Tabakabhängigkeit – Der machtvolle Einfluss der Psyche

die Tabakabhängigkeit eines jungen Mädchens
Portrait #119 - Périne/Mallory - Friendly smoking © Valentin Ottone, Lizenz: CC BY 2.0

Der Mensch wird getragen von der Sehnsucht und vom dem Streben nach Vervollkommnung und Glück; um dieses hehre Lebensziel zu erreichen bringt er viele Opfer und macht dabei ebenso viele Fehler. So kann es auch vorkommen, dass der eine oder andere Mensch, der ja ein Suchender ist, bei seinem Bestreben nach Unabhängigkeit bestimmte Lebensprinzipien nicht begreift und verinnerlicht, deren Verständnis notwendig wären, um auch wahrhaftig, dem weitesten Sinn nach „un-abhängig“ zu sein; so wird aus einer Sehnsucht nach Unabhängigkeit im Laufe des Lebens eine Fallstricke, die zwangsläufig in eine Abhängigkeit führt – in unserer Gesellschaft meist Tabakabhängigkeit, Fettsucht, Arbeitssucht.

Alle Typen von Rauchern haben eines gemeinsam: Sie alle fielen auf dieselbe Falle herein und wurden – in einem schwachen Moment – in ihrer Selbstfindung (Individualisierungsprozess) bzw. bei der „Suche“ nach einem neuen Lebenskonzept anhängig bzw. „süchtig“ – blieben somit stecken, anstatt die wahre Suche nach der wahren Unabhängigkeit fortzuführen. In diesem Artikel möchte ich näher auf den mächtigen Einfluss der Psyche auf die Tabakabhängigkeit eingehen. Sie erfahren, warum die Psyche bei einer Raucherentwöhnung Priorität hat und was es bedeutet wirklich „un-abhängig“ von der Zigarette zu sein.

Nikotinsucht und der psychische Einfluss

Psychische Einflüsse und seelische Motive spielen beim Rauchen immer eine Rolle, wenn nicht gar die Hauptrolle. Noch bevor die körperliche Abhängigkeit durch das Nikotin eintritt, wird der beginnende Raucher bereits durch seine psychische Verfassung, Persönlichkeitsstruktur und Motivation zum Rauchen verführt. Im Grunde genommen ist es auch die Psyche des Rauchers, die eine Suchtentwicklung befördert und den Raucher solange bei der Stange hält, bis das Nikotin sein Übriges tut und die Sucht des Rauchers festigt. Erst nach und nach übernimmt das Nikotin, im Zusammenspiel mit vielen weiteren suchtfördernden Stoffen in der Zigarette, das Ruder und festigt durch einen ausgeklügelten Suchtmechanismus seinen tödlichen Griff.

Sobald dieser Prozess abgeschlossen und das Nikotin ein fester, beinahe unverzichtbarer Bestandteil in der Biochemie des Gehirns geworden ist, tritt die psychische Komponente der Sucht etwas in den Hintergrund, wirkt aber dennoch weiter. Während der Süchtige im biochemischen Suchtkreislauf des Nikotins feststeckt, und versucht durch den Zigarettenkonsum seinen Nikotinspielgel zu halten, sichert die Psyche durch Überzeugungen und Glaubenssätze diese körperliche Sucht ab – die Psyche unterfüttert quasi die körperliche Abhängigkeit.

Die Psyche hat Priorität

Von außen betrachtet scheint bei der Tabakabhängigkeit das Nikotin die Hauptrolle zu spielen – Nikotin scheint die Sucht zu initiieren und aufrecht zu erhalten. Dringt man jedoch tiefer zu den Wurzeln der Abhängigkeit vor, so stellt man tatsächlich fest, dass die Psyche der eigentliche Initiator der Abhängigkeit ist und den Raucher ständig begleitet bzw. seine Sucht aufrechterhält. Wirken die Rauchmotive, Überzeugungen und Glaubenssätze aus der Psyche (dem Unterbewusstsein) nach einem radikalen Nikotinentzug weiter, steigt das Risiko eines Rückfalls beträchtlich.

Deshalb kommt der psychotherapeutischen Behandlung der Tabakabhängigkeit eine entscheidende und übergeordnete Bedeutung zu. Damit eine Raucherentwöhnung bzw. Suchttherapie auch dauerhaft zum Erfolg führt, muss also der Einfluss der Psyche auf die Abhängigkeit beseitigt werden. Die Überwindung der körperlichen Abhängigkeit nach Nikotin (Entzug) ist ziemlich einfach und kann bereits nach 2-3 Tagen abgeschlossen sein – manchmal dauert der Nikotinentzug auch etwas länger, jedoch nie länger als 2-4 Wochen.

Von der Tabakabhängigkeit zur Unabhängigkeit

Um diesen fatalen Einfluss der Psyche zu neutralisieren, müssen Sie zu den tieferen Schichten Ihrer Abhängigkeit vordringen; Sie müssen sich der seelischen Ursachen Ihrer Sucht bewusst werden und diese, z.B. mit den Emotional Freedom Techniques (EFT), behandeln. Eine derartige Herangehensweise befreit Sie nicht nur von Ihrer Sucht/Abhängigkeit nach Tabakprodukten, sondern deckt eventuell auch andere Störungen auf, die nur bedingt etwas damit zu tun haben.

Beispiel: Wurzelte Ihre Sucht darin, dass Sie aus Rebellion gegen Ihr Elternhaus, also aus der Sehnsucht heraus „unabhängig“ zu werden, dann gelangen Sie im Laufe Ihrer Suchtbehandlung unweigerlich auch zu anderen Themen, die sich mit dem Thema der Sucht überschneiden. Wie Sie an diesem Beispiel auch erkennen können, führte die anfängliche Sehnsucht nach „Unabhängigkeit“ zur „Abhängigkeit“; die Suche, an der man scheiterte, wurde letztlich zur Sucht. Auf dem Weg zur Selbstverwirklichung – von der ursprünglichen Abhängigkeit zur Familie hin zur Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit – liegen viele Stolpersteine und Entwicklungsschritte.

Wenn die Psyche zu einem Problem wird

Oft kann die Bewusstmachung der verdrängten (und häufig schmerzvollen) Erfahrungen, die die Wurzel – oder wenn Sie es so ausdrücken wollen: das Unkraut – der Sucht sind, als unangenehm bis quälend empfunden werden, und zwar so sehr, dass sich ein starker Widerstand gegen die Behandlung der Tabakabhängigkeit entwickeln kann. Im Regelfall findet man unter den gewöhnlichen Rauchern nicht derartig hartnäckige Fälle – unter den sogenannten „starken“ Rauchern und Kettenrauchern finden sich jedoch viele dieser Problemfälle. Raucher mit einer derartigen Problemstruktur sollten professionelle psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen – am besten mit dem Schwerpunkt auf Suchttherapie.

Die alleinige Selbstbehandlung mit den Emotional Freedom Techniques, bringt in diesen Fällen wenig, kann durch eine Reaktivierung von Traumata gar nach Hinten losgehen. Aber: ein erfahrener EFT-Therapeut und Heilpraktiker kann ergänzend zu einer solchen Psychotherapie eine große Hilfe darstellen. Eine Behandlung mit den Emotional Freedom Techniques kann eine große Hilfe sein, sollte aber von einem erfahrenen Spezialisten durchgeführt werden – jemand der EFT zusätzlich zur Traumatherapie in die Behandlung integriert. Die tiefergehende Problematik von Schwerstabhängigen erfordert eine ebenso tiefe Konfrontation mit Inhalten aus dem Unterbewusstsein – die häufig traumatisch sind und deshalb in die Hände von erfahrenen Therapeuten gehört.

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