanken darüber, was wäre, wenn Sie Morgen aufwachen würden und ihr Bankkonto wäre prall gefüllt (z.B. mit 10 Millionen €); stellen Sie sich einfach vor, wie es sein würde, wenn alle Hindernisse auf dem Weg zu ihrem Ziel ausgeräumt wären – das wie, spielt dabei keine Rolle. Wenn Sie diese Art zu denken auf alle Probleme anwenden, so werden Sie zielfokussierter und vielseitiger in ihren Ideen. Alle Barrieren sind werden entfernt und sie können frei assoziieren.

Beschäftigungstherapie

Inzwischen wird die Beschäftigungstherapie (oder auch Arbeitstherapie) Ergotherapie genannt und erfolgreich zur Heilung von Kranken und inaktiven Menschen eingesetzt. In der Ergotherapie wird man zur gestalterischen Aktivität angeleitet, umso auch innere Ressourcen zur Problemlösung und Heilung zu aktivieren.

Mit dieser an den Ergotherapie Ansatz angelehnten Technik geht man zur Kreativitätssteigerung wie folgt vor: man distanziert sich zunächst ganz bewusst und absichtlich von einem Problem und arbeitet stattdessen ganz spielerisch – z.B. mit Ton, Knetmasse, Fingerfarben etc. – und betätigt sich (arbeitet) so künstlerisch, ohne jedoch mit dem Ziel etwas künstlerisch Hochwertiges zu schaffen. Man vertreibt sich die Zeit. Während man derart gestalterisch aktive wird, arbeitet das Unterbewusstsein, so die vielfach bestätigte Annahme, derweil an der Problemlösung weiter bzw. befasst sich intensiv mit einer gestellten Frage usw. Und plötzlich taucht aus dem Nichts eine Idee auf, die einem Klarheit verschafft, oder der Problemlösung näher bringt.

Tagtraum

In unserer Leistungsgesellschaft sind Tagträume verpönt; Tagträume sind faule weltfremde Spinne. Und so wundert es auch nicht, wenn man beim Schlagwort Kreativität nicht gleich an die Tagträume denkt. Jedoch sind Tagträume – gezielt oder ungezielt – eine äußerst wertvolle Kreativitätstechnik. Bestimmt kennen Sie den Ausspruch: Ein Bild sagt oft mehr als 1000 Worte – was im Grunde genommen bedeuten soll, dass wir mit Worten (Worte sind Gedanken) allein nicht sehr weit kommen können, und, dass wir irgendwann damit an unsere Grenzen stoßen – die wir von da aus nur mit Bildern überschreiten können. Wer seine Kreativität entfalten und beflügeln will, muss seinen Gedanken freien Lauf lassen, und das wiederum geht nur am besten, wenn man auch seine Gedanken bzw. Worte befreit und mit inneren Bildern arbeitet.

Alles was Sie hierzu benötigen, ist ein stiller bzw. ruhiger Ort, und natürlich ein wenig Zeit, besser noch Müßiggang. Denken Sie an ihr Thema und lassen sie ihre Gedanken dazu unbeirrt fließen; lassen Sie diese Gedanken zu Bildern werden, die ihnen träumerische Geschichten erzählen. Diese Bilderwelten und Geschichten könnten Sie dann beschreibend wiedergeben bzw. aufschreiben. Sie tauchen jeden Abend in diese kreative Traumwelt ab. Nutzen Sie diese Traumwelt zur Steigerung ihrer Kreativität am Tage.

Zeichnen

Die einfachste Technik um Ihre Kreativität zu fördern und fordern, ist das ungezwungenen und spontane Zeichnen. Anders als bei der Technik der Beschäftigungstherapie, geht es hierbei nicht um das spontane Auftauchen einer Idee, sondern um das bloße Kreativsein. Hierbei reicht es, wenn Sie auf ein Blatt DIN A4 Papier einfach drauf los zeichnen – egal was: Farben, Formen, Muster, Figuren, Gekritzel…

Ganz zum Schluss, wenn Sie das Gefühl haben, dass sie fertig sind mit ihrer Zeichnung, sollten sie ihr Werk frei assoziierend interpretieren. Was erkennen Sie darin? Was spiegelt sich von ihnen in der Zeichnung wieder? Könnten etwa die vielen Zacken und Pfeile, die zur Mitte des Blattes hinzeigen, etwa auf Selbsthass hinweisen? Was sagt Ihnen ihr Gefühl dazu? Zugegeben, das Ganze klingt jetzt ziemlich nach Psychodiagnostik – und teilweise stimmt dies auch, jedoch geht es hauptsächlich darum, sich und seinem kreativen Potenzial in einem freien Fluss Ausdruck zu verschaffen.

Alphabet-Technik

Bei dieser Technik schreiben sie auf einem beliebigen Blatt Papier zu jedem Buchstaben des Alphabets jeweils eine Idee auf die sich auf eine bestimmte Fragestellung bezieht. Sie können hierbei Stichworte aufschreiben, oder auch ganze Sätze. Für diese Technik können – oder sollten – Sie sich ruhig mehrere Tage Zeit nehmen – und den Zettel mit dem Alphabet mit sich herumtragen. Immer wenn Ihnen Unterwegs oder zu Hause spontan etwas einfällt, können sie bei dem betroffenen Buchstaben eine weitere Idee hinzuschreiben. So kommen mit der Zeit besonders viele Ideen zusammen. Sie können mit der Liste solange arbeiten, bis ihnen eine besonders pfiffige und zufriedenstellende Lösung zu einem Problem oder zu einer Fragestellung einfällt.

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Gökhan Siris

Gökhan Siris beschäftigt sich nun schon seit mehr als 10 Jahren mit Themen aus den Bereichen Gesundheit, Medizin, Psychologie, Psychotherapie, Naturheilkunde, Esoterik, aber auch mit Lebensberatung und Life-Coaching. Er ist Heilpraktiker, psychologischer Berater, Matrix Reimprinting Practitioner, EFT-Coach, BSFF-Coach und freiberuflicher Schriftpsychologe bzw. Graphologe. Als Ratgeber und Experte zu den genannten Themen steht er Ihnen gerne zur Verfügung.

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