Offener Brief zum geplanten Krieg gegen Syrien und zur Zukunft unseres Landes

Berlin, Kanzleramt
PixelAnarchy / Pixabay

Guten Tag Frau Bundeskanzlerin, guten Tag Frau Merkel,

mein Name ist Dr. Lothar Wanderer. Geboren bin ich in Leipzig und noch vor der – historisch völlig falschen Aussage von Wiedervereinigung – Sie wissen natürlich um die völkerrechtliche Unsinnigkeit dieser Formulierung – Bürger der BRD geworden. Tätig bin ich als freier, investigativer Journalist für zahlreiche Online-Portale. Mitglied im Deutschen Verband der Pressejournalisten, Mtgl.-Nr. 11.06-21100 8.

Frau Bundeskanzlerin,

wir haben eine – auch fast altersmäßig – große gemeinsame Vergangenheit.

Sie und ich sind mehr oder weniger „Zöglinge“ der ehemaligen DDR. Sie und ich waren Funktionäre in der damaligen FDJ.

Wissen Sie übrigens, dass diese Organisation 1943 in Großbritannien gegründet wurde?

Und wissen sie um deren – in Großbritannien – verkündeten Zieles: „Nie wieder Krieg“ und – das vor allem „Nie wieder Krieg von deutschem Boden aus!“?

Nein, das wissen Sie mit Sicherheit nicht, denn DAS war kein Lehrstoff in der DDR. Das nehme ich Ihnen auch nicht übel.

Aber die Aussage „Nie wieder Krieg“ und – das vor allem -“Nie wieder Krieg von deutschem Boden aus“, das, Frau Merkel hat man Ihnen vermittelt.

„… dass nie wieder eine Mutter mehr ihren Sohn beweint“ – kennen Sie das noch; Sie werden wohl oft gesungen haben.

Wie haben Sie sich dabei gefühlt?

Heute, Frau Merkel, gelten Sie als die mächtigste Frau der Welt, zumindest aber in Europa.

Frau Merkel, Sie haben eine Erbe übernommen, dass von Willy Brandt, Hans-Dietrich Genscher und von dem mir aus drei Begegnungen persönlich bekannten Helmut Kohl geschaffen wurde. (Genscher übrigens – genau wie Sie und ich FDJ-Funktionär; allerdings auf Bezirksebene in Halle/Sa.)

Allen diesen dreien war eines gemeinsam: Brandts Kniefall und neue Ostpolitik, Genschers ausgestreckte Hand, Kohls Gedanke eines Europa des Friedens – „Nie wieder Krieg und – dies vor allem – „Nie wieder Krieg von deutschem Boden aus“!!

Was Frau Bundeskanzlerin ist davon übrig geblieben? Unter Ihrer Führung !

Ich habe heute mit dem s.g. CvD im Bundeskanzleramt telefoniert; ich hatte Kontakt zum Bundesverteidigungsministerium und zum Kommando der Flotte der BRD.

Was mich schon sehr verwundert hat, war die Tatsache, dass ich nach dem Verlesen meiner Anfragen ohne jede Hinderung, ohne irgendwie geartete Hinhaltung weiter vermittelt wurde. Irgendwie müssen die Entgegenehmer meiner Anfrage kein „gutes Gefühl“ gehabt haben – sie wollten es alle ganz schnell „weiter leiten“. Allein das hat mir noch mehr Angst gemacht.

Frau Bundeskanzlerin, ich bin Vater zweier Söhne, mittlerweile zweifacher- und bald dreifacher Opa.

Mein ältester Sohn hat über zehn Jahre „dem Bund“ gedient. Davon war er mehr als 8 Jahre im „Auslandseinsatz“!!!
Er hat den Kosovo erlebt und die Hilflosigkeit Szrebneniza, er war in Afghanistan, in Mali und anderen Ländern.

Als Vater habe ich einen völlig zerstörten, völlig anderen Jungen zurück bekommen!

Wissen Sie, was er danach gemacht hat: er wurde Kindererzieher, so mit Gitarrenspiel und Lieder singen!

Wie viel verlorene und auf ewig unwiederbringliche Söhne haben Sie in ihrem Kalkül?

Im Folgenden werde ich die Anfrage, die ich heute an das Bundeskanzleramt, an das Verteidigungsministerium und das Marine-Kommando herausgegeben habe einfach als Text-Kopie anfügen:

Sehr geehrte Damen und Herren, in der Auslesung der Twitter und Sofortnachrichten der letzten 24 Stunden habe ich u.a. zur Kenntnis nehmen müssen, dass

  1. der neue Bundesverteidigungsminister in einer heute morgen um 08:35 veröffentlichten Verlautbarung erklärt hat, die Bundesregierung schließt “eine deutsche Beteiligung an einem möglichen Militärschlag (gegen Syrien) nicht aus”.
  2. Habe ich zur Kenntnis nehmen müssen, das “Reuter” über die Entsendung der Fregatte “Hessen” als Begleitschiff zu dem von den USA entsendeten Flottenverband vor die libysche Küste stoßen soll.
  3. Mit welchem politischem und militärischem Auftrag erfolgt der Einsatz der deutschen Marine im Verband mit US-brittisch-raelischen Streitkreiften?
  4. Sowohl die deutsche als auch die europäische Flugsicherheisbehörde haben sowohl gestern, am 11.04. als auch heute eine “Flugsicherungswarnung für das östliche Mittelmeer” herausgegeben: Zitat: “„Die europäische Flugsicherung mahnt Fluggesellschaften wegen möglicher Luftangriffe in Syrien zu Vorsicht im östlichen Mittelmeer. Innerhalb der nächsten 72 Stunden könnten Luft-Boden-Raketen und Marschflugkörper eingesetzt werden.“
  5. Die britische Regierung hat nach einer abgesetzten Debatte im Unterhaus die Entsendung von U-Booten vor die libysche Küste angeordnet.
  6. Russische Überwassereinheiten und U-Boote haben vor Libyen Stellung bezogen

Das könnte ich jetzt weiterführen.

Meine konkreten Fragen:

  1. Stimmen das Bundeskanzleramt, die Bundesregierung, die Bundeskanzlerin und das deutsche Parlament der von Verteidigungsminister Maas abgegebenen Erkläung zu?
  2. In welchem parlamentarischen Gremium ist die Erklärung legitimiert worden?
  3. Stimmt es, das deutsche Flottenverbände aktuell in dem o.g. Zusammenhang auslaufen?
  4. Welche parlamentarische Entscheidung hat das legitimiert?
  5. Warum gibt es keine offiziellen Erklärungen/Dementies aus dem Kanzleramt, dem Verteidigungsministerium, dem Flottenkommando?

Sie alle kennen mit Sicherheit den Nachrichtenaustausch zwischen Trump-Putin-Netanjahou.

Sie alle kennen die in diplomatischen Kreisen als Ungeheuerlichkeit geltende Erklärung des Verteidigungsministers der Volksrepublik China bei seinem Besuch seines RUSSISCHEN Amtskollegen in Russland in dieser Woche!!

Sie alle kennen den Inhalt der in den letzten 24 Stunden ausgetauschten Noten zwischen Russland – USA – GB – IRAN – Israel.

Vor diesen Hintergründen bitte ich nicht, sondern fordere eine verbindlich und politisch beständige Antwort auf meine Fragen.

Dr. Lothar Wanderer

Ich glaube es nicht, aber ich hoffe, ja, noch immer, das von Ihnen ein entschiedenes „NEIN!!!“ zu den Kriegsplänen gegen Syrien kommt.

Sie haben ihn nie gemocht, aber Ihr Vorgänger, Schröder, wurde wegen eines solchen „NEIN“! wieder Bundeskanzler.

Sagen Sie „Ja“ ,wird es wohl kaum eine neue Kanzlerwahl geben: der letzte Krieg!

Es ist IHRE Entscheidung.

Und unabhängig von allen Grundgesetzlichen Regelungen – es wird moralisch für immer Ihre entscheidende Entscheidung sein.

Mit allen meinen Wünschen nach Frieden grüße ich Sie

____________________________
(Dr. Lothar Wanderer)

Teilen
Dr. Lothar Wanderer
1955 in Leipzig geboren 1978-83 Studiumpolitische Philosophie, Geschichte, Soziologie; parallel Forschungsseminar Sinologie und politische Organisation des Staates und der Zivilgesellschaft; Abschluß als dipl. phil. mit Sonderdiplom. Dipl. Lehrer für politische Wissenschaften; 1983-1989: HS-Lehrer, Dozent m. facultas docenti an Polizeihochschule; während Aspirantur Kursstudium Jura; Sprachen: Russisch Ia, Englisch IIa; 1989 Promotion zum Dr. rer.pol mit magna cum laude. 1991 als Polizeirat a.D. aus Polizeidienst ausgeschieden; seit dem vorwiegend freiberuflich tätig; u.a. Publikationen, Vorträge, Seminare; Unternehmensberater i.S. Personal. Mehrere Jahre in Kommunalpolitik tätig; Hobby: Fußballtrainer (23 Jahre), Film/Foto, Garten, Musikinstrumente: Trompete, Mundharmonika. Politisch: demokratisch-Links

1 Kommentar

  1. Hallo mein Freund, ich glaube nicht, dass unsere bunte Kanzlerin nein zum Krieg sagt. Sie ist die beste Marionette der Gutmenschen und sie erfüllt ihren Auftrag bis zum bitteren Untergang perfekt. Ich könnt schon wieder kotzen, aber meine innere Stimme sagt mir dennoch: Martin, Du musst sie alle liebhaben – Amen!

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here