Gravitation im 21. Jahrhundert – Quo Vadis? Teil 1

Kreisender Lichtstrahl

Und die Erde stand still …

Ich schreibe das Folgende nur unter der Bedingung, daß Sie das Geschriebene nicht vollkommen ernst nehmen, obgleich das Thema Gravitation natürlich ein sehr gewichtiges ist. Oder anders ausgedrückt: Wenn Sie das Folgende ernst nehmen, lesen Sie bitte nicht weiter. Für Beschädigungen Ihres Weltbildes wird nämlich keine Haftung übernommen.

Im Herbst 2015 saß ich an meinem Schreibtisch und guckte, wie üblich, doof in die Gegend, als ich plötzlich feststellte, daß etwas nicht stimmte – die Erde hatte aufgehört sich zu drehen! Ich spähte aus einem anderen Fenster auf die Straße hinab und sah: Keine Spur von Panik, alle gingen ihren Beschäftigungen nach, als sei nichts geschehen. Niemand scherte sich auch nur im Geringsten um die, meiner Meinung nach, völlig veränderte Situation. Ich begann ernsthaft an der Zuverlässigkeit meiner Wahrnehmung zu zweifeln, wenn nicht gar um meinen Verstand zu bangen, und im Internet zu recherchieren.

Gott sei Dank hatte der Stillstand der Erde nicht zu einem Stromausfall geführt, und so stellte ich bei meiner Recherche fest: Ich konnte keine realistische Darstellung einer sich drehenden Erde finden, konnte also anhand des verfügbaren Bildmaterials auch nicht bestimmen, ob sich etwas an der rotierenden Situation geändert hatte. Sucht man nach entsprechenden Filmen, findet man nette Computer-Animationen, aber mehr auch nicht. Über diesen seltsamen Umstand hinaus sind auch die Bilder der Erde, auf denen ein einfacher Globus in Gestalt der bekannten, meistens blauen Kugel zu sehen ist, nicht unumstritten. Nun wollte ich ernsthaft wissen, wie man beweisen kann, daß sich die Erde dreht oder eben nicht. Und stieß in ein Hornissennest.

Wieviel wissen wir wirklich über unsere Erde?

Können Sie eine der nachfolgend beschriebenen Annahmen beweisen, ohne Bildmaterial der NASA und ähnlichen Organisationen zu verwenden?

1. Die Erde ist eine konvexe Kugel
2. Die Erde dreht sich in flottem Tempo um ihre Achse
3. Die sich drehende Erde wird von einer Kraft namens Gravitation zusammengehalten

Beginnen wir mit dem letzten Punkt, um zu sehen, was an den Fakten und Gerüchten dran ist.

Gravitation – Naturgesetz oder Magie?

Folgt man der Saga der Gravitationskraft, wird einem bald etwas unheimlich zu Mute. Diese Kraft, die von massereichen Objekten ausgestrahlt werden soll, soll nicht nur die Meere während der rasenden Drehung der Erde um ihre Achse (mehr als 1600 km/h am Äquator) davon abhalten, ins Weltall abzuzischen, sondern aufgrund der Masse des Mondes auch dafür sorgen, daß Flutwellen entstehen. Gleichzeitig ist sie aber schwach genug, daß die Muskelkraft eines kleinen Kindes völlig ausreicht, unbeschwert von der Theorie umherzuspringen. Auch Schmetterlinge, Samenkörner und Vögel lassen sich nicht von dieser ungeheuren Kraft der Gravitation beeindrucken.

Wenn man annimmt, daß der Mond eine so starke Anziehungskraft auf die Erde ausübt, daß er den Wasserpegel der Meere anheben kann, ist es einigermaßen schwer nachvollziehbar, warum wir im Verlauf der Reise des Mondes von seiner jeweils erdnächsten zur erdfernsten Position und zurück, nicht abwechselnd leichter und schwerer werden. Immerhin variiert der Abstand zwischen Erde und Mond beträchtlich. Mal ist unser Trabant 406.000 km entfernt, dann wieder nur schlappe 356.000 km. Der aufgrund der Gravitationskraft des Mondes erzeugte “Wasserberg” soll 30 cm hoch sein. [1]

Andererseits fragt man sich, wieso der Mond nicht schon längst auf die Erde gekracht ist, da ja die Erde der Theorie nach über eine um ein Vielfaches größere Anziehungskraft verfügen müsste als sein kleinerer Trabant. Erklärt wird diese kleine Unstimmigkeit in der Theorie damit, daß der Mond sich ja in einer gewissen Geschwindigkeit um die Erde herum bewegt, ebenso wie sich die Erde um die Sonne herum bewegen soll, und daß die Fluchtgeschwindigkeit des Mondes durch die Erdanziehungskraft exakt ausgeglichen wird.

Das Problem dabei ist, daß der Lauf des Mondes ebenso wie der Erde nicht einer exakten Kreisbahn entspricht, sondern elipsenförmig ist. Da die Gravitationskraft im Quadrat zur Entfernung abnehmen soll, stellt sich die Frage, wie so ein dynamisches Gleichgewicht aufrecht erhalten werden soll. Noch nie war schließlich die Rede von einer dynamischen Eigenschaft der Graviationskraft.

Wenn die Bahnen der Planeten durch das Gleichgewicht von Fluchtgeschwindigkeit und Anziehungskraft definiert werden, dann wäre es wirklich interessant, was einen Planeten oder Trabanten davon abhält, am Punkt der größten Entfernung von der größeren Masse, also der Sonne, einfach gerade aus weiter zu fliegen. Umgekehrt gilt natürlich das gleiche: Wenn die Bahn der Erde z.B. ihren zur Sonne nächsten Punkt erreicht hat, sollte man annehmen, daß die erhebliche Anziehungskraft der Sonne dazu führen würde, daß die Erde unweigerlich in die Sonne stürzt. Dazu kommt noch folgender Umstand, der schwer zu verdauen ist, wenn man der Graviationskraft Ernst nehmen will.

Die rasenden Elipsen

Denn gleichzeitig zur simplen elipsenförmigen Kreisbahn um das größere Gestirn, soll sich ja die gesamte Planetenbagage auch noch in einer größeren Bahn und mit unglaublichen Geschwindigkeiten durch den Raum bewegen. Die Erde soll z.B. mit über 100.000 km/h durch das Weltall flitzen.[2] Um die Schwierigkeiten einer sich vorwärtsbewegenden Elipse besser einschätzen zu können, stellen Sie sich der Einfachheit halber ein sich langsam bewegendes Objekt vor, z.B. einen Ball, und Sie haben nun die Aufgabe, in einem festgesetzten Abstand einen elipsenförmigen Kreis um den Ball herum zu schlagen, also um ihn herumzulaufen. Sie würden bald feststellen, daß Sie sich schneller bewegen müssten, wenn Sie sich hinter dem bewegten Objekt befinden würden, um es zu überholen, und langsamer, wenn Sie den Punkt erreichen, ab dem Sie sich zurückfallen lassen müssten, damit der Ball wieder passieren kann.

Das ist in Sachen Gravitationsmagie aber noch lange nicht alles. Denn die elipsenförmige Kreisbahn des Mondes ist nicht etwa konstant, sondern sie wird gelegentlich auch von der Gravitationskraft der Sonne beeinflusst. Die Elipse ist also manchmal kreisförmiger als zu anderen Zeiten, nur um dann doch wieder eine exzentrischere Bahn zu verfolgen. [3]

Ersetzen wir den Begriff Geschwindigkeit durch “Kraft”, so gibt es ein weiteres anschauliches Beispiel, das die Schwierigkeiten von elipsenförmigen Planetenbahnen verdeutlicht. Stellen Sie sich vor, Sie hätten eine Eisenkugel an einer Schnur befestigt, die Sie nun um sich herum kreisen lassen. Wenn Sie den Ball in einem größeren Abstand um sich herum kreisen lassen wollen, können Sie die Schnur einfach durch ihre Finger gleiten lassen. Sie benötigen weniger Kraft für die Aufrechterhaltung der Kreisbewegung der Kugel und können die Trägheit der Masse der Eisenkugel für sich arbeiten lassen. Soll sich der Kreis hingegen verkleinern und die Kugel wieder näher herankommen auf seiner Kreisbahn, müssen Sie eine gewisse Kraft aufwenden, um die Trägheit der Masse am anderen Ende der Schnur zu überwinden.

Die Gravitationskraft von Planeten oder Sternen muss demnach die Eigenschaft besitzen, manchmal schwächer und manchmal stärker zu wirken, was einige Fragen aufwirft, die nach einer Antwort harren. Ungeklärt ist auch noch, wie groß ein Objekt sein muss, um eine Gravitationskraft auszuüben. Selbst die größten, von Menschen erbauten Monumente aus Stein, die Pyramiden, üben meines Wissen nach nicht die geringste Wirkung auf die sie umgebenden Staubkörner aus. Auch massive Berge aus Granit ziehen nicht mehr an als Scharen von Touristen im Sommer und Skifahrer im Winter.

Zählt man die Fragen und Unstimmigkeiten in Sachen Graviationstheorie zusammen, muß man bei klarem Verstand zu dem Schluss gelangen, daß sich eine Art magische Kraft in die Wissenschaft eingeschlichen hat, ohne die sie vielleicht besser dastehen würde. Übrigens, die elektro-magnetische Kraft soll bis zu zweitausend Prozent stärker sein als die Gravitationskraft und die ist echt bewiesen.

Isaac Newton, der Erfinder der Gravitationstheorie, schien selbst mehr als nur ein paar Zweifel an seiner eigenen Theorie zu haben. In einem Brief an Richard Bentley von 1692 oder 1693 schrieb er

„Es ist undenkbar, dass leblose, rohe Materie auf andere […] Materie wirken sollte, ohne direkten Kontakt und ohne die Vermittlung von etwas anderem, das nicht materiell ist. Dass die Gravitation eine angeborene, inhärente und wesentliche (Eigenschaft) der Materie sein soll, so dass ein Körper auf einen anderen über eine Entfernung durch Vakuum hindurch und ohne die Vermittlung von etwas Sonstigem wirken soll, […], ist für mich eine so große Absurdität, dass ich glaube, kein Mensch, der eine in philosophischen Dingen geschulte Denkfähigkeit hat, kann sich dem jemals anschließen. Gravitation muss durch einen Vermittler erzeugt werden, welcher gleichmäßig nach bestimmten Gesetzen wirkt. Aber ob dieser Vermittler materiell oder immateriell ist, habe ich der Überlegung meiner Leser überlassen.“ [4]

In diesem Sinne darf man, ohne Newton zu nahe zu treten oder seine anderen Leistungen herabsetzen zu wollen, beruhigt davon ausgehen, dass das Gesetz der Gravitation in Wirklichkeit nur eine Theorie ist und eigentlich Gravitationshypothese heißen müsste. Um die spannende Frage, wie die Erde aussieht und welche einander widersprechenden Theorien -abseits der Schultheorie- einander gegenüberstehen, geht es im nächsten Teil “Rotation der Erde – Wahrheit oder Fiktion?“.

Quellen

  1. https://youtu.be/n4bpGTrcPoQ
  2. http://www.sternenhimmel-aktuell.de/Erde_Geschwindigkeit.htm
  3. http://www.spektrum.de/wissen/gibt-es-einen-supermond/1304167
  4. https://de.wikipedia.org/wiki/Nahwirkung_und_Fernwirkung

4 Kommentare

  1. Warum ein Muskel die Erdanziehungskraft überwinden kann? Weil seine Beschleunigung höher ist. Kraft ist Masse mal Beschleunigung. Sobald er jedoch nicht mehr beschleunigt (man schließlich nicht wie im Wasser in der Luft schwimmen), verliert er immer mehr Kraft und die Gravitationskraft zieht ihn wieder an sich ran (oder haben Sie jemals ein Kind plötzlich abheben sehen bis rauf in den Himmel, nachdem es vor Freude über irgendetwas hochgesprungen ist)?

    Warum man nicht plötzlich abnimmt, weil der Mond näher an der Erde ist? Weil nicht nur Sie, sondern auch Ihre Waage angezogen werden. Eine Wage funktioniert so, dass sie im Endeffekt ihre Gewichtskraft misst. Im Weltall wäre eine Waage aufgrund der niedrigen Anziehungskraft nutzlos. Sie würden keine Kraft aus Sie auswirken.

    Warum der Mond und die Erde auf ihrer elliptischen Bahn keinen Abgang am weitesten Punkt der Entfernung machen? Weil sich ihre Geschwindigkeit verringert und sie dementsprechend weniger Gegenkraft zur Gravitation haben. Auch hier gilt wieder Kraft ist Masse mal Beschleunigung.

    Ich empfehle Ihnen DRINGEND den Physikunterricht der 7.-10. Klasse zu wiederholen. Ihr Wissen in den physikalischen Gebieten der Mechanik und Teilchenlehre lässt zu wünschen übrig und verleitet Sie, absurden Theorien grundsätzlich Glauben zu schenken. Außerdem sollten Sie sich zusätzlich schon mal, bevor Sie den Begriff “Theorie” umgangssprachlich für die Gravitation benutzen möchten, mit dem Unterschied zwischen einer wissenschaftlichen und einer umgangssprachlichen Theorie auseinandersetzen.

    Liebe und schwurbelfreie Grüße

  2. Ich bekenne mich schuldig, dumme Fragen zu stellen; die Absicht ist aber eher, die Leute zu eigenem Denken anzuregen. Was nicht stimmt, ist daß ich irgendeine Theorie glaube. Ich möchte auch darauf aufmerksam machen, daß die elektro-magnetische Kraft bis zu 2000% stärker sein soll, als die sogenannte Graviationskraft. Es gibt inzwischen sehr gescheite Leute, die sicherlich noch lange nach der 10. Klasse Physik studiert haben, die von einem elektro-magnetischen Universum reden, andere machen gar ein holografisches Universum daraus. Übrigens kann man viele Phänomene, die der Gravitationskraft zugeschrieben werden, auch mit Begriffen wie Dichte, umgebendes Medium und Kraft erklären. Nehmen Sie es doch einfach mit ein bißchen Humor (aber vielleicht sollte ich den humoristischen Aspekt der Diskussion besser herausarbeiten?)
    Grüße

  3. Man spürt aber, wenn man leichter wird. Es fühlt sich völlig anders an. Aber man wird nicht leichter, es sei denn, man nimmt ab. Die Sache mit der Waage ist daher nicht glaubhaft.

  4. Wie wäre es einfach mal damit alles nachzurechnen? Die benötigten Formel sind bekannt, die Werte sind bekannt und schon kann es losgehen. Und siehe da, schon lösen sich die ganzen Annahmen in Luft auf bzw reduzieren sich auf sehr bescheidene Werte und gewagte Schlussfolgerungen verbieten sich dann von selbst.

    Aber schauen wir uns doch mal einige Aussagen an: ” Denn die elipsenförmige Kreisbahn des Mondes ist nicht etwa konstant, sondern sie wird gelegentlich auch von der Gravitationskraft der Sonne beeinflusst. ”

    FALSCH: Die Gravitationskraft der Sonne wirkt natürlich permanent.

    “In diesem Sinne darf man, ohne Newton zu nahe zu treten oder seine anderen Leistungen herabsetzen zu wollen, beruhigt davon ausgehen, dass das Gesetz der Gravitation in Wirklichkeit nur eine Theorie ist und eigentlich Gravitationshypothese heißen müsste.”

    FALSCH: EIne Theorie zeichnet sich dadurch aus, dass sie zu den Messergebnissen passt und richtige Voraussagen macht. Also ist das Gravitationsgesetz von Newton schon mal keine Hypothese. Es macht zudem Vorhersagen, die man überprüfen kann und das fängt mit einem Ballwurf an und endet noch lange nicht bei den Planetenbahnen. Auch dass die Erde abgeplattet sein muss konnten die Leute damals schon aus den Gleichungen von Newton ableiten und durch Vermessungen vieler Expeditionen beweisen.

    Du vergisst eben, dass die Erde schon vor vielen hundert Jahren vermessen wurde.

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